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Birmensdorf, 11.04.2017

Borkenkäferbefall nach wie vor auf erhöhtem Niveau

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Buchdruckerbefall am Waldrand nach einer Trockenperiode. (grössere Ansicht)
Foto: Anton Bürgi (WSL)

 
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Buchdrucker-Befallsherd in einem Fichtenwald. (grössere Ansicht)
Foto: Waldschutz Schweiz (WSL)

 
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Der Buchdrucker (Ips typographus), der bedeutendste Borkenkäfer in der Schweiz, heisst auch Grosser achtzähniger Fichtenborkenkäfer. (grössere Ansicht)

Foto: Beat Wermelinger (WSL)

 
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Abb. 1: Buchdrucker: Menge des Käferholzes und Anzahl der Befallsherde (Käfernester) in der Schweiz von 1997 – 2016. (grössere Ansicht)
 
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In der Schweiz starben im Jahr 2016 nach Borkenkäferbefall Fichten mit einem Gesamtvolumen von 220'000 m3 ab. Dieser Wert liegt geringfügig unter dem des Jahres 2015, aber deutlich über dem Niveau der Jahre 2008-2012. In den südlichen Alpentälern und in Teilen Graubündens nahm der Buchdruckerbefall vergangenes Jahr sogar zu. Dies ergab die jährliche Umfrage von Waldschutz Schweiz an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL.

In den Jahren 2016 und 2015 betrug die vom Borkenkäfer befallene Menge Fichtenholz landesweit 220'000 beziehungsweise 252‘000 m3. Diese Werte sind deutlich grösser als in den Jahren 2008-2012 (Tab. 1), als sich der Befall im Durchschnitt auf gut 100'000 m3 belief (Abb. 1). Ab 2012 besiedelte der Buchdrucker, der bedeutendste Borkenkäfer in der Schweiz, nach regionalen Schäden durch Stürme und Schneedruck eine zunehmende Anzahl Fichten. Auch die ausgeprägte Hitze und Trockenheit im Sommer 2015 förderte in einigen Regionen die Entwicklung der Borkenkäfer. Ein Trend, der sich 2016 fortsetzte: Die ab Mitte August 2016 herrschende Hitze und lokale Trockenheit schwächten zahlreiche Fichtenbestände, so dass sich an vielen Orten eine zweite Käfergeneration besonders gut entwickelte.

Regional unterschiedlich viele Borkenkäfer

Im Mittelland und im Jura ging der Borkenkäferbefall 2016, nach dem starken Anstieg im Vorjahr, zwar wieder leicht zurück, lag aber immer noch deutlich über demjenigen früherer Jahre. Zugenommen hat der Buchdruckerbefall 2016 vor allem in den südlichen Alpentälern und in Teilen Graubündens. So in der Leventina und im Valle di Blenio (Kanton Tessin) sowie in der Surselva, im Misox und im Calancatal (Kanton Graubünden), wo die Zahl der neuen, mehr als zehn Bäume umfassenden Befallsherde stark anstieg.

Erneute Trockenheit könnte Borkenkäferschäden hochschnellen lassen

Die Buchdrucker-Populationen sind zur Zeit in verschiedenen Regionen der Schweiz grösser als der naturgegebene eiserne Bestand dieser Insekten, die im Wald immer vorhanden und ein wichtiger Bestandteil dieses Ökosystems sind. Ob sich die im Hochsommer 2016 geschwächten Fichtenbestände erholen und wie sich die Buchdrucker-Populationen weiter entwickeln, hängt vor allem von der Witterung im Frühjahr und Sommer 2017, aber auch von den Bekämpfungsmassnahmen der Forstleute und Waldeigentümer ab. Werden die kommenden Monate anhaltend heiss und trocken oder ereignet sich während der Vegetationsperiode ein Sturm, der viele Bäume bricht oder umwirft, ist mit einer starken Vermehrung der Buchdrucker zu rechnen. Die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL empfiehlt daher, Borkenkäferaktivitäten nach wie vor aufmerksam zu überwachen und vom Buchdrucker befallene Fichten rechtzeitig zu nutzen. Anlässlich vermehrter Kontrollgänge in Fichtenwäldern, die unter Trockenheit oder anderen Störungen leiden, lässt sich frischer Borkenkäferbefall frühzeitig erkennen. 

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