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21.12.2012 Alpwirtschaft punktet mit traditionell produzierten Lebensmitteln
Viele Konsumenten erwarten, dass ein Alpkäse mit viel Handarbeit hergestellt worden ist. In den Augen von Käsehändlern birgt die zunehmende Zahl grosser Alpkäsereien deshalb das Risiko, dass die Vielfalt traditioneller Alpkäse und Produktionsverfahren verloren gehen. Dies sind Ergebnisse aus dem Verbundprojektes AlpFUTUR, das die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL und Agroscope ART gemeinsam koordinieren. Welche Erwartungen haben Konsumenten an Alpprodukte? Ist auch in Zukunft mit guter Nachfrage nach Alpkäse zu rechnen? Diese und weitere Fragen beantwortet das Forschungsprojekt "Alpprodukte" (siehe Kasten), das im Rahmen des Verbundprojektes AlpFUTUR durchgeführt wurde. Die Befragung zeigt, dass das Interesse an Alpprodukten gross ist und zunimmt. Von den 537 auf Alpen und in alpnahen Touristenorten befragten Konsumentinnen und Konsumenten gaben über 90% an, schon Alpkäse konsumiert zu haben. Unverfälschte Lebensmittel im TrendAlpprodukte profitieren von aktuellen Konsumtrends. So besinnen sich Konsumenten vermehrt auf natürliche, unverfälschte Lebensmittel. Mit dem Herstellen von Alpprodukten erfüllen Älpler also verschiedene Funktionen: sie erfüllen moderne Kundenbedürfnisse nach regionalen und unverfälschten Lebensmitteln, sie erwirtschaften einen oft gewichtigen Teil des Einkommens, führen Traditionen weiter und tragen zur Selbstversorgung von Bauernfamilien im Berggebiet bei. Konsumenten schätzen an Alpprodukten vor allem, dass sie regional produziert werden (76,4% der Befragten). Alpprodukte gelten als natürlich (71%), geschmackvoll (67%) und frisch (56%) und ihre Herkunft als vertrauenswürdig (51%). Weiter ist den Konsumenten wichtig, mit dem Kauf von Alpprodukten die Alpwirtschaft zu unterstützen und zu wissen, auf welcher Alp ihr Produkt hergestellt wurde.Kunden zahlen gerne etwas mehr Befragte Käsehändler legen Wert auf die traditionelle Verarbeitung der Rohmilch und erwarten eine breite geschmackliche Vielfalt der verschiedenen Alpkäsetypen. Der Käsehandel bedient vor allem inländische, regionale Absatzmärkte mit Alpkäse. Wichtigster Absatzkanal der Alpbetriebe ist nach wie vor die Direktvermarktung auf der Alp und beim Produzenten. Die Spezialität Alpkäse lassen sich vor allem urbane Konsumenten etwas kosten: 81% der Befragten würden für Alpkäse einen um 8 bis 30% höheren Preis zahlen als für Käse aus dem Tal. Sie begründen dies mit dem Erhalt von Alpwirtschaft und Alpweiden (30%), der aufwändigen Herstellung von Alpkäse (29%) oder ihrer Verbundenheit mit der Alpwirtschaft (24%). Es gibt noch PotenzialDie befragten Konsumenten können es sich vorstellen, neben Alpkäse weitere, neue und innovative Alpprodukte zu konsumieren. Das Absatzpotenzial dürfte also noch nicht ausgeschöpft sein. Die Befragung von 262 Alpbetrieben deutet darauf hin, dass die Produktion von Alpkäse trotz fortschreitendem Strukturwandel Bestand haben wird. Kommt hinzu, dass den Produzenten ideelle Gründe, wie der Erhalt von Traditionen, wichtiger sind als Rentabilität und Absatzpotenzial. Dass die Alpkäseproduktion kontinuierlich steigt, zeigen Daten der Treuhandstelle Milch TSM, die von 2003 bis 2010 eine um 18% gesteigerte Alpkäseproduktion ausweisen. Gleichzeitig ging die Zahl der milchverarbeitenden Alpbetriebe von 2000 bis 2010 um 18% zurück. Die Alpkäseproduktion konzentriert sich also zunehmend auf weniger, jedoch grössere Alpbetriebe. Grösse der Alpkäsereien und Standardisierung bergen RisikenIn dieser Entwicklung sehen die befragten Käsehändler nicht nur Chancen. Sie befürchten, dass parallel zu den steigenden Produktionsmengen pro Betrieb eine Standardisierung der Alpkäseproduktion einhergeht und die geschmackliche Vielfalt beim Alpkäse verarmt. Wird die Erwartung der Konsumenten nach der handwerklichen, traditionellen Herstellung nicht mehr erfüllt, könnte dies das gute Image und den Vermarktungserfolg des Alpkäses gefährden.
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