logo3.gif


Home Walddynamik
Aktuelle Infos
Programm
Themen und Projekte

Waldföhrenwälder im Wallis
Waldbrand im Wallis
Windwurf und Waldentwicklung
Windwurf und Risiko
Wald und Gesellschaft
Wytweiden im Jura
Kastaniengürtel der Alpensüdseite
Wirtschaftswald im Mittelland
Synthese

Kernthema: Waldbrand im Wallis


Themenleiter: Tom Wohlgemuth


Ziel—FortschritteBreaking News

Ziel

Beim grössten Waldfeuer der letzten 30 Jahre in der Schweiz brannten 300 ha Wald oberhalb von Leuk nieder. Ein Fünftel der Schadenfläche galt als Schutzwald. Angesichts der laufenden Klimaerwärmung hat dieses Ereignis eine überregionale Bedeutung, denn die damit verbundene Häufung von Trockenperioden betrifft sowohl das Wallis als auch weitere inneralpine Trockentäler. Die Walddienste können unterschiedlich auf Waldbrände reagieren: durch Behandlung der Schadflächen im Sinne der Wiederherstellung der Waldfunktionen, oder durch Prävention. Wie könnte Waldbrand vermieden werden? Kann ein Waldbrandwarnsystem dazu beitragen oder könnte das Problem durch Änderung der Hauptbaumarten im grössten Risikobereich entschärft werden? Wissenschaftliche Grundlagen für die Waldbrandökologie im Wallis fehlen weitgehend. Forschungsergebnisse aus Tessiner Waldbranduntersuchungen beziehen sich auf andere Standortverhältnisse; sie können deshalb nur beschränkt auf die trockenen Walliser Wälder übertragen werden.
Die Leuker Waldbrandfläche ist bestens für ein wissenschaftliches Rahmenprojekt geeignet, weil (1) ihre ausgeprägte vertikale und horizontale Ausdehnung Untersuchungen zur Bedeutung der Höhenlage, der Waldvegetation und der Distanz zum intakten Wald ermöglichen, und weil (2) die ursprüngliche Waldvegetation ungewöhnlich gut dokumentiert ist (WSL-Dissertation 1998). Für die Forschungsaktivitäten stehen drei Themen im Vordergrund:

Waldbrandrisiko: Nimmt das Waldbrandrisiko generell zu, z.B. durch die Klimaerwärmung, und welche Faktoren fördern dieses Risiko? Davon abgeleitet stellt sich die Frage, wie das Waldbrandrisiko in Zukunft vermindert werden kann.

Schutz nach Waldbrand: In welchem Masse wird die Schutzwirkung (Steinschlag) nach Waldbrand ver-mindert und wie lange bleibt die Erosionsgefahr mangels Vegetationsdecke erhöht?

Ökologische Konsequenzen: Welche Folgen hat ein Waldbrand für die Waldgemeinschaften? Welche Arten können einen Waldbrand überdauern, welche siedeln sich am schnellsten wieder an? Wie entwickelt sich die Artenvielfalt nach Waldbrand?

Um quantitative Antworten auf diese Fragen zu erhalten, betreibt die WSL Waldbrandforschung. Die For-schungsaktivitäten stehen im Rahmen des Forschungsprogramms Walddynamik, in dessen Rahmen gesellschaftsrelevante Waldentwicklungen mit überregionaler Bedeutung untersucht werden.

up to top -Seitenanfang

Fortschritte (Sommer 2004)

Im Rahmenprojekt «Waldbrand im Wallis» sind bereits folgende Projekte gestartet bzw. finanziert worden:

Klima: Automatische Messung der lokalen Witterung (Beginn 2004): Analog zur Witterungsmessung im Netz der Langfristigen Waldbeobachtung wurde im Juli ein Klimamessturm im Zentrum des Waldbrandperimeters erstellt. Ge-messen werden in kurzen Abständen: Luft- und Bodentemperaturen, Niederschlag, Windrichtung und –geschwindigkeit, Strahlung. An 6 weiteren Messorten werden Tempertatursonden und Niederschlagstotalisatoren installiert, um die lokale Witterung möglichst exakt erheben zu können.

Vegetation: Vegetationswechsel nach Waldbrand (Diplomarbeit 2004): Rund 50 Vegetationsaufnahmen wurden an Orten erstelt, die bereits vor 8 Jahren im Rahmen der Doktorarbeit von Iris Gödickemeier vegetationskundlich beschrieben wurden.

Vegetation: Vegetations-Monitoring (Beginn 2004): Auf einem systematischen Stichprobennetz werden im Waldbrandperimeter und in den Randgebieten regelmässig Vegetationserhebungen (200 m2) durchgeführt, um die Persistenz und die Einwanderung von Pflanzen in Abhängigkeit von der Intensität des Feuers, der Lage zum intakten Wald und der Höhenlage zu verfolgen. Von Juli bis September 2004 wurden 150 Stichprobenflächen im Waldbrandgebiet und weitere 30 im angrenzenden Übergangsbereich zum intakten Wald erhoben.

Remote Sensing: Luftbilddokumentation (Beginn 2003): Mittels jährlich geflogener Luftbilder wird eine flächende-ckende Luftbilddokumentation des gesamten Brandperimeters für die ersten 10 Jahre erstellt. Die Falschfarben-Infrarotbilder im Massstab 1:30'000 und mit einer Auflösung von 40 cm Auflösung sind sensitiv auf Unterscheidung der Vegetationsanteile. Sie ermöglichen eine exakte Quantifizierung der Wiederbegrünung.

Boden: Fossile Holzkohle und historische Waldbrände (Bodenpraktikum 2004): Zur Abklärung der Frage, ob Waldbrände im Wallis natürliche Ereignisse sind bzw. wie oft die Wälder brennen, werden in mehreren Bodenprofilen nach Holzkohlestücken gesucht. Die Holzkohle erlaubt die Bestimmung der Baumart und die Altersdatierung mittels 14C.

Artenvielfalt: Gewinner und Verlierer – Artenvielfalt nach Feuer (2 Diplomarbeiten 2004): Im Juli 2004 wurden entlang von drei Höhentransekten auf 1200, 1450 und 1700 m ü.M. Insektenfallen im Waldbrandgebiet und im intakten angrenzenden Wald aufgestellt. Die Fangresultate von Sommer bis Herbst sollen Aufschluss geben darüber, ob im Gebiet feueradaptierte Insekten anzutreffen sind und ob und wo sich Waldschädlinge ausbreiten.

Risikomodelle: Waldbrandgeschichte des Wallis: Im Hinblick auf die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Klimaerwärmung und Waldbrandrisiko wurde 2004 eine Waldbranddatenbank erstellt, die für den Zeitraum der letzten hundert Jahre rund 800 Einträge von Waldbrandereignissen enthält. Es stellte sich heraus, dass kein anderer Waldbrand in den letzten hundert Jahren annähernd so gross war wie jener von Leuk.

Koordination: Waldbrand im Wallis – Konsequenzen, Prognose und Prävention: Die Organisation der Forschung auf der Waldbrandfläche umfasst die Gewährleistung der zielorientierten Zusammenarbeit mit den relevanten Behör-den sowie die kontinuierliche Information der Forschenden und der Öffentlichkeit. Drittmittel zur Sicherung der wich-tigsten Feldarbeiten (Dauerbeobachtung Vegetation, Feldspesen, Anschaffungen) werden laufend akquiriert.

 

up to top -Seitenanfang

Breaking News

12. August 2004: Pressekonferenz Leuk


up to top -Seitenanfang

 


© 1998-2012 WSL - - Last Update: Tue Jan 18 2005