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Wie können Bäume auf Felsen wachsen?

Föhre aus Felsen, Tent Rocks National Monument
Im Tent Rock National Monument (Neu Mexico, USA), wächst diese Föhre aus einer Felskluft in die Höhe.
(Foto: M. Kaennel Dobbertin, WSL)
Tanne auf Baumstrunk
Eine junge Tanne wächst auf einem vermoosten Baumstrunk. (Foto: WSL)

Wie kommt ein Baum überhaupt auf einen Felsen? Wäre es nicht einfacher, auf dem Waldboden zu gedeihen? Kommt es häufig vor, dass Bäume auf Felsen wachsen?

Samenverbreitung

Bäume vermehren sich durch Samen, die sich nach der Befruchtung (Bestäubung der Blüte durch Pollen) entwickeln. Die Samen von Nadelbäumen entwickeln sich in den Zapfen, diejenigen von Laubbäumen in den Früchten (Kernen) und Beeren. Bei Buchen reifen sie zu Bucheckern, bei Eichen zu Eicheln, beim Kastanienbaum zu Kastanien heran, und so weiter.  

Solche Baumsamen können durch den Wind oder durch Vögel an Orte transportiert werden, an denen man nicht damit rechnet, dass sie überhaupt gedeihen können. Solche Orte befinden sich zum Beispiel auf vermoosten Steinen oder in zerklüfteten Felsen. Manchmal entdeckt man junge Bäume auch auf alten Baumstrünken (auf sogenanntem Totholz).

Nur wenige der Samen reifen wirklich zu Keimlingen heran. Zum Gedeihen brauchen sie viel Licht. Auch guter Boden mit genügend Nährstoffen ist wichtig, denn die jungen Bäumchen müssen ja wachsen und sich gegenüber anderen Pflanzen durchsetzen, mit denen sie um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrenzieren.

Junge Bäume mögens meistens gerne hell und warm

Kleine Kuppen, bemooste Steine, alte Baumstrunke oder Felsen ragen zum Teil über die üppige Bodenvegetation hinaus. An diese Orte gelangt deshalb viel Licht und entsprechend Wärme. Genau das mögen die Keimlinge, darum können sie dort besser gedeihen als an kälteren, schattigen Orten. Diese Standorte sind also keine Seltenheit für junge Bäumchen: Im Gegenteil, an diesen Plätzen ist es für eine junge Pflanze leichter, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzten.

Vor allem in Gebirgswäldern bevorzugen junge Fichten diese Standorte für ihr Wachstum. Auch Kiefern wachsen oft an exponierten Plätzen, denn sie sind anspruchslos und gutwüchsig. Kiefern brauchen allerdings eher sandigen Boden, Fichten hingegen etwas Humus und lehmige Bodenbestandteile.

Auf Felsen wachsende Bäume suchen sich mit ihren Wurzeln den Weg zu den Nährstoffen (Wasser und Mineralstoffe), die im Boden gespeichert sind. Felsen enthalten meist Spalten und Ritzen, sie sind also mit so genannten Klüften durchsetzt, in denen sich ein wenig Boden bilden kann. Dort finden die Wurzeln ihre Nährstoffe.

An der WSL...

...untersuchen wir, wie sich Fichtenwälder verjüngen. Die Verjüngung ist ein wichtiger Prozess, denn in höheren Lagen dienen Fichtenwälder zum Beispiel als Schutzwald gegen Lawinen. Wenn Lawinen Schutzwälder zerstören, muss der Mensch möglichst schnell dafür sorgen, dass diese wieder vor Naturgefahren schützen. Für die Vielfalt im subalpinen Fichtenwald kann dies sogar einen positiven Effekt bedeuten. Denn so entstehen mindestens vorübergehend neue Lebensräume und Wachstumsbedingungen (Licht, Niederschlag, Wärme), so dass sich verschiedene Arten von Pflanzen dort entwickeln können.
Weiter werden Versuche zur Aufforstung in extremen Lagen an der alpinen Waldgrenze in Davos durchgeführt.

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