Bestandes- und Absterbedynamik
(TP1)
Andreas Rigling, Matthias Dobbertin, Otto Ulrich Bräker (alle WSL)
Die Waldföhren in Beständen mit hohen Absterberaten haben ein auffällig
unterschiedliches Erscheinungsbild: die Baumkronen sind teils stark verlichtet,
viele Bäume zeigen massiven Mistelbefall und obwohl die Insektenpopulationen
hoch sind können nur verhältnismässig wenige Frasspuren erkannt
werden. Die Untersuchungen sollen aufzeigen, welche Waldföhren absterben
und welche überleben. Hierzu wird der Zusammenhang zwischen Kronentransparenz,
Mistelbefall, Jahrringwachstum, Absterbezeitpunkt und Insekten- und Pathogenbefall
untersucht.
In den Untersuchungsgebieten Stalden und Salgesch wurden 500 Bäume markiert,
nummeriert und auf Vitalität angesprochen. Jeweils im Februar und Mai (2001-2003)
werden 20-40 Föhren gefällt, zerlegt, an die WSL transportiert und
analysiert. Die erste Beprobungen (Mai 01, Feb 02) sind abgeschlossen und die
Auswertungen sind im Gange. Die Absterberaten in den Untersuchungsbeständen
betragen rund 4.5%, sind also 10x höher als in der übrigen Schweiz
und sie sind vergleichbar mit denjenigen der Untersuchungsfläche Visp der
langfristigen Waldökosystemforschung LWF. Die jährlichen Absterberaten
und die Kronenverlichtung sind positiv korreliert. Es sterben einerseits sowohl
herrschende als auch unterdrückte Bäume und andererseits sowohl Bäume
mit gutem Wachstum als auch sichtlich geschwächte Bäume ab. Die Kronenverlichtung
der Föhren in Stalden und Salgesch ist im Vergleich zu Kontrollbeständen
im oberen Kronendrittel verhältnismässig stärker ausgeprägt
und korreliert mit dem Auftreten von Misteln. Salgesch weist einen höheren
Mistelbefall auf als Stalden. Diese Resultate sind provisorisch und müssen
in den kommenden Beprobungen bestätigt werden.