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Birmensdorf, 02.10.2017

Gemeinsam forschen für gesunde Wälder

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Vertrocknende Föhren im Wallis, zu hohe Stickstoffeinträge in Wälder, invasive Insekten: Die Wälder in der Schweiz stehen unter Druck. Forschende verschiedenster Institutionen erkunden diese Herausforderungen. Um ihr Know-how und ihre Infrastruktur am besten einzusetzen, haben sie ihre Kräfte nun im „SwissForestLab“ gebündelt, initiiert von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL.

Wald bedeckt ein Drittel unseres Landes. Das Waldgesetz schützt ihn seit über 140 Jahren, damit der Mensch ihn langfristig für die Holznutzung, den Schutz vor Naturgefahren, als Erholungsraum und zur Bereitstellung sauberen Grundwassers nutzen und die Biodiversität erhalten kann. Die Waldforschung liefert dazu die Wissensgrundlagen. So forschen Schweizer Waldwissenschaftler auf tausenden langfristiger Beobachtungsflächen, diagnostizieren neue Krankheitserreger oder pflanzen Jungbäume in Klimakammern mit kontrolliertem Wasserhaushalt.

Die dringlichsten Fragen aber, die der Klimawandel und menschliche Einflüsse mit Blick auf die Waldentwicklung aufwerfen, sind in kurzfristigen, an eine Institution gebundenen Projekten nur beschränkt zu erforschen. Deshalb wollen die Waldforschenden künftig im soeben von der WSL lancierten Netzwerk SwissForestLab noch enger als bisher zusammenarbeiten, bestehende Infrastrukturen für gemeinsame Projekte nutzen und die Umsetzung neuer Erkenntnisse in die Praxis vorantreiben. „Ziel ist es, die Komplexität der Waldökosysteme und ihre nachhaltige Nutzung in einer sich verändernden Welt besser zu verstehen“, sagte Mitinitiator Arthur Gessler, Waldökologe an der WSL, anlässlich des Eröffnungssymposiums am 5. September.

Das Netzwerk startet mit drei Initialprojekten, die eine Anstossfinanzierung der WSL von insgesamt 615‘000 Franken erhalten. Sie widmen sich drei der drängendsten Themenkreise in der Waldforschung: Der Entwicklung neuer Baumkrankheiten am Beispiel des Eschentriebsterbens, der besseren Vorhersage des Waldwachstums und damit der verfügbaren Biomasse – zum Beispiel für die Energieerzeugung – sowie der Anpassung der Wälder an extreme Ereignisse wie Dürre, Hitzewellen und Spätfrost.

Grossprojekte planen

Auch andere Projekte, die am Symposium vorgestellt wurden, könnten von der besseren Vernetzung unter dem Dach des SwissForestLab profitieren. Will man etwa herausfinden, ob der Klimawandel die Baumsterblichkeit tatsächlich erhöht oder wie stark Bäume unter Ozonschäden leiden, hilft es, wenn man die Daten möglichst vieler langfristiger Beobachtungsflächen und intensiv untersuchter Bäume bündeln und gemeinsam auswerten kann. Besonders für Grossprojekte ist breit abgestütztes Know-how hilfreich. WSL-Forscher etwa planen auf 30 bis 50 Jahre Beobachtung angelegte Testpflanzungen, um die Reaktion des Schweizer Waldes auf den fortschreitenden Klimawandel zu überwachen. Forschende der Universität Basel legen derzeit ein 20 Jahre dauerndes Trockenheitsexperiment an, für das unter anderem ein Kran in die Baumkronen und ein 2000 m2 grosses Regendach gebaut werden sollen.

Mitglieder des SwissForestLab können sowohl einzelne Wissenschaftler als auch Forschungsgruppen werden, die ein konkretes Projekt und/oder eine Infrastruktur einbringen. Zurzeit sind neben der WSL auch Forschende der ETH Zürich, die Universitäten Zürich, Basel und Bern sowie das BAFU beteiligt. Für die Zukunft wird erwartet, dass alle wichtigen Universitäten und Forschungseinrichtungen der Schweiz, die sich mit Fragen des Baumwachstums und der Waldentwicklung auseinandersetzen, beteiligt sein werden. Für den Austausch und die Nachwuchsförderung sind Konferenzen, Workshops und Summerschools geplant.

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