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Medienmitteilung WSL, 14.03.2012

Oktoberhochwasser prägen Unwetterschäden 2011

Unwetterschäden Wiler, Lötschental VS
In Wiler (Lötschental, Wallis) trat der Milibach am 10. Oktober 2011 über die Ufer (für grosse Version bitte klicken).
Foto: Jules Seiler, Geoplan AG
 
Unwetterschäden 2011 Schweiz
Ort und Ausmass der Unwetterschäden 2011 (Kartengrundlage: BFS GEOSTAT / Bundesamt für Landestopo­gra­phie; für grosse Version bitte klicken).
Grafik: WSL
 
Unwetterschäden 2011, Schadensumme
Entwicklung der jährlichen Schadenssummen durch Naturereignisse 1972 bis 2011 (teuerungsbereinigt, Basis 2011; für grosse Version bitte klicken).
Grafik: WSL
 
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Rutschungen, Murgänge, Hochwasser, Steinschlag und Felssturz verursachten 2011 in der Schweiz Schäden von knapp 120 Millionen Franken. Das ist deutlich weniger als der Durchschnitt von rund 344 Millionen Franken. Dies zeigen Auswertungen der landesweiten Unwetterschadens-Datenbank der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL.

Rund 71% der Gesamtschäden 2011 sind auf das Ereignis vom 10. Oktober zurückzuführen, als in den Kantonen Bern, Wallis und Glarus lang anhaltende Niederschläge und eine bis in höhere Lagen rasch einsetzende Schneeschmelze zu Schäden von rund 85 Millionen Franken führten. Am schwersten betroffen waren das Lötschental VS und das Berner Oberland, wo zahlreiche Bäche über die Ufer traten und Schaden anrichteten, vor allem an Gebäuden, Verkehrswegen und Wasserläufen.

Der Anteil der von Gewittern verursachten Schäden (27%) an der Gesamtschadenssumme war im Jahr 2011 deutlich geringer als in den drei Jahren zuvor. Dennoch waren Gewitter in den Monaten Juni und Juli die wichtigste Schadensursache. So führten heftige Gewitter z.B. am 10. Juli vor allem in der Ostschweiz zu massiven Überschwemmungen, insbesondere in Herisau AR. Am 13. Juli entstanden vor allem in den Kantonen Aargau, Tessin, Zürich und Solothurn Schäden durch heftige Regenfälle, Windböen und Hagelstürme. Und am 18. August wurde zwischen Giswil und Lungern OW infolge eines heftigen Gewitters die Nationalstrasse und das Bahntrassee mit Geröll verschüttet.

97% der Gesamtschadenssumme des Jahres 2011 sind auf Wasserprozesse einschliesslich der Verfrachtung von Geschiebe und auf Murgänge zurückzuführen. Der Prozentsatz entspricht in etwa dem Anteil aller Schäden durch Wasserprozesse an den Gesamtschäden seit 1972. Schäden durch Rutschungen, Steinschlag und Felssturz fielen gering aus (nur 3 % der Gesamtschadenssumme). Es ereignete sich jedoch ein Todesfall infolge eines Steinschlags in Poschiavo GR im Juli.

Schadenssumme unterdurchschnittlich

Obwohl sich 2011 beinahe doppelt so hohe Schäden wie im Jahr 2010 ergaben, geht das Jahr 2011 als geringes bis mässiges Unwetterschadensjahr in die Statistik ein, denn der Wert liegt unter dem teuerungsbereinigten, langjährigen Mittel (1972-2010) von etwa 344 Millionen Franken. Das Jahr 2011 verursachte nur etwa 4% der Schadenskosten, die als Folge des Hochwassers vom August 2005 anfielen. Ein Grund für die verhältnismässig geringen Schäden liegt in den landesweit ausgeprägten Trockenperioden im Frühjahr und Herbst. Dies widerspiegelt sich in den ausgesprochen tiefen Schadenssummen der ersten fünf Monate des Jahres 2011.

Die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL sammelt seit 1972 systematisch Informationen über Unwetterschäden. Die mit Unterstützung des Bundesamtes für Umwelt BAFU erstellte Datenbank enthält Angaben zu Schäden durch Hochwasser, Murgänge und Rutschungen sowie, seit 2002, zu Steinschlag, Fels- und Bergsturz. Schäden als Folge von Lawinen, Schneedruck, Erdbeben, Blitzschlag, Hagel und Sturmwind werden in den Auswertungen nicht berücksichtigt. Die Abschätzung der Schäden basiert hauptsächlich auf Medienberichten. Die Daten stehen Fachleuten auf Anfrage zur Verfügung und bilden eine wichtige Grundlage zur Gefahrenbeurteilung.

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