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09.09.2015

Der höchstgelegene Baum der Schweiz

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So gedeiht ein Champion: Noch unbemerkt von Gämsen wächst dieser Winzling von 11 cm Höhe (lotrecht gemessen) aus einer Felsspalte auf 2765 m über Meer .   (für grosse Version bitte klicken).
Foto: Urs-Beat Brändli / WSL

 
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Die Länge der Stammachse, also die Summe der Triebe, der nicht ganz lotrecht wachsenden Rekordhalterin beträgt sogar 17 cm. Die Jahrestriebe sind je nach Jahr 1,0 bis 2,5 cm lang. Diese junge Arve dürfte also rund 10 Jahre alt sein .   (für grosse Version bitte klicken).
Foto: Urs-Beat Brändli / WSL
 
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Diese beiden Arven stehen auf 2520 m über Meer und haben 1.30 m über dem Boden einen Stammdurchmesser von 29 und 22 cm. Die durchschnittlichen Jahrringbreiten im Gebiet lassen auf ein Alter von über 300 Jahren schliessen. (für grosse Version bitte klicken)
Foto: Urs-Beat Brändli / WSL
 
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Matterhorn, Dent Blanche, Ober Gabelhorn und Zinalrothorn. Davor in der Bildmitte, unter einer Hochebene, das Felsband, wo ebenfalls Arven auf über 2700 m im besonnten linken Teil wachsen. (für grosse Version bitte klicken)
Foto: Urs-Beat Brändli / WSL
 
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Rekord oberhalb von Zermatt? Die zähe, 11 cm hohe Arve auf 2765 m Meereshöhe, die Mitarbeiter der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL am Unterrothorn gefunden haben scheint der am höchsten gelegene Baum der Schweiz zu sein. Wer Bäume kennt, die in noch grösseren Höhen wachsen, kann diese ins Logbuch des Schweizerischen Landesforstinventars (LFI) eintragen.

In Europa wächst die Arve, gefolgt von der Lärche, in höheren Lagen als jede andere Baumart. Die höchste LFI-Probefläche mit Arven, auf der Mitarbeitende der WSL alle neun Jahre den Waldzustand beurteilen, liegt in einer Höhe von 2283 m über Meer. Die Literatur dokumentiert jedoch weit höher gelegene Vorkommen. So zitiert Urs-Beat Brändli, der Leiter des wissenschaftlichen Dienstes des LFI, im Baumartenportrait der Arve eine Quelle aus dem Jahr 1909, wonach bei Plattje oberhalb von Saas Fee eine Arve auf 2585 m stehen soll. Gefunden hat Brändli diese Arve bisher allerdings nicht. Doch die Analyse von Luftbildern hat ihn ins Nachbartal nach Zermatt geführt. Und nach einer mehrtägigen Suche fand er am Nordhang des Gornergrates einige kleine Arven auf 2745 m in einer unzugänglichen Felswand. Das grösste Exemplar ist zirka 2,2 m hoch und hat in 1,3 m Stammhöhe einen Durchmesser von ungefähr 6 cm. Schliesslich fand Brändli auf 2765 m einen erst 11 cm hohen Winzling, in einer Felsspalte am nahe gelegenen Unterrothorn.

Einladung: Die höchst gelegenen Bäume ins neue Logbuch eintragen

Ist das der Schweizer Rekord, vielleicht sogar Europarekord? In der Literatur finden sich nur wenige Angaben über höhere Fundorte. Diese Standorte sind jedoch entweder nicht beschrieben oder so unpräzise dokumentiert, dass es nicht möglich ist, sie zu überprüfen. Denn Fundmeldungen ohne Koordinaten und Fotos sind keine verlässlichen Quellen. Deshalb eröffnet das LFI nun ein öffentliches Log- oder Feldbuch (Meldestelle), in das Spezialisten wie auch Laien ihre Funde eintragen können, nicht nur für die Arve, sondern für alle Gehölzarten an der Obergrenze ihrer Verbreitung. Die Minimalgrösse eines Baumes oder Strauches muss lotrecht gemessen 10 cm betragen. Ab dieser Pflanzenhöhe erfassen LFI-Mitarbeiter die Gehölzarten. Sie sammeln alle Fundmeldungen, die den Anforderungen entsprechen, und publizieren diese ab Januar 2016, für die Allgemeinheit einsehbar, laufend auf der Webseite des LFI.

Grundlage für die Forschung

Feld-Teams des LFI werden die bedeutendsten Funde für die Forschung vor Ort überprüfen, vor allem Arven, Lärchen, Fichten die in der Schweiz die obere Waldgrenze bilden. Die Forstfachleute ermitteln dann die Lage-Koordinaten exakt und vermessen die Gehölze detailliert (Höhe und Länge der Pflanze, Durchmesser an der Basis und auf 1,3 m Höhe, Länge der Jahrestriebe). Diese Bäume bilden die Basis für eine langfristige wissenschaftliche Messreihe an der Baumgrenze. Mit künftigen Messungen soll untersucht werden, wie sich das Pflanzenwachstum in der so genannten Kampfzone im Verlaufe der Zeit entwickelt. Damit entstehen wertvolle Hinweise, wie sich die Klimaveränderung auf die Verbreitung einzelner Baumarten auswirkt.

Das LFI erfasst unter anderem die Höhenverbreitung der Gehölzarten in der Schweiz, ein Thema, das auch unter dem Aspekt der Klimaveränderung von Interesse ist. Eine Stichprobenerhebung wie das LFI ist aber nicht in der Lage, Extremwerte zu entdecken, denn mit landesweit 6500 Probeflächen von je 500m2 Fläche, können seltene Ereignisse „durch das Stichprobenetz fallen“.

Weitere Informationen und das Meldeformular finden Sie unter:

http://www.lfi.ch/resultate/meldungen/hohefundorte.php

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