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Wie wird technischer Schnee hergestellt?

Kunstschnee im Spätherbst
Bereits im Spätherbst werden die Pisten beschneit.
 
Schneekörner
Technisch hergestellter Schnee besteht aus kleinen gefrorenen Wassertropfen.
 
Schneelanze
Die Schneilanze produziert den technischen Schnee, indem kleine Wassertropfen in die Atmosphäre gespritzt werden.

Gehst du gerne Skifahren oder Snowboarden? Sicher bist du dabei schon einmal über eine ganz harte Piste gefahren. Die war vielleicht aus künstlich hergestelltem Schnee, oder in der Fachsprache technischer Schnee. Besonders im November, wenn es noch nicht viel geschneit hat oder im Frühling wenn der Schnee schmilzt, kannst du die Pisten gut erkennen, die mit technischem Schnee präpariert wurden. Die ganze Landschaft ist noch braun und nur ein paar Pisten sind weiss.

Wie wird technischer Schnee gemacht?

Künstlich hergestellter Schnee, oder wie die Experten sagen "technischer Schnee", wird aus Wasser gemacht. Das Wasser aus Bächen oder Seen wird mit viel Druck durch feine Düsen der Schneimaschine gepresst. Dabei entstehen kleine Tröpfchen, die direkt nach dem sie aus der Düse kommen, gefrieren und als Eiskörner auf den Boden fallen. Als Schneimaschinen werden heute meistens Schneilanzen oder Propellermaschinen eingesetzt. Der Begriff Schneekanone hat mit der heutigen Beschneiungstechnik wenig zu tun.

Der im Volksmund verwendete Begriff Kunstschnee ist eigentlich falsch. In der deutschen Sprache wird richtigerweise von technischem Schnee gesprochen.

Technischer Schnee kann man normalerweise erst herstellen, wenn die Temperatur unter 0°C liegt, da die Wassertröpfchen sonst nicht gefrieren können. Generell gilt: Je kälter und trockener die Luft ist, desto mehr Wasser wird aus der Schneimaschine gespritzt und desto mehr Schnee kann produziert werden.

Welche Eigenschaften hat technischer Schnee?

Pisten mit technischem Schnee sind meistens hart. Das kommt daher, dass die künstlich hergestellten Schneekörner viel kleiner (ca 10x) sind als Naturschneekörner. Somit hat der Schnee von Anfang an eine höhere Dichte und die Schneedecke viel weniger Luftanteil als die Schneedecke aus Naturschnee.

Schadet der technische Schnee der Vegetation?

SLF-Experten erforschen die alpine Vegetation und Böden von Pisten, um herauszufinden, ob der technische Schnee diese längerfristig beeinflussen. Dafür untersuchten sie Vegetation und Boden auf und neben den Skipisten. Die Analyse der Daten zeigt, dass der Einsatz von technischem Schnee einerseits Pflanzen vor mechanischen Verletzungen schützen kann, andererseits aber auch durch die verspätete Schneeschmelze die Vegetationszusammensetzung verändern kann. Insgesamt hatte aber die Pistenplanierung, also Begradigung und Einebnung des Bodens im Sommer, sehr viel drastischere Auswirkungen auf die Vegetationsbedeckung, die Produktivität und die Artenvielfalt als die Beschneiung.

SLF-Experten untersuchen, wie sich technischer Schnee auf die Vegetation und den Boden auswirkt. Die Forschungsergebnisse zeigen einerseits: Die zusätzlichen Schneemenge schützen die Pflanzen vor mechanischen Verletzungen wie z.B. Skikanten oder Pistenfahrzeuge. Andererseits schmelzen Pisten mit technischem Schnee später als Pisten mit Naturschnee und Pflanzen entwickeln sich deshalb verzögert. Die Vegetationszusammensetzung kann sich dadurch langfristig verändern. Das heisst Pflanzen die es schaffen, sich in kurzer Zeit zu entwickeln, werden zunehmen.

Insgesamt hat aber die Pistenplanierung, also die Begradigung und Einebnung des Bodens im Sommer, eine viel stärkere Auswirkung auf die Vegetation hat als die Beschneiung.

Und beim SLF?

Das SLF hat zusammen mit Partnern Nessy und Nessy ZeroE entwickelt. Nessy ist eine energieeffiziente Schneilanze, die bis zu 80% weniger Druckluftverbrauch hat, bis zu 2°C früher schneien kann und bis zu 5 mal leiser ist als andere Schneilanzen. Nessy ZeroE schneit sogar ohne Fremdenergie, also ohne Strom.

Hier erfährst du mehr

  • Nessy Zero E: die Schneilanze, welche die benötigte Energie zur Herstellung von technischem Schnee vollständig aus der Umgebung bezieht.
  • Wie wirkt technischer Schnee auf die Umwelt? Das SLF hat einige Projekte zu diesem Thema geführt.

 

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