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Jungfrau-Nabelflechte: Wird es zu warm für Gipfelstürmer?
Der Internationale Tag der Berge findet jeweils am 11. Dezember statt; dieses Jahr zum Thema Klimawandel in Bergregionen. Dass sich Klimaänderungen auch auf Organismen der Gipfelregionen auswirken können, zeigen Untersuchungen von Flechtenspezialisten der WSL. Im Jahre 1841 wurde unter dem Jungfraugipfel erstmals eine neue Flechtenart gesammelt – und erhielt den Namen Jungfrau-Nabelflechte (Umbilicaria virginis). Seit der letzten Eiszeit war ihr Vorkommen vermutlich immer auf Gipfelregionen beschränkt; unterhalb von 3000 m ü. M. findet man sie gar nicht. In der Schweiz wächst diese Art auf Gipfelfelsen, welche oft deutlich über 4000 Meter über Meer liegen. Ihr auf die nivale Stufe eingeschränktes Vorkommen ist aber nicht etwa auf die Konkurrenz zwischen anderen Organismen in tieferen Regionen zurückzuführen. Es wird vielmehr angenommen, dass klimatische Bedingungen das Verbreitungsgebiet der Jungfrau-Nabelflechte nach unten begrenzen. Vermutlich wird der Klimawandel dazu führen, dass die von dieser Art besiedelte Fläche zurückgeht und dass viele dieser bis 1000-jährigen Flechten absterben. Die wachsende touristische Erschliessung stellt eine zusätzliche Gefährdung dar: ein Tritt eines Alpinisten kann die fragilen Organismen im Nu zerstören. Bisher galten alpin und nival verbreitete Arten als ungefährdet – und entsprechend fehlen heute Rote Listen für solche Organismen. Durch die nun breit anerkannten Klimaszenarien wird es auch in der Schweiz vorrangig, für nival verbreitete Arten Rote Listen zu erstellen und damit die naturschutzbiologische Forschung für Jungfrau-Nabelflechte, Schneehuhn und andere Organismen dieses Lebensraums weiter voranzutreiben. (kk) Kontakt
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