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Birmensdorf, 29.03.2017

Neues Buch über 300 Waldinsekten – lehrreich, lebendig, lesenswert

Insektenbuch Wermelinger

Cover des neuen Insektenbuchs. (grössere Ansicht)
Copyright: Haupt Verlag, Bern / WSL

 
Insektenbuch Wermelinger

Die Hain-Schwebfliege (Episyrphus balteatus) ist eine der häufigsten und verbreitetsten Schwebfliegen und damit eine wichtige Blüten-Bestäuberin. (grössere Ansicht)

 
Insektenbuch Wermelinger

Der Alpenbock (Rosalia alpina) ist einer der schönsten Bockkäfer und in ganz Europa geschützt. Die seltene Art braucht für die dreijährige Entwicklung schwach verpilzte, besonnte Buchenstämme. (grössere Ansicht)

 
Insektenbuch Wermelinger

Die Flügeladerung des Blattlauslöwen (Drepanepteryx phalaenoides) ist eine perfekte Imitation eines dürren Laubblattes. Fliegt diese Tarnung auf, lässt sich das Tier fallen und sieht mit eingezogenen Beinen auf dem Boden wie eine Buchecker aus. (grössere Ansicht)

 
Insektenbuch Wermelinger
Der Zimmermannsbock (Acanthocinus aedilis) entwickelt sich unter der Rinde von noch frischem Föhrenholz. Die männlichen Käfer haben unter den Bockkäfern die längsten Fühler. Diese können bis zu acht Zentimeter lang werden und das Fünffache der Körperlänge erreichen. (grössere Ansicht)
Fotos: Beat Wermelinger (WSL)
 
Hinweis zum Copyright: Die Eidg. Forschungsanstalt WSL stellt das Bildmaterial zur Bebilderung von Presseartikeln im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung kostenfrei zur Verfügung. Eine Übernahme der Bilder in Bilddatenbanken und ein Verkauf der Bilder durch Dritte sind nicht gestattet.

Käfer, Bienen, Wanzen und Libellen summen und krabbeln, nagen und saugen in jedem Wald. Von Nahem betrachtet sind die meisten von ihnen ästhetisch äusserst ansprechend. Darum kommt der WSL-Forscher Beat Wermelinger Waldinsekten nicht nur beruflich gerne nahe, er fotografiert sie auch eifrig. Mit den 580 faszinierenden Bildern seines neuen Buches "Insekten im Wald" entführt er Laien wie Fachleute in die schillernde Welt der Sechsbeiner.

Wenn wir im Wald unterwegs sind, nehmen wir Insekten oft nicht als Erstes wahr – und wenn, dann vorwiegend im negativen Sinne als Schädlinge oder lästige Plagegeister. Viele Insektenarten sind klein und unscheinbar, und spielen im Ökosystem Wald dennoch eine grosse Rolle: Sie bestäuben Blüten, bauen totes Holz oder Blätter ab, sind Nahrung für Vögel, transportieren Samen oder Pilzsporen, regulieren Schadorganismen und gestalten ganze Lebensräume.

Der an der WSL tätige Insektenforscher Beat Wermelinger stellt diese für Wald, Umwelt und Mensch extrem wichtige Tiergruppe ins Zentrum seines neuen Buches "Insekten im Wald - Vielfalt, Funktionen, Bedeutung". Er würdigt ihre verschiedenen ökologischen Funktionen und ökonomische Bedeutung durch knapp gehaltene, leicht verständliche Texte, die er mit 580 beeindruckenden, zum Teil grossformatigen Farbfotos illustriert. Der Biologe erforscht Waldinsekten schon seit 25 Jahren – und er ist ein begeisterter Fotograf mit einem Archiv von mehr als 14‘000 Insektenbildern.

Von Borkenkäferfeinden, Waldbienen und wundheilenden Fliegenlarven

Wermelinger zeigt in seinem Werk auch die Bedeutung dieser Tiergruppe für den Menschen auf, sei es als Verursacher wirtschaftlicher Schäden, wie bei der Borkenkäferart Buchdrucker, oder als Hersteller von nützlichen Produkten wie Honig, Seide, Farbstoffe, Lacke oder Wachs. Er berichtet auch über Kurioses wie Fliegenlarven, die dem Menschen beim Heilen von Wunden helfen. Besonders wichtigen Insekten wie den Waldameisen, dem Lärchenwickler oder den natürlichen Feinden des Borkenkäfers widmet der Entomologe eigene Kapitel. Zudem berichtet er über Arten, die mit Handelswaren oder Reisenden eingeschleppt werden, sowie über die Gefährdung seltener Waldinsekten.

Die vielfältigen Rollen dieser Tiere erläutert Wermelinger in dem im Haupt-Verlag erschienenen Buch anhand von rund 300 verschiedenen Insekten- und Spinnenarten.. Die informativen, sich auf wissenschaftliche Grundlagen stützenden Texte über die Vielfalt, Funktionen und Bedeutung der Sechsbeiner regen genauso zum Staunen an wie die vielen Details der Fühler, Mundwerkzeuge, Flügel und Härchen, die man auf den brillanten Fotos erkennt. All das macht das Buch auch zu einem attraktiven Bildband. Es richtet sich gleichermassen an Fachpersonen wie an interessierte Naturliebhaberinnen und -liebhaber.

Dr. Beat Wermelinger ist Leiter der Forschungsgruppe Waldentomologie an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Birmensdorf, und Dozent an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH, Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte sind Borkenkäfer und ihre natürlichen Feinde, Biodiversität, Sukzession nach Windwurf, Klimawandel und Neozoen.

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