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Klimadaten aus alten Hölzern

Temperaturentwicklung der letzten 1000 Jahre

Bewegt sich die aktuelle globale Erwärmung noch im Rahmen natürlicher Klimaschwankungen oder ist sie schon extrem? Bäume sind jahrgenaue Klimaarchive mit hoher räumlicher Präsenz. Sie speichern 'Klimadaten' aus Zeiten vor Beginn instrumenteller Messungen. und helfen bei der Suche nach Antworten. Drei Beispiele aus unterschiedlichen Räumen zeigen das Potenzial der Dendroklimatologie.


Alpen

   

Die Hochlagen der Alpen reagieren sensibel auf variierende Umwelteinflüsse und stehen deshalb im Zentrum der Klimaforschung. Die Kombination aus lebenden Bäumen und historischem Bauholz nahe der oberen Waldgrenze ermöglicht den Aufbau 1000-jähriger Jahrringreihen.
Die rekonstruierten Temperaturschwankungen tragen zu einer präziseren Einordnung der gegenwärtigen Erwärmung bei und spiegeln die globale Entwicklung wider.



Haus im Lötschental (Wallis)


Waldgrenze in Bewegung

Ein Netzwerk aus naturnahen sibirischen Waldgrenzstandorten spiegelt ebenso wie die subalpinen Waldgrenzen Temperaturveränderungen wider. So führt die Erwärmung des 20. Jahrhunderts zu einer Verjüngung der Bestände und zum Vorrücken der Waldgrenze Richtung Norden.



Fossiles Holz nördlich der Waldgrenze in Sibirien


Das globale Bild

Neben regionalen Studien liegt ein weiterer Schwerpunkt der Dendroklimatologie in der Rekonstruktion globaler Temperaturschwankungen. Dazu werden grossräumige Jahrringnetzwerke aufgebaut und analysiert.
Die letzten 1000 Jahre zeigen höhere Temperaturen um 1000, eine rund 500-jährige Abkühlung von 1300 bis 1820 und die gegenwärtige Erwärmung.


Jan Esper, Abteilung Landschaftsdynamik und Raumentwicklung

Fossile Bäume

Die Bautätigkeit, insbesondere der Autobahnbau, bringt immer wieder neue Fundstücke hervor, aus denen sich das Bild der Klimaverhältnisse früherer Zeiten nach und nach vervollständigen lässt.

>>Karte der Fundstellen in der Schweiz (pdf 60 KB)
>> Fundstellen um den Uetliberg


>> Entwicklung unserer Landschaft: Chronozonen (pdf 132 KB)



Eine fossiler Föhrenstrunk — 13'000 Jahre konserviert im Üetliberglehm


   

Ein abruptes prähistorisches Klimaereignis


   

Vulkankatastrophe im Herzen Europas
Das Eifel-Vulkanfeld bei Koblenz am Mittelrhein ist seit 650'000 Jahren aktiv. Der letzte Ausbruch erfolgte vor 13'070 Jahren. Diese Katastrophe mitten in Europa hätte heute unglaubliche Konsequenzen. Auch damals waren die Folgen für die Umwelt beträchtllich.
Anhand der in Dättnau gefundenen fossilen Hölzer kann der Ausbruch des Laacherseevulkans (in Deutschland) aufgezeigt werden.
>> Spuren des Vulkanausbruchs (pdf 96 KB)

Fundstelle Dättnau


Matthias Schaub, Felix Kaiser, Abteilung Landschaftsdynamik und Raumentwicklung




Das Faltblatt zur Ausstellung «Zeugen des Klimawandels» in der WSL-Eingangshalle ist ab 18. Juni erhältlich.

Mehr zum Thema Jahrringe: >> WSL Dendronetzwerk



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