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11.09.2017

Internationale Summer School zu Landschaftsforschung

Gruppe_Summer_School_Landschaftsforschung
Fröhlicher Start in die Summer School Landschaftsforschung: Die 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Teil des Betreuungsteams in Filzbach (GL), wo die Summer School stattfand (grössere Version des Bildes).

Bild: Lisa Bose / WSL

 
Linthebene
Die Linthebene eignet sich gut, verschiedene Herausforderungen der Landschaftsforschung aufzuzeigen (grössere Version des Bildes).

Foto: Lisa Bose / WSL

 
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Im Rahmen einer Summer School zum Thema Landschaftsforschung setzten sich junge Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus der ganzen Welt eine Woche lang mit Daten, Werkzeugen und Modellen auseinander, mit denen sich Landschaftsmuster und -prozesse analysieren lassen. Als Studienregion stand dabei die Linthebene im Fokus.

Die Aussicht vom Kerenzerberg in die Linthebene, der Campingplatz Gäsi am Walensee, das Kaltbrunner Riet oder die Flussaufweitung Hänggelgiessen: Diese Orte tauchen in den wenigsten Schweizer Reiseführern auf. Doch 24 junge Landschaftsforschende aus der ganzen Welt besuchten Ende August genau diese Plätze in der Linthebene zwischen Walen- und Zürichsee. Die Region diente als Fallstudienregion für die Summer School «Landschaftsforschung», die die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL diesen Sommer erstmals anbot.

Während einer Woche lernten die jungen Forschenden Daten, Werkzeuge und Modelle kennen, mit denen sich Landschaftsmuster und -prozesse analysieren lassen, etwa die Zersiedelung und Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege. Obwohl die Teilnehmenden aus vielen verschiedenen Ländern kamen, etwa aus dem Iran, aus Pakistan, Vietnam, Schweden oder den USA, sind die Unterschiede in der Landschaft oft gar nicht so gross. «In der Schweiz sind die Siedlungen komplett anders aufgebaut als im Iran, die Landschaft und das komplexe Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur sind aber sehr ähnlich», erklärt Shekoufeh, Doktorandin an der Universität von Isfahan.

Konzipiert und organisiert haben die Summer School die beiden WSL-Landschaftsforscherinnen Janine Bolliger und Silvia Tobias. Ihr Ziel war es, den Teilnehmenden möglichst viele Methoden und Werkzeuge der Landschaftsforschung vorzustellen. So übten sich diese im Umgang mit Daten aus der Fernerkundung, lernten, wie sich verschiedene Landnutzungen mit dem Computer modellieren und Landschaftsveränderungen visualisieren lassen, und erfuhren, wie sich Landschaftsszenarien für die Zukunft einsetzen lassen, die zusammen mit der Bevölkerung erarbeitet wurden. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmenden einen Einblick, wie die Wissenschaft die Praxis bei Entscheiden zur nachhaltigen Landnutzung unterstützen kann.

Von der Nachwuchsförderung profitiert auch die Praxis

Zum Abschluss der Summer School präsentierten die Teilnehmenden mögliche Landschaftsforschungsprojekte für die Linthebene. Janine Bolliger freute sich, dass die Studierenden so viele der vorgestellten Werkzeuge in ihre Projektvorschläge einbauten. Auch die Teilnehmenden zogen ein positives Fazit. «Ich habe zum ersten Mal mit GIS-Daten gearbeitet, das werde ich für meine Arbeit brauchen können», sagt Mahsa, die in ihrer Doktorarbeit einen Vergleich zwischen den Grünflächen im Iran und in der Schweiz zieht.

Mit der Summer School, die in Zusammenarbeit mit dem Global Land Programme, den Universitäten Wageningen und Amsterdam und dem Center of Development and Environment (CDE) der Universität Bern entstand, leistet das Zentrum Landschaft der WSL einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von Landschaftsfachleuten. Dass das Angebot auf offene Ohren stiess, zeigt die lange Warteliste von Studierenden, die dieses Mal keinen Platz erhielten. 2019 wird die Summer School «Landschaftsforschung» voraussichtlich ein weiteres Mal angeboten, dann vom 7. bis 12. Juli 2019 im Anschluss an den IALE-Weltkongress in Mailand.

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