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Birmensdorf / Lausanne, 15.01.2013

Klimawandel: Chancen für Tourismus in Waadtländer Alpen und Jura

Leysin VD
Leysin
Foto: José Crespo
 
Vallé de Joux VD
Wytweiden im Vallé de Joux
Foto: Sébastien Staub
 

Auch wenn es in den Waadtländer Bergregionen in Zukunft weniger schneit, wird sich der Tourismus an das veränderte Klima anpassen können und weiterhin zahlreiche Wintersportaktivitäten ermöglichen. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsbericht der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL.

Die Ergebnisse einer neuen, von Gaëlle Serquet und Martine Rebetez (WSL) erstellten Studie zeigen, dass in 20 Jahren in den Waadtländer Alpen und im Jura auf 1400 m Höhe Dreiviertel der Winterniederschläge in Form von Schnee fallen werden. Heute ist dies noch in 1200 m Höhe der Fall. In dieser Höhe wird es in zwei Jahrzehnten nur noch an der Hälfte der Niederschlagstage schneien, was heute in 1000 m Höhe der Fall ist. Aufgrund der ausgiebigen Niederschläge werden in beiden Bergregionen trotz dieser mittleren Höhenlage weiterhin Wintersportaktivitäten möglich sein, bei geringeren Schneehöhen vor allem in flacherem Terrain.

Vom heissen Mittelland in frische Bergregionen

Im Sommer hingegen wird das Klima den Touristen in den Alpen und im Waadtländer Jura angenehmere Temperaturen als heute bieten. Während im Schweizer Mittelland Hitzeperioden häufiger werden, bieten die Bergregionen ein von vielen Menschen geschätztes frischeres Klima, und das nahe der grossen Ballungszentren in der Westschweiz. Zudem wird sich die sommerliche Periode über einen längeren Zeitraum bis in den September und Oktober hinein erstrecken, die beiden trockensten Monate des Jahres.

Der Waadtländer Jura wird weiterhin oberhalb der Nebelgrenze viele Möglichkeiten für winterliche Aktivitäten bieten. Auch wenn dort seltener als heute Schnee fällt, werden weiterhin Sportarten wie vor allem Langlauf und Schneeschuhwandern möglich sein. Die Bedingungen zum Schlittschuhlaufen auf dem Lac de Joux oder für Wassersportaktivitäten während des Sommers werden sich in den kommenden Jahrzehnten kaum verändern. Wenn es für Aktivitäten in grosser Höhe andernorts zu kalt ist, profitieren die Waadtländer Alpen und der Jura weiterhin von relativ milden Temperaturen.

Tourismusverantwortliche in den Alpen wie auch im Jura können die kommenden Jahrzehnte nutzen, um sich allmählich an neue klimatische Bedingungen anzupassen. Dies im Sinne einer langfristigen Investition, denn der Klimwandel wird sich auch im 22. Jahrhundert fortsetzen.

Die Wissenschafterinnen der WSL haben den Bericht im Auftrag des Tourismusbüros des Kantons Waadt erarbeitet. Die Untersuchung sollte zeigen, wie sich der Klimawandel auf beide Regionen auswirkt und welche touristischen Aktivitäten dort in Zukunft möglich sind. Der Bericht verfeinert früher veröffentlichte Ergebnisse mit europäischer und nationaler Ausrichtung, die sich auf die Schneeverhältnisse in Abhängigkeit zur Meereshöhe beziehen.

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Mobil: 079 561 44 66

 

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