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Wächst der Hof, leidet die Alp
Jeder zweite Landwirtschaftsbetrieb im Tal möchte seine Fläche vergrössern und dann auf die Sömmerung des Viehs verzichten. Dadurch würden aber viele Alpen aufgegeben und aus Weide würde Wald. Dies ergaben drei Umfragen der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL. Der Bund könnte durch eine Anhebung der Sömmerungsbeiträge Gegensteuer geben. Aufgabe der Sömmerung für viele wahrscheinlichJeder zweite befragte Heimbetrieb hält es für wahrscheinlich, dass er seine Heimfutterfläche in den nächsten zehn Jahren vergrössern kann und er aus diesem Grund nicht mehr auf das Alpfutter angewiesen sein wird. Dann würden diese Betriebe auf die Sömmerung verzichten. So hat die Anzahl der Alpbetriebe, die gerade noch genügend Tiere haben und so die vollen Sömmerungsbeiträge erhalten, schon in den letzten Jahren zugenommen. Der Rückgang der gesömmerten Tieren dürfte längerfristig aber nicht nur wirtschaftliche Einbussen für die Alpbetriebe verursachen, sondern sich auch negativ auf die Offenhaltung der Landschaft auswirken. Denn immer mehr Weiden werden langsam zu Wald. Dieser Prozess ist bereits im Gange. Die Ergebnisse des 3. Schweizerischen Landesforstinventares LFI zeigen, dass die Waldfläche in den Alpen seit 1983 um 14.8% zugenommen hat. Die grösste Waldzunahme fand in Höhenlagen über 1800 m ü.M. statt, wo viele Alpweiden liegen. Höhe der Sömmerungsbeiträge steuert AlpwirtschaftDie Umfragen ergaben weiter, dass die Sömmerungsbeiträge des Bundes für viele Betriebe essentiell sind. Zurzeit entscheidet vor allem die Höhe dieser Beiträge darüber, ob Landwirtschaftsbetriebe weiterhin sömmern. Modellsimulationen von Forschenden von ART zeigen, dass die Sömmerungsbeitragsverordnung an sich effektiv ist: Eine Beitragserhöhung würde selbst dann zu einer besseren Auslastung der Alpen führen, wenn die Bewirtschaftung durch eine flächenmässige Ausdehnung aufwändiger würde. Tradition und gutes Alppersonal sind für die Bewirtschaftung wichtigAus den Umfragen sind auch andere Gründe ersichtlich, warum Betriebe die Sömmerung beibehalten möchten. So gibt es viele Landwirte, für die die Tradition der Sömmerung so wichtig ist, dass sie auch ohne Rendite z’Alp gehen würden. Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Verfügbarkeit von gutem Alppersonal, denn nur dieses garantiert einen professionellen Umgang mit Tieren und Weiden sowie qualitativ hochwertige Alpprodukte wie der beliebte Alpkäse. Die grosse Bedeutung des Alppersonals zeigt sich auch darin, dass die Alp am häufigsten wegen einer schlechten Betreuung der Tiere gewechselt wird. Ohne motiviertes und qualifiziertes Alppersonal wird die Alpwirtschaft also auch künftig nicht funktionieren.
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