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01.10.2012

Neues WSL-Merkblatt: Pilze schützen und fördern

Holz abbauender Pilz
Der Rötliche Holzritterling (Tricholomopsis rutilans) gehört zu den saprophytischen Pilzen und baut organisches Material ab; im Bild ein Baumstumpf.
Foto: B. Senn-Irlet
 
Pilzsammler
Zu den beliebtesten Speisepilzen zählen Steinpilze, Eierschwämme, Morcheln, Reizker, Maronen-Röhrlinge, Herbst-Trompeten und die Parasolpilze.
Foto: Hans-Peter Neukom
 

Wer bedrohte Pilzarten erhalten will, muss deren natürliche Lebensräume schützen. Was muss man dazu wissen? In einem neuen Merkblatt fasst die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL die aktuellen Kenntnisse über die Gefährdung und den Schutz der Pilze in der Schweiz zusammen und bietet konkrete Entscheidungshilfen für einen sinnvollen Pilzschutz.

Früher bildeten Speisepilze für den Menschen in erster Linie eine wertvolle Zusatznahrung. Unterdessen wurde das private Pilzsammeln zur beliebten Freizeitbeschäftigung, was den Sammeldruck auf die Pilze erhöhte. Pilzschutzmassnahmen wurden gefordert und eingeführt. Die wichtigste Schutzmassnahme für bedrohte Pilzarten besteht im Schutz und in der Erhaltung ihrer natürlichen Lebensräume. Dazu kommen noch artspezifische Biotopschutzmassnahmen wie das Erhalten von Alt- und Totholzinseln in Wäldern.

1975 startete im neuen Pilzreservat La Chanéaz im Kanton Freiburg eine Langzeitstudie, um wissenschaftliche Erkenntnisse über die Ökologie von Waldpilzen und deren möglichen Gefährdungen zu erlangen und den Einfluss des Pilzsammelns auf die Pilzflora zu untersuchen. Das Pilzreservat La Chanéaz ist national wie international einzigartig. Nirgendwo auf der Welt wurde bisher über einen so langen Zeitraum die Entwicklung der Pilzflora genau untersucht. Die vermuteten schädlichen Auswirkungen des erhöhten Sammeldruckes auf das Pilzvorkommen wurden indes nicht bestätigt: Nicht das Sammeln von Pilzen ist für den Rückgang einiger Pilzarten verantwortlich, sondern die Veränderung und Schädigung ihrer Lebensräume. Die grossen Veränderungen in der Landnutzung haben die Pilzflora stark beeinflusst. Viele Pilze reagieren zudem sensibel auf Luftverschmutzung, so dass deren Anzahl zurückging.

Das Datenzentrum SwissFungi, das im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL betrieben wird, dient in erster Linie der Erarbeitung von Roten Listen und gibt den Behörden wichtige Hinweise auf das Vorkommen schutzbedürftiger Arten. Die Liste der national prioritären Arten dient als ergänzendes Instrument zu den Roten Listen. Es ist auch eine Vollzugshilfe für die Prioritätensetzung in der Arten- und Lebensraumförderung. 2012 sind als Vollzugshilfen für die Naturschutzbehörden Merkblätter zu den zwölf national geschützten und zu weiteren prioritär zu fördernden Pilzarten ausgearbeitet worden.

Kontakt

Weiterführende Informationen

SwissFungi: Verbreitungsatlas der Pilze der Schweiz
Swissfungi

Herbstzeit ist Pilzsuch-Zeit. Aber kommen Steinpilz und Eierschwamm in den Wäldern meines Wohnortes überhaupt vor? Wo wächst der Tintenfischpilz? Was ist das Verbreitungsgebiet der Stinkmorchel? Habe ich einen seltenen Pilz gefunden? SwissFungi gibt Antwort.

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Daten- und Informationszentren für Flechten und Pilze
Datenzentren Pilze u. Flechten

Die WSL pflegt die nationalen Datenzentren für Pilze und Flechten, dokumentiert deren Bestandesentwicklung und erarbeitet die Roten Listen für beide Organismengruppen.

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