Landschaftsveränderung
im Föhren-Flaumeichen-Gürtel (TP10)
Stefan Hadorn, Felix Kienast, Niklaus Zimmermann (alle WSL)
Laut dem Schweizerischen Landsforstinventar
LFI zeigt sich im Wallis zwischen 1983 und 1993 im Waldgebiet unterhalb 1000
m ü.M. eine Stammzahlabnahme von 6% bei der Waldföhre (Pinus sylvestris)
und eine Zunahme von 30% bei der Flaumeiche (Quercus pubescens), 27%
bei der Birke und 14% bei der Tanne (Abies alba). Obwohl die Laubbäume
deutlich zulegen gibt es Bestände in denen die Waldföhren absterben
aber (noch) keine Ersatzbaumarten vorhanden sind. Diese Bestände können
zumindest vorübergehend die Schutzfunktion nicht mehr erfüllen.
Dieses Projekt soll abklären ob es eine gerichtete Sukzession von Föhren-
zu Eichenwäldern gibt und in welchen Zeiträumen sie abläuft.
Diese Sukzession soll mit quantitativen Modellen simuliert werden um in Bezug
auf die Schutzfunktion besonders gefährdete Standorte im heutigen
Föhrengürtel zu lokalisieren.
Wir bereiteten alte pflanzensoziologische Aufnahmen auf (Zeitperiode 1930-1980)
und wiederholten sie im Jahre 2001. Erste Analysen zeigen, dass in den letzten
70 Jahren in 25% aller Aufnahmen der Flaumeichenanteil angestiegen und der Waldföhrenanteil
gesunken ist. Die Strauchschicht ist ebenfalls ausgeprägter und die wärmeliebenden
Arten der Krautschicht sind ebenfalls im Vormarsch. Mit den pflanzensoziologischen
Aufnahmen konnte die Dauer der verschiedenen Sukzessionsschritte bestimmt werden.
Ein GIS-gestütztes Modell erlaubte es schliesslich jene Gebiete zu identifizieren,
die eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Wandels aufweisen. Diese Risikokarte
wird eine wichtige Planungsgrundlage sein. Die Arbeiten wurden innerhalb einer
Diplomarbeit (S. Hadorn) an der Universität Bern durchgeführt.