Kernthema im Aufbau: Kastaniengürtel
der Alpensüdseite
Ziel
Im sogenannten Kastaniengürtel wurde während mehrerer
Jahrtausende zuerst mittels Brandrodung und dann mit einer konsequenten
Kastanienkultur die natürliche Waldvegetation unterdrückt.
Spätestens seit den 50er Jahren wurden aber die meisten Kastanienwälder
sich selbst überlassen. Dabei zeichnet sich ab, dass andere
konkurrenzkräftige Baumarten in die einst bewirtschafteten
Kastanienwälder einwachsen. Von zentralem Interesse für
die zukünftige waldbauliche Behandlung von Waldflächen
im Kastaniengürtel der Alpensüdseite ist deshalb die
Frage nach der potentiell natürlichen Vegetation. Die Forstpraxis
sucht nach einfachen Handlungskriterien für die künftige
Behandlung der ausgedehnten Waldgebiete im Kastaniengürtel.
Die beiden Kantone Tessin und Graubünden haben bereits entscheidende
Schritte in diese Richtung gemacht, indem Sie die Waldstandorte
und die Waldtypen in dieser Vegetationsstufe untersucht und beschrieben
haben. Dabei wurden auch interessante Waldbestände gefunden,
die der vermuteten potentiellen Vegetation entsprechen oder sehr
weit in der natürlichen Entwicklung sind. Die Grundidee ist
nun, Waldbestände, welche zur gleichen Waldtypologie gehören
und welche verschiedene Stufen der natürlichen Entwicklung
aufweisen, zu untersuchen, um die Mechanismen und die entscheidenden
Faktoren, die diese Entwicklung steuern, zu verstehen. Untersucht
werden möglichst viele Komponenten der Waldökosysteme
(je nach Zusage der verschiedenen Experten) wie: Bestandesgeschichte,
ertragskundliche Aspekte der Waldbäume, Vegetation, Pathologie,
Samenbank, Wirbellose, Humusformen, Bodenprofil, Bodenwasserlösung,
usw.).

Fortschritte
(Stand 3. April 2002)
Anstelle des zweiten geplanten Workshops - ein Aufruf für
neue Projektideen ergab nicht die gewünschten Resultate -
wurden die Erkenntnisse aus dem ersten Workshop (13. Juni 2000)
zu einem Konzept mit dem Titel: "Waldentwicklung im Kastaniengürtel
der Alpensüdseite: die potentiell natürliche Vegetation
als Schlüssel für die zukünftige Waldbehandlung"
ausgearbeitet und mit den interessierten Kreisen besprochen. Die
Zukunft der Kastanienwälder steht im Zentrum des Interesses.
Unter der Annahme, dass die vor rund 2000 Jahren eingeführte
Kastanie als bisher dominierende Baumart in vielen früher
bewirtschafteten Kastanienwäldern langfristig von konkurrenzkräftigen
Baumarten verdrängt wird, hat die Frage nach der potentiell
natürlichen Vegetation in solchen Wäldern grosse Bedeutung.
Als Hauptaufgabe wurde eine Gliederung der Waldgesellschaften
im Kastaniengürtel mit Angaben zu potentiell möglichen
und potentiell sinnvollen Baumarten für die einzelnen Einheiten
angestrebt, wobei sowohl palynologische als auch pflanzensoziologische
Untersuchungen in geeigneter Weise zu kombinieren sind. Begleitende
Untersuchungen zur Biodiversität, Ertragskunde, Verwilderung
und Verjüngung, Waldlandschaftsveränderung (Areal, Struktur)
und zur ökologischen Kontinuität würden auf das
neue Referenzsystem bezogen. Die Region Bellinzona-Locarno-Brissago
mit Centovalli/Onsernone wurde als Testregion ins Auge gefasst.
Bei einer möglichen Beteiligung des Kantons Graubünden
könnte auch das Misox berücksichtigt werden.
Eine Fokussierung bzw. eine Neuorientierung soll im Sommer 2002
stattfinden. Das Potential für ein Kernthema ist erkannt.

Projekte und Konzepte (bisher wurden
keine Projekte zum Kernthema bebonnen)
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Fin.
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AutorInnen
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Typ
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Kurztitel
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Bugmann |
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Modellierung Gebirgslandschaften |
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Moretti
et al. |
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Feuer und Biodiversität in Kastanienwäldern |
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Moretti
et al. |
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Feuerbedingte Fauna-Sukzession |
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Moretti
et al. |
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Feuer und Kastanienwälder |
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Moretti
et al. |
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Charakterisierung Kastanienwälder |
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Carraro
et al. |
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PNV im Kastaniengürtel |
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Conedera |
WSL |
Verjüngung im Kastaniengürtel |
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Guidici
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WSL |
Holzsortimente in PNV im Kastaniengürtel |
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Guidici |
WSL |
Waldwerte verwildernder Kastanienwälder |
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Tinner
et al. |
|
Palynologie im Kastaniengürtel |
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-> K
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Konzept Wohlgemuth/Conedera/Delucchi
bei den Kantonen TI, GR und beim Buwal: "Waldentwicklung
im Kastaniengürtel der Alpensüdseite: die potentiell
natürliche Vegetation als Schlüssel für die
zukünftige Waldbehandlung." |

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