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13.05.2013

Zweite Auflage von „Data Analysis in Vegetation Ecology“

Cover page "Data Analysis in Vegetation Ecology"
Frontseite von "Data Analysis in Vegetation Ecology"
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Inwiefern wird die Pflanzendecke durch Umweltfaktoren, durch Evolutionsprozesse oder menschliche Eingriffe geprägt? Anhand vieler Beispiele zeigt der Autor, wie sich diese Frage mittels Datenanalyse und Interpretation beantworten lässt. Und er gibt dabei neu Einblicke in die bei Wissenschaftlern teils beliebte, ab und zu auch gefürchtete Gratissoftware „R“. Das Buch ist  bei Wiley-Blackwell in seiner erweiterten, zweiten Auflage erschienen.

 „Neu“ gegenüber der ersten Auflage ist die Berücksichtigung zahlreicher moderner Methoden, vor allem aber die lückenlose Anleitung zum Nachvollzug der vielen Beispiele auf dem eigenen Computer. „Alt“ ist die Grundproblematik der Pflanzenökologie, die Frage, wie weit die Pflanzendecke durch Umweltfaktoren, Evolutionsprozesse und die Eingriffe des Menschen geprägt ist. Das sind Probleme, die in vielen Forschungsprojekten eine zentrale Rolle spielen.


Zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts war Vegetationsökologie eine Disziplin, die weit gehend auf Erfahrung beruhte. Dann entdeckten Pioniere, dass Lösungsansätze auf der Basis der neu entstandenen multivariaten Statistik vielversprechend waren. Autor Otto Wildi, Forscher an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, hat schon vor Jahrzehnten begonnen, „Normalverbrauchern“ diese Errungenschaft zugänglich zu machen – nicht zuletzt durch die Entwicklung entsprechender Computersoftware.


Die zweite Auflage von „Data Analysis in Vegetation Ecology“ bringt die Softwarethematik auf den neuesten Stand. Im Buch finden sich genaue Anweisungen wie die Probleme in „R“ zu lösen sind. „R“ ist eine moderne Software- und Programmierumgebung für die Naturwissenschaften, die  momentan einen nie gesehenen Aufschwung erlebt - und völlig kostenlos ist. Die Verwendung von R hat auch ihren Preis, denn R ist nicht immer einfach zu verstehen. In der Einleitung steht denn auch: „Es ist allgemein bekannt, dass viele Wissenschaftler, die R benützen, davon begeistert sind, jene die es meiden, eher Furcht empfinden.”


Das Buch hat nach Aussage des Autors die Aufgabe, den Lesern eben diese Furcht zu nehmen. Wie schon die erste Auflage, so präsentiert sich auch die zweite als eine grundlagenorientierte Einführung in die Vegetationsökologie. Vegetation wird dabei als Naturphänomen verstanden, wie es van der Maarel (2005) definiert hat: „Vegetation lässt sich vereinfacht als System spontan wachsender Pflanzen definieren. Was die Menschen in Gärten und Feldern pflanzen gehört folglich nicht dazu.“ Gegenstand des Buches sind Interaktionen, jene zwischen Vegetation, Umwelt, Raum und Zeit. Es führt von der Erkennung einfacher Vegetationsmuster schrittweise zur Vegetationsmodellierung und es vermittelt die technischen Grundlagen zur Entwicklung einfacher Szenarien, alles mithilfe von R.


Der Autor verspricht nirgends, eine (weitere) Einführung in R zu geben. Schon eine kurze Durchsicht des Buches zeigt aber, dass genau dies der Fall sein dürfte. Wer also an R interessiert ist, kann sich durchaus an das Buch halten, wobei elementare Grundkenntnisse in Vegetationsökologie vorausgesetzt werden. Das Buch hat ein eigenes R-Paket, „dave“, ein Kürzel des Buchtitels. Interessenten können das Paket jederzeit von CRAN herunterladen.

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