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Steinschlagschutz: Weltrekord in Walenstadt

Erstmals 20-Tonnen-Betonblock im Steinschlag-Schutznetz aufgefangen

In der Testanlage für Steinschlag-Schutznetze bei Walenstadt stellte die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL zusammen mit der Geobrugg AG am 10. Oktober einen neuen Weltrekord auf. Anlässlich der Generalprobe für die Zulassungsprüfung eines neuen Schutznetzes widerstand die Konstruktion einem 20 Tonnen schweren und über 100 km/h schnellen Betonblock.

Am Montag, 10. Oktober 2011, fiel der Weltrekord von flexiblen Steinschlagschutz-Barrieren in einer Testanlage bei Walenstadt. Diese wird gemeinsam von der Eidg. Forschungsanstalt WSL und der Firma Geobrugg AG Geohazard Solutions betrieben. Aus 42 m Höhe raste ein 20 Tonnen schwerer Beton-Prüfkörper mit einer Geschwindigkeit von 103 km/h in ein neu entwickeltes, flexibel installiertes Hochleistungsschutznetz der Firma Geobrugg AG aus Romanshorn. Die Aufprallenergie lag bei 8000 Kilojoule, die bisherige Leistungsgrenze für flexible Hochleistungs-Steinschlag-Barrieren von 5000 kJ wurde also um 60% übertroffen.

450 Fachleute aus 5 Kontinenten und fast 50 Ländern verfolgten diese Spitzenleistung schweizerischer Ingenieursarbeit. Der Test fand im Rahmen des 60-jährigen Jubiläums der Geobrugg AG statt. Die aus dem Ausland angereisten Fachleute versprechen sich von der Schweizer Technologie einen wirksamen und kostengünstigen Steinschlagschutz in ihren Heimatländern.

Die Eidg. Forschungsanstalt WSL wurde 2010 als erste Prüfstelle für Steinschlagschutznetze mit eigener Testanlage von der EU anerkannt. Während die Geobrugg AG an diesem Anlass ihr neu entwickeltes Hochleistungsschutznetz testete, überprüfte die WSL ihre Messausrüstung, so zum Beispiel Erhebungsgeräte für Kraftmessungen an Seilen und Hochgeschwindigkeitskameras, welche bis zu 250 Bilder pro Sekunde aufzeichnen. Die für die EU-Zulassung und Zertifizierung erforderlichen Detailmessungen finden im November 2011 statt.

Die WSL erforscht seit 1999 experimentell und rechnerisch das dynamische Tragverhalten von flexiblen Steinschlag-Schutzkonstruktionen. Seit Herbst 2010 gilt sie als EU-notifizierte Prüfstelle und entspricht damit strengen internationalen Prüfnormen.

Steinschlagschutz-Barrieren werden im Gebirge entlang von Verkehrswegen und zum Schutz von Menschen und Gebäuden eingesetzt. Die in Walenstadt getesteten flexiblen Systeme sind bei gleicher Leistung weit weniger schwer als fest installierte Bauwerke, wie zum Beispiel massive Stahlbetonbauten. Zudem lassen sie sich einfacher installieren und sind somit günstiger. Aktuell wurde eine Steinschlag-Barriere der Firma Geobrugg AG geprüft, die aus zusammenhängenden Drahtringnetzen besteht, welche im Hang durch Stahlseile und -stützen aufgespannt werden. Speziell entwickelte Bremselemente werden in die Seile integriert und vernichten die Einschlagenergie durch plastische Verformung.

Kontakte

WSL Steinschlag-Forschung

Axel Volkwein, 044 739 29 62, axel.volkwein@wsl.ch

Barbara Krummenacher, 044 739 25 47, barbara.krummenacher@wsl.ch

WSL Kommunikation

Gottardo Pestalozzi, 079 224 20 40, gottardo.pestalozzi@wsl.ch

Martin Heggli, 079 263 08 86, martin.heggli@wsl.ch

Geobrugg AG, Geohazard Solutions

Andrea Roth, 071 466 81 55, 079 646 33 59 andrea.roth@geobrugg.com
Corinna Wendeler, 071 466 81 79, 076 233 24 28 corinna.wendeler@geobrugg.com

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