Strukturen eines ukrainischen
Buchenurwaldes im Vergleich zum Sihlwald
Brigitte Commarmot, Anton Bürgi (beide WSL)
Im Rahmen einer vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Institutspartnerschaft
zwischen der WSL, dem Karpaten-Biosphärenreservat in Rakhiv, dem Ukrainischen
Forschungsinstitut für Bergforstwirtschaft in Ivano-Frankivsk und der Universität
Uzhgorod wurden im letzten Jahr zwei 10ha grosse Versuchsflächen eingerichtet,
eine in einem Buchenurwald im Uholka-Massiv in den ukrainischen Karpaten sowie
eine Vergleichsfläche im Sihlwald bei Zürich. In je 40 Teilflächen
von 50x50 m wurden alle lebenden und toten Bäume ab 8 cm Durchmesser numeriert
und gemessen. Auch wurden die Koordinaten der einzelnen Bäume bestimmt.
Die Messungen ermöglichen Aussagen zur Bestandesstruktur, d.h. zur räumlichen
Verteilung der Bäume und verschiedener Bestandesmerkmale. Ziel der Untersuchungen
ist es einerseits, Informationen über die natürlichen Strukturen und
die Dynamik unbeeinflusster Buchenwälder zu erhalten, andererseits Hinweise
zu bekommen, wie wir unsere Waldbau-methoden im Hinblick auf eine optimale Erfüllung
der vielfältigen Ansprüche bei möglichst geringem Aufwand verbessern
können. Erste grobe Auswertungen der Inventurdaten haben gezeigt, dass
der Buchenurwald in Uholka auf kleinen Flächen von 0.25 ha eine breitere
Durchmesserverteilung aufweist als der Sihlwald und offenbar sehr ungleichaltrig
ist. Die dickste gemessene Buche weist einen Durchmesser von 132.6 cm auf. Die
Totholzanteile bewegen sich zwischen 0 und 33.3% des Gesamtvorrates (im Mittel
8.6%), im Sihlwald sind es 0 bis 6.8% (im Mittel 1.4%).