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Medienmitteilung WSL, 14.03.2012 Oktoberhochwasser prägen Unwetterschäden 2011
Rutschungen, Murgänge, Hochwasser, Steinschlag und Felssturz verursachten 2011 in der Schweiz Schäden von knapp 120 Millionen Franken. Das ist deutlich weniger als der Durchschnitt von rund 344 Millionen Franken. Dies zeigen Auswertungen der landesweiten Unwetterschadens-Datenbank der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Rund 71% der Gesamtschäden 2011 sind auf das Ereignis vom 10. Oktober zurückzuführen, als in den Kantonen Bern, Wallis und Glarus lang anhaltende Niederschläge und eine bis in höhere Lagen rasch einsetzende Schneeschmelze zu Schäden von rund 85 Millionen Franken führten. Am schwersten betroffen waren das Lötschental VS und das Berner Oberland, wo zahlreiche Bäche über die Ufer traten und Schaden anrichteten, vor allem an Gebäuden, Verkehrswegen und Wasserläufen. Der Anteil der von Gewittern verursachten Schäden (27%) an der Gesamtschadenssumme war im Jahr 2011 deutlich geringer als in den drei Jahren zuvor. Dennoch waren Gewitter in den Monaten Juni und Juli die wichtigste Schadensursache. So führten heftige Gewitter z.B. am 10. Juli vor allem in der Ostschweiz zu massiven Überschwemmungen, insbesondere in Herisau AR. Am 13. Juli entstanden vor allem in den Kantonen Aargau, Tessin, Zürich und Solothurn Schäden durch heftige Regenfälle, Windböen und Hagelstürme. Und am 18. August wurde zwischen Giswil und Lungern OW infolge eines heftigen Gewitters die Nationalstrasse und das Bahntrassee mit Geröll verschüttet. 97% der Gesamtschadenssumme des Jahres 2011 sind auf Wasserprozesse einschliesslich der Verfrachtung von Geschiebe und auf Murgänge zurückzuführen. Der Prozentsatz entspricht in etwa dem Anteil aller Schäden durch Wasserprozesse an den Gesamtschäden seit 1972. Schäden durch Rutschungen, Steinschlag und Felssturz fielen gering aus (nur 3 % der Gesamtschadenssumme). Es ereignete sich jedoch ein Todesfall infolge eines Steinschlags in Poschiavo GR im Juli. Schadenssumme unterdurchschnittlich Obwohl sich 2011 beinahe doppelt so hohe Schäden wie im Jahr 2010 ergaben,
geht das Jahr 2011 als geringes bis mässiges Unwetterschadensjahr in die
Statistik ein, denn der Wert liegt unter dem teuerungsbereinigten, langjährigen
Mittel (1972-2010) von etwa 344 Millionen Franken. Das Jahr 2011 verursachte nur
etwa 4% der Schadenskosten, die als Folge des Hochwassers vom August 2005
anfielen. Ein Grund für die verhältnismässig geringen Schäden liegt in den
landesweit ausgeprägten Trockenperioden im Frühjahr und Herbst. Dies
widerspiegelt sich in den ausgesprochen tiefen Schadenssummen der ersten fünf
Monate des Jahres 2011.
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