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WSL-Bericht

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  • Medienschaffende können die hochaufgelösten Bilder bei Bärbel Zierl bestellen: baerbel.zierl@wsl.ch

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Forschungsprogramm

WSL-Projekte zum Thema

12.05.2014

Zukunftsbilder für die Landschaft

Viele Menschen ziehen aus der Stadt aufs Land. Die Bewohner und lokalen Behörden der betroffenen Gebiete stehen daher vor der Frage: Wie sollen sich Siedlungen und Landschaft in den kommenden Jahren entwickeln? Im Rahmen des Forschungsprogramms "Raumansprüche von Mensch und Natur" hat die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in mehreren Workshops mit Vertretern ausgewählter Regionen Landschaftsvisionen für das Jahr 2030 erarbeitet. Zusätzlich haben Gymnasiasten eine Vision der Jugend entwickelt. Während der Treffen wurden die Ideen der Teilnehmenden laufend visualisiert. Ausgehend vom heutigen Zustand entstanden so Zukunftsbilder für die Landschaft, die nun in einem WSL-Bericht veröffentlicht sind.

Zukunftsbilder für das Luzerner Seetal

Quelle Bilder: Yvonne Rogenmoser ZHdK / Yvonne Rogenmoser Illustration

Hochdorf Zentrum Lindenberg - Baldeggersee
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Ausgangslage 2013
Das Zentrum ist wie viele Ortskerne in der Region unattraktiv und stark vom motorisierten Individualverkehr belastet.

Blick vom Herlisberg auf den Baldeggersee und den Lindenberg mit einer abwechslungsreichen Landschaft.
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Vision 2030

Das Zentrum ist vom Durchgangsverkehr entlastet und zu einer kleinstädtischen Begegnungszone umgestaltet. Urbane Wohnquartiere verdichten die Siedlung und betonen die Bedeutung als Regionalzentrum. Der öffentliche Verkehr wird mit einem zweiten Gleis ausgebaut.


Hochstammobstbäume und Intensivkulturen prägen die Landwirtschaft. Ein Aussichtsturm am Grat und ein Steg im Baldeggersee fördern und lenken die Naherholung. Auf der Krete des Lindenbergs stehen mehrere Windparks und Industriedächer sind mit Solaranlagen bestückt.
Hochdorf jung Seeblick_jung_550.jpg
Vision der Jugend

Hochdorf ist ein urbanes Zentrum mit einer belebten Fussgängerzone. Hochhäuser - jedoch keine Wolkenkratzer - prägen die Skyline und bieten grosszügigen, modernen Wohnraum. Die erste Häuserzeile bleibt erhalten und prägt weiterhin den traditionellen Charakter des Ortes. Die Ladenlokale der alten Gebäude werden wieder genutzt, vor allem für Kleiderläden.


Die Landwirtschaft spielt keine bedeutende Rolle mehr. Dafür wurde am Lindenberg aufgeforstet. Ein dichtes Busnetz reicht bis in die Dörfer an den Hängen. Ruder- und Segelboote, aber keine Motorboote dienen der Erholung auf dem See. Die Region produziert ihren Strom selbst mit erneuerbaren Energien. Auf dem Lindberg stehen etwa 10 Windturbinen. 

Zukunftsbilder für das Obere Freiamt, Sicht auf Merenschwand und Muri

Quelle Bilder: Natascha Jankovski ZHdK / WSL 

Freiamt_heute_550.jpg Freiamt_Vision_550.jpg Freiamt_negativ_550.jpg

Links: Ausgangslage 2013. Nachts ist klar zu erkennen, dass die Siedlungen noch gut in die Landschaft eingebettet sind. Sie breiten sich aber immer weiter aus.

Mitte: Positive Vision 2030.

Die erfolgreiche Innenverdichtung der Sielungen zeigt sich deutlich: Die Freiräume sind erhalten und die Siedlungen als klar abgegrenzte Einheiten in die Landschaft eingebettet. Statt Neubauten ausserhalb der Bauzone zu erstellen, werden nicht mehr genutzte landwirtschaftliche Betriebe abgebrochen.

Rechts: Negative Vision 2030. Die weitere Zersiedelung würde dazu führen, dass es nachts keine dunklen Räume mehr gibt und das gesamte Gebiet durch menschlich erzeugtes Licht erhellt ist. 

Die wichtigsten Resultate aus den Workshops für alle untersuchten Regionen zusammengefasst

  • Die Workshop-Teilnehmer wünschen, dass unbebaute Freiräume erhalten bleiben. Sie sollen landwirtschaftlich geprägt sein und als attraktive Erholungsräume erschlossen werden.
  • Ziel der zukünftigen Entwicklung ist es, Siedlungen trotz Bevölkerungswachstums nicht weiter auszudehnen, sondern nach innen zu entwickeln und zu verdichten.
  • Die regionalen Zentren sollen wachsen. Dabei ist ein urbaneres Bild möglich. Grundsätzlich sollen sie jedoch den dörflichen Charakter bewahren und ein aktives Dorfleben pflegen
  • Die Vertreter der betroffenen Regionen wollen die Dorfkerne vom Durchgangsverkehr entlasten und zu attraktiven Begegnungszonen umgestalten. ÖV und Langsamverkehr sollen stärker benutzt und ausgebaut werden.
  • Arbeitsplätze, insbesondere in angestammten Familienbetrieben sollen weiterbestehen sowie zusätzliche Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor hinzukommen.
  • Die Workshop-Teilnehmer erwarten zudem, dass Strom in erster Linie aus erneuerbaren Energien gewonnen werden wird.

Text: Bärbel Zierl

 

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