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23.05.2012

WSL-Jahresbericht 2011: Forschung nützt der Gesellschaft

Porträts Mitarbeitende WSL

Porträts "Der Mensch und sein Schmuckstück": Über 500 Mitarbeitende leisten an der WSL ihren Beitrag zur Umweltforschung. Neun von ihnen werden in diesem Jahresbericht vorgestellt – zusammen mit ihrem "Schmuckstück". Die authentischen Bilder im Reportagenstil erlauben einen privaten Blick auf Mitarbeitende der WSL.

Fotos: www.nikkolrot.com

Der soeben erschienene Jahresbericht der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL zeigt, wie Forschende aus 20 Ländern gesellschaftsrelevante Themen bearbeiten. Aus zahlreichen Studien lassen sich Lösungsansätze für aktuelle Problemstellungen ableiten, beispielsweise zu Fragen des Schutzes vor Naturgefahren, der nachhaltigen Nutzung von Wald und Landschaft, der Energiegewinnung aus Holz und Wasser sowie des Klimawandels.

Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF testet neue Technologien für die Lawinenforschung: Ein Radar, das lawinenkritische Schichten in der Schneedecke aufspürt, und Systeme, die auch bei schlechter Sicht Lawinenabgänge und erfolgreiche Sprengungen erfassen. Beide Technologien zielen darauf, Lawinendiensten und Sicherheitsverantwortlichen noch bessere Informationen über Schneebeschaffenheit beziehungsweise Lawinenaktivität in einem bestimmten Gelände zu liefern.

Der Schutz vor Naturgefahren ist teuer. Doch wie viel Geld ist die Bevölkerung bereit, dafür zu zahlen? Eine Fallstudie der WSL in Andermatt zeigt, dass die Zahlungsbereitschaft für Lawinenschutz bei durchschnittlich etwa 450 Franken pro Haushalt liegt. Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Schutzwald die vorteilhafteste Lösung. Dies jedoch nur, wenn seine Schutzwirkung dauerhaft erhalten werden kann. Pflegemassnahmen sind also zentral.

Langfristige Versuchsflächen dienen auch kurzfristigen Fragen

Insbesondere in Wäldern erfasst die WSL seit über 125 Jahren grosse Mengen an Daten, die für die Einschätzung von aktuellen Entwicklungen wertvoll sind. Diese langfristigen Datenreihen geben beispielsweise Auskunft darüber, wie das Klima das Baumwachstum verändert oder wie der steigende Holzbedarf gedeckt werden kann, ohne die ökologischen und sozialen Werte des Waldes zu schmälern. Die Untersuchungen werden ergänzt durch ein Monitoring in Waldreservaten, durch das Landesforstinventar (LFI) und die langfristige Wald-Ökosystemforschung (LWF), bei der 19 Waldflächen in der ganzen Schweiz unter intensiver Beobachtung stehen. Was die Bevölkerung vom Wald erwartet und über ihn denkt, hat die WSL zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) in dem Projekt "Waldmonitoring Soziokulturell (WaMos)" analysiert. Kurz zusammengefasst: die Menschen gehen häufig in den Wald, sind mit diesen Aufenthalten zufrieden und schätzen seine vielfältigen Leistungen.

Landschaftsbilder erhalten neuen Wert

Eine von der WSL entwickelte neue Software ermöglichst erstmals, aus alten Fotos herzuleiten, wie sich die Landschaft in den letzten 200 Jahren entwickelt hat. Mit wenigen verfügbaren digitalen markanten Punkten oder Bauten im Gelände lassen sich im Foto enthaltene Elemente wie Hecken und Einzelbäume auf einer Landkarte exakt lokalisieren. Erste Feldtests zeigen: Die Genauigkeit ist bestechend. Ebenfalls neu ist die Software "BatScope", die Laute von 28 der 30 jemals in der Schweiz vorkommenden Fledermausarten visuell darstellt. Die Software vereinfacht das Monitoring der Tiere wesentlich und trägt so zum Schutz der gefährdeten Fledertiere bei.

Mehrere Forschungsteams sind auf geschichtlichen Pfaden unterwegs. Während Vegetationskundler und Genetiker verfolgen, wie Pflanzen den Alpenraum besiedelten, tragen Forstwissenschafter und Historiker alte Nutzungsformen im Wald zusammen und dokumentieren sie mit eindrucksvollen Texten, Bildern und Filmen. Die historischen Studien erhalten wertvolles handwerkliches Know-how und helfen, den aktuellen Zustand von Wäldern zu erklären.

Energie aus Holz und Wasser

Neue Studien zum Holz im Schweizer Wald und zur Wasserkraft ergeben: Die Schweiz wird auch in Zukunft viel Energie aus erneuerbaren Ressourcen gewinnen können und das Wasserschloss Europas bleiben. Die aus Wasserkraft gewonnene Energie wird durch die Klimaerwärmung voraussichtlich regional schwanken, in ihrer gesamten Leistung aber kaum beeinträchtigt werden.

Zu diesen und zahlreichen anderen Themen gibt es im WSL-Jahresbericht umfangreiche Neuigkeiten sowie Links zu weiterführenden Informationen.

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