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Medienmitteilung WSL, 14.03.2013 Geringe Sachschäden, aber fünf Todesfälle im Unwetterjahr 2012
Rutschungen, Murgänge, Hochwasser sowie Steinschlag und Felssturz verursachten 2012 in der Schweiz Sachschäden von knapp 40 Millionen Schweizer Franken – deutlich weniger als im langjährigen Durchschnitt der Jahre 1972-2011. Die meisten Schäden verursachten Hochwasser und Murgänge sowie die drei Felsstürze, die in Gurtnellen (Kanton Uri) die Bahnlinie verschütteten. Insgesamt waren im Jahr 2012 fünf Todesfälle zu beklagen, die alle auf Steinschlag und Felssturz zurückzuführen sind. Dies zeigt die Auswertung der landesweiten Unwetterschadens-Datenbank der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Hochwasser und Murgänge verursachten 2012 mit geschätzten 28 Millionen Franken die meisten Unwetterschäden. Den grössten Anteil lösten die Hochwasser in der zweiten Jahreshälfte aus. Der im Jahresvergleich relativ hohe Schadensanteil an Sturzprozessen wie Steinschlag, Fels- und Bergsturz (Schätzung 10 Mio. Fr.) ist vor allem auf die Ereignisse in Gurtnellen (Kanton Uri) zurückzuführen. Erd- und Gesteinsmassen verschütteten die Geleise der Gotthardbahn im Verlaufe des Jahres mehrmals (am 7. März, 5. Juni und 14. November). Beim Ereignis im Juni kam dort bei Hangsicherungsarbeiten ein Bauarbeiter ums Leben, zwei weitere wurden mittelschwer verletzt. In derselben Gemeinde ereignete sich im Jahr 2006 ein Ereignis mit ähnlich hohen Schäden, als mehrere Felsbrocken auf die Autobahn stürzten und zwei Personen unter sich begruben. Doch nicht nur Gurtnellen war 2012 von Sturzereignissen betroffen: In Preonzo (Kanton Tessin) ereignete sich am 15. Mai ein imposanter Felssturz, der im Verhältnis zu seiner Grösse zu geringen Sachschäden führte. In Tschlin (Kanton Graubünden) verschütteten Felsbrocken am 30. März einen Reisecar (ohne Passagiere) und einen Personenwagen. Der Buschauffeur überlebte das Unglück leider nicht. Und in Saint-Gingolph (Wallis) und unterhalb vom Säntis (Hundwil, Appenzell Ausserrhoden) ereigneten sich Steinschläge, durch die drei Personen starben. "Die Zahl der Todesopfer durch Sturzprozesse, die wir seit 2002 erfassen, liegt zwar über dem jährlichen Durchschnitt, Einen Trend erkennen wir bei dieser Zunahme jedoch nicht, es handelte sich einfach um mehrere Naturereignisse mit tragischem Ausgang", sagt Norina Andres von der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL. Niederschläge fluteten Keller und StrassenEtwa 40% aller Sachschäden im Jahr 2012 ergaben sich nach starken Gewitterniederschlägen. So führten am 28. Juli heftige Regenfälle zu überfluteten Kellern und Strassen in Frenkendorf, Füllinsdorf und Giebenach (Kanton Basel-Landschaft). Kräftige Gewitterschauer beschädigten am 20. August in Bomatt und Zollbrück (Kanton Bern) mehr als 100 Gebäude. Rund 30% der Gesamtschäden wurden durch Dauerregen verursacht, beispielsweise am 9. und 10. Oktober, als die Fluten in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Luzern, Schwyz und Zürich hunderte Keller und zahlreiche Strassen überschwemmten. Am 10. November gingen vor allem im Kanton Waadt grosse Regensummen nieder und führten zu über vier Millionen Franken Sachschäden. Mit Sachschäden von rund 40 Mio. Franken kann
das Jahr 2012 als schadenarm eingestuft werden, denn das langjährige,
teuerungsbereinigte Mittel (1972-2011) beträgt zirka 329 Millionen Schweizer
Franken. Im Jahr 2012 entstanden rund 80-mal weniger Schadenskosten als im schweren
Hochwasserjahr 2005 (Berner Oberland, Zentralschweiz, Prättigau). OriginalartikelAndres, N., Badoux, A., Hegg, C. (2013): Unwetterschäden in der Schweiz im
Jahre 2012. Rutschungen, Murgänge, Hochwasser und Sturzereignisse. Wasser
Energie Luft, 105. Jg., Heft 1: 55-61. (PDF, 1.1 MB)
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