Landesforstinventar: Start der vierten Erhebung (Medienmitteilung WSL und BAFU)



Landesforstinventar LFI4
Feldmitarbeiter Ruedi Fischer misst die Länge von jungen Trieben. Diese geben Aufschluss über die Vitalität eines Baumes.

Foto: Urs-Beat Brändli, WSL

 
Landesforstinventar LFI4
Feldmitarbeiter Michele Bühler bestimmt das Azimut eines Probebaumes mit dem Wyssen-Kompass. Anhand dieser Richtungsmessung und der Distanz zum Probeflächenzentrum ist ein Probebaum auch nach Jahren wieder auffindbar.

Foto: Simon Speich, WSL

Die Feldaufnahmen für das vierte Landesforstinventar des Bundes haben begonnen. Drei Teams der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL untersuchen neun Jahre lang insgesamt 6500 Probeflächen und erfassen so den aktuellen Zustand des Schweizer Waldes. Das Projekt wird vom Bundesamt für Umwelt BAFU begleitet.

Für eine nachhaltige Wald- und Umweltpolitik ist es wichtig, über den Zustand und die langfristigen Entwicklungen im Wald möglichst genau Bescheid zu wissen. Hierzu liefert das Schweizerische Landesforstinventar (LFI) die erforderlichen Grundlagen. Im Schweizer Wald stehen allerdings ungefähr 500 Millionen Bäume – zu viele, um alle zu untersuchen. Darum wird nur auf einem seit 26 Jahren betriebenen Netz von Stichproben regelmässig die Waldentwicklung erhoben.

Das LFI findet bereits zum vierten Mal statt und wird von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL durchgeführt – in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt BAFU. Die ersten drei Erhebungen starteten 1983, 1993 und 2004. Sie dauerten jeweils drei Jahre. Das vierte LFI erstreckt sich nun über einen Zeitraum von neun Jahren. Dabei wird jährlich ein anderes Neuntel der Probeflächen erhoben, gleichmässig verteilt über die ganze Schweiz. Die Feldaufnahmen dauern bis ins Jahr 2017.

Aufgrund des Wechsels von einer periodischen zu einer kontinuierlichen Erhebung sind in Zukunft jährliche Aussagen zum Waldzustand möglich, beispielsweise nach extremen Ereignissen wie Stürmen, die Wälder grossflächig umwerfen. Bei den Feldaufnahmen untersuchen Spezialisten der Forschungsanstalt WSL insgesamt 6500 Wald-Probeflächen. Drei Zweierteams registrieren an diesen Orten die Baumbestände und beurteilen die Standortverhältnisse. Pro Probefläche werden durchschnittlich 13 Bäume im Detail vermessen und beurteilt. Insgesamt werden rund 300 Merkmale erfasst.

Das LFI erlaubt präzise Aussagen über die Veränderung der Waldfläche und die Zusammensetzung der Baumarten, aber auch über die Holzvorräte, den Zuwachs, die Nutzung und vieles mehr. Der Zustand der Schutzwälder wird genauso registriert wie die Qualität des Waldes als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Das LFI ist das wichtigste Instrument zur Beurteilung der Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung auf nationaler Ebene.

Auskünfte

Links



© 2009 WSL | http://www.wsl.ch/medien/presse/pm_090825_DE | Last Update: 25.08.2009