Zielvorstellungen und -konflikte
bezüglich der Entwicklung alpiner Landschaften und Lebensräume: psychologische
Hintergründe, gesellschaftliche Mechanismen und Lösungsansätze
für eine nachhaltige Landschaftsentwicklung im Alpenraum und ausserhalb
Marcel Hunziker, Matthias Buchecker, Susanne Kianicka, Katrin Gehring (alle
WSL)
Das Projekt soll Ansprüche und Zielvorstellungen verschiedener Bevölkerungsteile,
insbesondere der alpinen und ausseralpinen Bevölkerung, hinsichtlich der
Landschaft und der Landschaftsentwicklung im Alpenraum aufzeigen sowie auf dem
Hintergrund von emotionalen Grundbedürfnissen, landschaftsästhetischen
Präferenzen, Interessen und kulturellen Werten erklären. Es ist dabei
auch abzuklären, inwiefern allfällige Defizite in der Alltagslandschaft
des Ballungsraums zu kompensatorischen Ansprüchen an den Erholungsraum
"Alpen" führen. Unter dem Einsatz von partizipativen Konsensfindungsverfahren
sollen schliesslich in den Untersuchungsgebieten Zielkonflikte zwischen verschiedenen
Bevölkerungsgruppen exemplarisch gelöst werden. Die Erkenntnisse aus
der wissenschaftlichen Evaluation dieses Prozesses ermöglichen die effiziente
und effektive Anwendung solcher Verfahren in späteren Umsetzungsprojekten.
In einer Induktionsphase werden qualitative, problemzentrierte Interviews mit
gezielt ausgewählten "Laien" und "Experten" geführt,
um einen vertieften Einblick in die Thematik zu gewinnen. In der Deduktionsphase
werden die aufgrund der Induktionsphase und der Theorie generierten Hypothesen
überprüft. Dazu werden mittels standardisiertem Fragebogen eine gesamtschweizerisch
repräsentative Befragung sowie ebensolche Erhebungen bei Touristen und
Ortsansässigen zweier Untersuchungsgebiete im Alpenraum durchgeführt.
In der quasi-experimentellen Phase werden in den beiden Untersuchungsgebieten
verschiedene Konsensfindungsverfahren exemplarisch zur Anwendung gebracht. Eignung
und Erfolg der Konsensfindungsverfahren werden mittels qualitativer und standardisierter
Befragungen evaluiert. Insbesondere diese letzte, partizipative Phase macht
den transdisziplinären Charakter des interdisziplinären Projekts aus,
indem nicht nur Forschung betrieben, sondern in den Untersuchungsgebieten Prozesse
ausgelöst werden, die über die eigentliche Forschungsprojektdauer
hinausgehen und in einer nachhaltige Entwicklung bzgl. Landschaft, sozialer
Strukturen und (Tourismus-)Wirtschaft münden soll.