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Warum gibt es in der Schweiz ein Gesetz, nach dem jeder gefällte Baum ersetzt werden muss?

Aufforstung Freiamt

Damit der Schweizer Wald genügend Holz liefert, die Bevölkerung vor Lawinen, Steinschlag und Hochwasser schützt und unser Trinkwasser sauber behält, muss er selbst geschützt werden. Wird ein Waldbestand gefällt, muss er wieder zu Wald werden. Bedeutet dies wirklich, dass jeder Baum ersetzt werden muss?

Wald produziert nicht nur Holz, er schützt auch vor Naturgefahren; und er schützt den Boden vor Erosion, filtert das Wasser und regelt den Wasserhaushalt so, dass wir einen grossen Teil des Trinkwassers aus dem unter dem Wald liegenden Grundwasser beziehen können. Deshalb ist es wichtig, dass es immer genügend Wald gibt.

Früher wurde der Wald zu stark genutzt

Als in den vergangenen Jahrhunderten die Anzahl der in der Schweiz lebenden Menschen immer grösser wurde, brauchte man zunehmend Holz, z.B. für Hausbau, Holzschwellen oder als Brennholz. Im 18. und 19. Jahrhundert war dann der Schweizer Wald so stark übernutzt und geschädigt, dass er die Menschen nur noch schlecht vor Naturgefahren schützen konnte. Und es gab zu wenig verfügbares Holz.

Ein Gesetz, um den Wald zu schützen

Damit der Wald wieder genügend Holz liefern und die Bevölkerung schützen konnte, musste er zunächst selbst geschützt werden. Deshalb legte im Jahr 1876 das Forstgesetz fest, dass der Wald nicht mehr dauerhaft gerodet werden darf und die Fläche des Waldes geschützt wird. Zusätzlich wurden vielerorts, vor allem in den Voralpen, grosse Flächen als Schutzwald festgelegt und mit jungen Bäumen bepflanzt.

Die Waldfläche soll erhalten werden

Das Schweizer Waldgesetz schreibt nicht vor, jeden gefällten Baum zu ersetzen. Im Gesetz steht jedoch, dass die Waldfläche erhalten bleiben soll. In der Praxis bedeutet dies, dass dort, wo Bäume gefällt werden, später wieder neue Bäume wachsen müssen.

Weil aber junge Bäume weniger Platz brauchen als grosse alte Bäume, wird ein alter Baum zunächst durch viele junge Bäume ersetzt. Heute werden nur noch wenige junge Fichten, Buchen und andere Baumarten gepflanzt, die meisten entstehen von ganz alleine durch Naturverjüngung, das heisst, natürliche Ansamung. Im Laufe der Jahrzehnte setzt sich dann automatisch der stärkste Baum durch, die übrigen Bäume sterben irgendwann ab.

An der WSL...

... zählen die Mitarbeiter des Schweizerischen Landesforstinventares (LFI) auf etwa 6500 Probeflächen in den Schweizer Wäldern die Bäume und beurteilen deren Grösse und Gesundheitszustand. Damit können die Forschenden schätzen, wie viele Bäume es in der ganzen Schweiz oder in jedem Kanton gibt.

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