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WSL-Mitarbeiter Bruno Fritschi installiert Messinstrumente am Dammbach.
Foto: WSL |
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Gletscher ziehen sich zurück, es bleiben Seen. Foto: Marcia Phillips / WSL |
An der Jahresmedienkonferenz des ETH-Rats hielt WSL-Direktor Konrad Steffen ein Referat zum Thema
Die Schweiz ist das Wasserschloss Europas: Knapp das Vierfache des Jahresniederschlags (durchschnittlich 146 cm/Jahr) ist in Seen, Grundwasser, Schnee, Gletschern und Flüssen gespeichert. So verfügt die Schweiz über 6% der Süsswasserreserven des Kontinents, obwohl sie nur 0,6% seiner Fläche einnimmt. Rund 200 Speicherseen liefern 30% des hier benötigten Stroms. Diese Speicherseen haben darüber hinaus schon heute eine wichtige Rolle, um Wasserabläufe zu regulieren und somit Überschwemmungen zu vermeiden. Solche Modellrechnungen und Versuche werden an der Versuchsanstalt für Wasserbau und Glaziologie der ETH Zürich durchgeführt. Prof. Dr. Konrad Steffen, Direktor der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL ist überzeugt, dass diese Rolle in Zukunft
wichtiger wird. «Mit dem Klimawandel nimmt die Rolle der Gletscher als Wasserspeicher und sommerliche Wasserquelle ab. Speicherseen müssen einen Teil dieser Funktionen übernehmen. Aber auch ihre Rückhaltekapazität bei Starkniederschlägen wird an Bedeutung gewinnen.» Denn auch mit dem Klimawandel
wird die Schweiz als Ganzes Wasser im Überfluss haben. «Unsere Modellierungen zeigen, dass die Vorräte abnehmen, aber bei keinem Modell auf null gehen. Und die Gesamtabflussmenge bleibt etwa gleich. Regional und saisonal sind jedoch spürbare Folgen zu erwarten. Während die Abflüsse im Hochgebirge leicht steigen, nehmen sie im Tessin deutlich ab.» Die Abflussspitzen werden früher im Jahr auftreten, da die Schneedecke bei höheren Temperaturen früher schmilzt. Wobei das Wetter einzelner
Jahre auch in Zukunft abweichen kann. «Dieses Jahr lag fast überall überdurchschnittlich viel Schnee», so Steffen. «Auch am Wochenende vom 20./21. April blieb er bis ins Flachland liegen. Einzelne Extremereignisse
sind heute und in Zukunft möglich.»