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Kernthema im Aufbau: Kastaniengürtel der Alpensüdseite


Themenleiter: Marco Conedera


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Ziel

Im sogenannten Kastaniengürtel wurde während mehrerer Jahrtausende zuerst mittels Brandrodung und dann mit einer konsequenten Kastanienkultur die natürliche Waldvegetation unterdrückt. Spätestens seit den 50er Jahren wurden aber die meisten Kastanienwälder sich selbst überlassen. Dabei zeichnet sich ab, dass andere konkurrenzkräftige Baumarten in die einst bewirtschafteten Kastanienwälder einwachsen. Von zentralem Interesse für die zukünftige waldbauliche Behandlung von Waldflächen im Kastaniengürtel der Alpensüdseite ist deshalb die Frage nach der potentiell natürlichen Vegetation. Die Forstpraxis sucht nach einfachen Handlungskriterien für die künftige Behandlung der ausgedehnten Waldgebiete im Kastaniengürtel. Die beiden Kantone Tessin und Graubünden haben bereits entscheidende Schritte in diese Richtung gemacht, indem Sie die Waldstandorte und die Waldtypen in dieser Vegetationsstufe untersucht und beschrieben haben. Dabei wurden auch interessante Waldbestände gefunden, die der vermuteten potentiellen Vegetation entsprechen oder sehr weit in der natürlichen Entwicklung sind. Die Grundidee ist nun, Waldbestände, welche zur gleichen Waldtypologie gehören und welche verschiedene Stufen der natürlichen Entwicklung aufweisen, zu untersuchen, um die Mechanismen und die entscheidenden Faktoren, die diese Entwicklung steuern, zu verstehen. Untersucht werden möglichst viele Komponenten der Waldökosysteme (je nach Zusage der verschiedenen Experten) wie: Bestandesgeschichte, ertragskundliche Aspekte der Waldbäume, Vegetation, Pathologie, Samenbank, Wirbellose, Humusformen, Bodenprofil, Bodenwasserlösung, usw.).

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Fortschritte (Stand 3. April 2002)

Anstelle des zweiten geplanten Workshops - ein Aufruf für neue Projektideen ergab nicht die gewünschten Resultate - wurden die Erkenntnisse aus dem ersten Workshop (13. Juni 2000) zu einem Konzept mit dem Titel: "Waldentwicklung im Kastaniengürtel der Alpensüdseite: die potentiell natürliche Vegetation als Schlüssel für die zukünftige Waldbehandlung" ausgearbeitet und mit den interessierten Kreisen besprochen. Die Zukunft der Kastanienwälder steht im Zentrum des Interesses. Unter der Annahme, dass die vor rund 2000 Jahren eingeführte Kastanie als bisher dominierende Baumart in vielen früher bewirtschafteten Kastanienwäldern langfristig von konkurrenzkräftigen Baumarten verdrängt wird, hat die Frage nach der potentiell natürlichen Vegetation in solchen Wäldern grosse Bedeutung. Als Hauptaufgabe wurde eine Gliederung der Waldgesellschaften im Kastaniengürtel mit Angaben zu potentiell möglichen und potentiell sinnvollen Baumarten für die einzelnen Einheiten angestrebt, wobei sowohl palynologische als auch pflanzensoziologische Untersuchungen in geeigneter Weise zu kombinieren sind. Begleitende Untersuchungen zur Biodiversität, Ertragskunde, Verwilderung und Verjüngung, Waldlandschaftsveränderung (Areal, Struktur) und zur ökologischen Kontinuität würden auf das neue Referenzsystem bezogen. Die Region Bellinzona-Locarno-Brissago mit Centovalli/Onsernone wurde als Testregion ins Auge gefasst. Bei einer möglichen Beteiligung des Kantons Graubünden könnte auch das Misox berücksichtigt werden.

Eine Fokussierung bzw. eine Neuorientierung soll im Sommer 2002 stattfinden. Das Potential für ein Kernthema ist erkannt.

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Projekte und Konzepte (bisher wurden keine Projekte zum Kernthema bebonnen)

Fin.
AutorInnen
Typ
Kurztitel
 
Bugmann   Modellierung Gebirgslandschaften
 
Moretti et al.   Feuer und Biodiversität in Kastanienwäldern
 
Moretti et al.   Feuerbedingte Fauna-Sukzession
 
Moretti et al.   Feuer und Kastanienwälder
 
Moretti et al.   Charakterisierung Kastanienwälder
 
Carraro et al.   PNV im Kastaniengürtel
 
Conedera WSL Verjüngung im Kastaniengürtel
 
Guidici WSL Holzsortimente in PNV im Kastaniengürtel
 
Guidici WSL Waldwerte verwildernder Kastanienwälder
 
Tinner et al.   Palynologie im Kastaniengürtel
-> K  
Konzept Wohlgemuth/Conedera/Delucchi bei den Kantonen TI, GR und beim Buwal: "Waldentwicklung im Kastaniengürtel der Alpensüdseite: die potentiell natürliche Vegetation als Schlüssel für die zukünftige Waldbehandlung."

 

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