Nähstoff- und Bodenwasserhaushalt
(TP4)
Stefan Zimmermann, Peter Lüscher, Elisabeth Pannatier (alle WSL)
Bodenphysikalische und -chemische Eigenschaften üben an bestimmten Standorten
einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Bäumen aus. Die Waldföhre,
welche eine sehr breite ökologische Amplitude aufweist, ist diesbezüglich
weniger empfindlich, als andere Baumarten. Im Rahmen-Projekt "Waldföhre
Wallis" werden folgende Hypothesen geprüft: (1) In den Waldföhrenbeständen
im Wallis auf teilweise kalkhaltigem Mischgestein und bei aktuell hohen Stickstoffimmissionen
dürfte Nährstoffmangel keine oder höchstens eine sehr untergeordnete
Rolle spielen. (2) Unter den potentiellen Schadstoffen sind es vor allem die
vor Jahrzehnten in grossen Mengen durch die lokale Industrie emittierten Fluorverbindungen,
die heute noch eine Rolle bei den beobachteten Schäden an Walliser Waldföhren
spielen könnten, sofern sie noch in relevanten Konzentrationen im Boden
vorhanden sind. (3) Bei zunehmend wärmerem Klima wird im kontinental geprägten
Untersuchungsgebiet das pflanzenverfügbare Wasser im Boden limitierend,
was sich negativ auf die Entwicklung der Waldföhren auswirkt.
Die Nährstoffausstattung wird an repräsentativen Bodenprofilen in
den Flächen Stalden, Salgesch und Pfynwald untersucht. Neben den kationischen
Nährelementen Ca, Mg, K, Na, Fe, Mn und Zn werden der totale N-Gehalt und
verschiedene P-Fraktionen analysiert. Fluor wird ebenfalls profilumfassend analysiert
und aufgrund von seiner Verteilung im Profil wird auf allfällige Verlagerungen
aus dem Wurzelraum geschlossen. Auf der LWF-Fläche in Visp wird seit Juli
2001 an einem Messpunkt stündlich der volumetrische Wassergehalt gemessen.
2002 wird für diesen Standort eine Labor-Desorptionskurve errechnet (Verbindung
zwischen Gehalt an Bodenwasser und Saugspannung). Vergleichbare Messungen werden
bereits von R. Zweifel (UNI Bern) in Salgesch erhoben, weshalb dort auf die
Installation eigener Messgeräte verzichtet wird.