Waldausdehnung im Schweizer Alpenraum – eine quantitative Analyse naturräumlicher und sozio-ökonomischer Ursachen unter besonderer Berücksichtigung des Agrarstrukturwandels
Priska Baur, Peter Bebi, Ruedi Boesch (alle WSL)


Die zentrale Forschungsfrage lautet: Gibt es typische räumliche und zeitliche Muster der Brachlegung und Waldausdehnung und können diese mittels quantitativer naturräumlicher und sozio-ökonomischer Daten erklärt werden? Für das Projekt braucht es Kenntnisse aus drei Disziplinen: Die agrarökonomische Theorie liefert Hypothesen zur Erklärung des Agrarstrukturwandels und insbesondere der Bewirtschaftungsaufgabe. Kenntnisse in Vegetationsökologie und Vegetationsdynamik sind notwendig zum Verständnis der Waldsukzession auf brachliegenden Flächen. Die Geoinformatik liefert die Instrumente zur räumlichen quantitativen Modellierung. Eine besondere Herausforderung stellt die Integration von naturräumlichen und sozio-ökonomischen Daten dar.
Die Fragestellung wird methodisch auf zwei Arten angegangen: Einerseits wird auf der Basis neuer flächendeckender Daten aus dem Landesforstinventar und der Arealstatistik eine quantitative Analyse für den gesamten schweizerischer Alpenraum vorgenommen („total area approach“). Andererseits wird in zwei bis drei ausgewählten Regionen eine vertiefte Analyse durchgeführt („repeated aerial photograph approach“). Mit der journalistischen Begleitung der Arbeit durch Dipl. Ing.-Agr. ETH Claudia Schreiber wird das Projekt um eine transdisziplinäre Komponente ergänzt.
Die Ergebnisse tragen zu einem erweiterten Verständnis der Ursachen von Landnutzungsänderungen im Schweizer Alpenraum bei und verbessern damit auch die Entscheidungsgrundlagen für die Politik. Geplant sind wissenschaftliche Produkte (Publikationen) und Informationen für Praxisakteure, d.h. für die lokale Bevölkerung sowie für die EntscheidungsträgerInnen auf Ebene Gemeinde, Kanton und Bund.