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Versuchsanordnung
- Wirkungskontrolle Moorbiotope (pdf-Dokument)
Das Ziel des
Moorschutzprogrammes des Bundes ist die ungeschmälerte Erhaltung
der Moorbiotope. Die Wirkungskontrolle soll im Rahmen der Erfolgskontrolle
Moorschutz Schweiz dokumentieren, ob oder wie weit das Schutzziel
tatsächlich erreicht wird. Dazu müssen die Moorgebiete und ihre
Vegetation in Raum und Zeit hinreichend genau beschrieben werden.
Die Aussagen sollen für die Schweiz und ihre Naturräume, die Höhenstufen,
sowie für die Hochmoore und Flachmoore repräsentativ sein.
Der zuverlässigste
Beschreibungsansatz wäre eine Vollerhebung. Ein solches Unterfangen
würde jedoch den finanziellen Rahmen bei Weitem sprengen. Deshalb
musste eine Versuchsanordnung entworfen werden, die, trotz einer
Beschränkung der Erhebungstätigkeit auf relativ wenige Moore, landesweit
gültige Aussagen über den Zustand und die Veränderungen der Moore
zulässt.
1. Stichprobenplan
Kilometerquadrate als Stichprobenelemente
Für die Auswahl der zu untersuchenden Moore wurde die Schweiz in
1 km x 1 km messende Quadrate eingeteilt. Der Mittelpunkt jedes
Quadrates liegt auf einem Schnittpunkt des Kilometernetzes der Landeskarte.
Die Grundgesamtheit besteht aus insgesamt 2033 Quadratkilometern,
die minde-stens ein Moor-Teilobjekt von nationaler Bedeutung enthalten.
Davon wurde eine Stichprobe von ca. 100 Elementen gezogen.
Zuordnung
der Moore zu den Elementen
Zu untersuchen sind die Moore von nationaler Bedeutung. Dazu wurde
von jedem Moor-Teilobjekt des Hochmoor- und Flachmoorinventares
der Schwerpunkt (= Ankerpunkt) berechnet. Aufgrund der Lage ihres
Ankerpunktes wurden die Teilobjekte demjenigen Element (= Quadratkilometer)
zugeordnet, in dem der Ankerpunkt liegt.
Ziehung der
Stichprobe
Die Stichprobe wurde aus den oben beschriebenen moorhaltigen Elementen
gezogen. Um die Repräsentativität der Stichprobe zu gewährleisten,
konnten die Elemente nicht rein zufällig ausgewählt werden. Es war
nötig, die Grundgesamtheit nach verschiedenen Kriterien zu stratifizieren
und
- moorarme Naturräume im Verhältnis stärker zu berücksichtigen als
moorreiche;
- hohe und tiefe Lagen gegenüber mittleren zu bevorzugen;
- die Hochmoore stärker zu gewichten als die 10mal häufigeren Flachmoore.
Das Ergebnis dieses Prozesses ist in Fig. 1 dargestellt.
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Fig. 1: Verteilung der rund 100 Stichprobenelemente
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2.
Untersuchungen
im Feld
Zu untersuchende
Teilobjekte
In den 103 Stichprobenelementen liegen die Ankerpunkte von insgesamt
336 Teilobjekten. Davon sind 91 Hochmoor- und 245 Flachmoor-Teilobjekte,
die zu 66 Hochmoor- bzw. 127 Flachmoorobjekten gehören. Diese Teilobjekte
werden als Ganzes untersucht, auch wenn sie über den Rand des Stichprobenelementes
(= km2) hinausreichen. Nicht untersucht werden hingegen Teilobjekte,
die ins Stichprobenelement hineinragen, deren Ankerpunkt jedoch
ausserhalb liegt (s. Fig. 2). Teilobjekte von regionaler oder lokaler
Bedeutung fallen ebenfalls aus der Untersuchung.
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Fig. 2: Moorflächen im Bereich eines 1 km2 grossen Stichprobenelementes.
Die zu untersuchenden Teilobjekte sind orange dargestellt.
X
= Zentrumskoordinate des Stichprobenelementes
ö = Lage der
Ankerpunkte
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Untersuchungsmethode
Das Ziel der Erhebungen ist, eine flächendeckende Information über
die Vegetation und die Standortsverhältnisse in den untersuchten
Schutzobjekten beizubringen. Dieses Ziel lässt sich bei ver-nünftigem
Aufwand allein mit Feldarbeit kaum erreichen, da Feldbegehungen
aufwendig und für die zu untersuchenden Teilobjekte nicht ohne Belastungen
sind. Deshalb kommt für den statistisch gesicherten Nachweis von
allfälligen flächenmässigen und qualitativen Veränderungen der Schutzobjekte
ein Verfahren zur Anwendung, bei dem mit Hilfe von Luftbildern homogen
erscheinende Moorflächen abgegrenzt und aufgrund ihrer Farbzusammensetzung
und Musterung klassiert werden. Unter der inzwischen bestätigten
Annahme, dass auf dem Luftbild ähnlich erscheinende Flächen meist
auch eine ähnliche Vegetation aufweisen, kann man sich bei jedem
Teilobjekt darauf beschränken, von jeder Flächenklasse nur noch
eine Auswahl von Flächen terrestrisch zu erheben. Dies führt besonders
in grossen Teil-objekten zu einer beträchlichen Leistungssteigerung.
Die Feldarbeit besteht im Wesentlichen darin, für jede der zu erhebenden
Einheitsflächen eine an-nähernd vollständige Liste der vorkommenden
Gefässpflanzen und Moose zu erstellen. Die Deckung der Arten wird
mit einer groben logarithmischen Skala geschätzt. Diese Stichprobeninformationen
werden ausgewertet und mit Unterlagen der Kantone und weiteren Datenquellen
kombiniert. Dadurch kann auf die Standortsbedingungen in den untersuchten
Mooren geschlossen werden. Zusammen mit den Luftbildern bilden die
Daten eine Grundlage, um mit Folgeerhebungen allfällige Veränderungen
der Moorfläche und der Moorvegetation einwandfrei nachweisen zu
können.
Das Programm wird vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft
und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft
in partnerschaftlicher Weise durchgeführt.
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