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Symposium 07

Versuchsanordnung - Wirkungskontrolle Moorbiotope (pdf-Dokument)

Das Ziel des Moorschutzprogrammes des Bundes ist die ungeschmälerte Erhaltung der Moorbiotope. Die Wirkungskontrolle soll im Rahmen der Erfolgskontrolle Moorschutz Schweiz dokumentieren, ob oder wie weit das Schutzziel tatsächlich erreicht wird. Dazu müssen die Moorgebiete und ihre Vegetation in Raum und Zeit hinreichend genau beschrieben werden. Die Aussagen sollen für die Schweiz und ihre Naturräume, die Höhenstufen, sowie für die Hochmoore und Flachmoore repräsentativ sein.
Der zuverlässigste Beschreibungsansatz wäre eine Vollerhebung. Ein solches Unterfangen würde jedoch den finanziellen Rahmen bei Weitem sprengen. Deshalb musste eine Versuchsanordnung entworfen werden, die, trotz einer Beschränkung der Erhebungstätigkeit auf relativ wenige Moore, landesweit gültige Aussagen über den Zustand und die Veränderungen der Moore zulässt.

1. Stichprobenplan


Kilometerquadrate als Stichprobenelemente
Für die Auswahl der zu untersuchenden Moore wurde die Schweiz in 1 km x 1 km messende Quadrate eingeteilt. Der Mittelpunkt jedes Quadrates liegt auf einem Schnittpunkt des Kilometernetzes der Landeskarte. Die Grundgesamtheit besteht aus insgesamt 2033 Quadratkilometern, die minde-stens ein Moor-Teilobjekt von nationaler Bedeutung enthalten. Davon wurde eine Stichprobe von ca. 100 Elementen gezogen.

Zuordnung der Moore zu den Elementen
Zu untersuchen sind die Moore von nationaler Bedeutung. Dazu wurde von jedem Moor-Teilobjekt des Hochmoor- und Flachmoorinventares der Schwerpunkt (= Ankerpunkt) berechnet. Aufgrund der Lage ihres Ankerpunktes wurden die Teilobjekte demjenigen Element (= Quadratkilometer) zugeordnet, in dem der Ankerpunkt liegt.

Ziehung der Stichprobe
Die Stichprobe wurde aus den oben beschriebenen moorhaltigen Elementen gezogen. Um die Repräsentativität der Stichprobe zu gewährleisten, konnten die Elemente nicht rein zufällig ausgewählt werden. Es war nötig, die Grundgesamtheit nach verschiedenen Kriterien zu stratifizieren und
- moorarme Naturräume im Verhältnis stärker zu berücksichtigen als moorreiche;
- hohe und tiefe Lagen gegenüber mittleren zu bevorzugen;
- die Hochmoore stärker zu gewichten als die 10mal häufigeren Flachmoore.
Das Ergebnis dieses Prozesses ist in Fig. 1 dargestellt.

 

 

 


Fig. 1: Verteilung der rund 100 Stichprobenelemente

2. Untersuchungen im Feld

Zu untersuchende Teilobjekte
In den 103 Stichprobenelementen liegen die Ankerpunkte von insgesamt 336 Teilobjekten. Davon sind 91 Hochmoor- und 245 Flachmoor-Teilobjekte, die zu 66 Hochmoor- bzw. 127 Flachmoorobjekten gehören. Diese Teilobjekte werden als Ganzes untersucht, auch wenn sie über den Rand des Stichprobenelementes (= km2) hinausreichen. Nicht untersucht werden hingegen Teilobjekte, die ins Stichprobenelement hineinragen, deren Ankerpunkt jedoch ausserhalb liegt (s. Fig. 2). Teilobjekte von regionaler oder lokaler Bedeutung fallen ebenfalls aus der Untersuchung.

 

 

 

 


Fig. 2: Moorflächen im Bereich eines 1 km2 grossen Stichprobenelementes. Die zu untersuchenden Teilobjekte sind orange dargestellt.
X = Zentrumskoordinate des Stichprobenelementes
ö = Lage der Ankerpunkte

Untersuchungsmethode
Das Ziel der Erhebungen ist, eine flächendeckende Information über die Vegetation und die Standortsverhältnisse in den untersuchten Schutzobjekten beizubringen. Dieses Ziel lässt sich bei ver-nünftigem Aufwand allein mit Feldarbeit kaum erreichen, da Feldbegehungen aufwendig und für die zu untersuchenden Teilobjekte nicht ohne Belastungen sind. Deshalb kommt für den statistisch gesicherten Nachweis von allfälligen flächenmässigen und qualitativen Veränderungen der Schutzobjekte ein Verfahren zur Anwendung, bei dem mit Hilfe von Luftbildern homogen erscheinende Moorflächen abgegrenzt und aufgrund ihrer Farbzusammensetzung und Musterung klassiert werden. Unter der inzwischen bestätigten Annahme, dass auf dem Luftbild ähnlich erscheinende Flächen meist auch eine ähnliche Vegetation aufweisen, kann man sich bei jedem Teilobjekt darauf beschränken, von jeder Flächenklasse nur noch eine Auswahl von Flächen terrestrisch zu erheben. Dies führt besonders in grossen Teil-objekten zu einer beträchlichen Leistungssteigerung.
Die Feldarbeit besteht im Wesentlichen darin, für jede der zu erhebenden Einheitsflächen eine an-nähernd vollständige Liste der vorkommenden Gefässpflanzen und Moose zu erstellen. Die Deckung der Arten wird mit einer groben logarithmischen Skala geschätzt. Diese Stichprobeninformationen werden ausgewertet und mit Unterlagen der Kantone und weiteren Datenquellen kombiniert. Dadurch kann auf die Standortsbedingungen in den untersuchten Mooren geschlossen werden. Zusammen mit den Luftbildern bilden die Daten eine Grundlage, um mit Folgeerhebungen allfällige Veränderungen der Moorfläche und der Moorvegetation einwandfrei nachweisen zu können.

Das Programm wird vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in partnerschaftlicher Weise durchgeführt.


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