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Kernthema: Waldföhrenwälder im Wallis


Themenleiter: Andreas Rigling


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Ziel

Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts wiesen die Waldföhrenbestände in den Walliser Tal-lagen hohe Absterberaten auf. Es wurden auffällige Nadelnekrosen festgestellt und mit Vitalitätseinbussen von Waldföhren in Zusammenhang gebracht. In einer Forschungszusammenarbeit zwischen der damaligen EAFV (WSL) und dem Kanton Wallis wurde das Problem in den 70er Jahren eingehend untersucht und die Ergebnisse 1981 publiziert (Abb. 1). Immissionen aus benachbarten Alluminiumwerken, insbesondere Fluorverbindungen, waren Ursache für die Nekrosen. Dendroökologische Untersuchungen belegten den Zusammenhang zwischen dem Föhrensterben und ausgeprägten Trockenjahren. Als plausibel wurde erachtet, dass Fluorimmissionen - besonders in Trockenjahren - als zusätzlicher Schadfaktor wirken.
Mit dem Einbau von Filteranlagen in den Aluminiumwerken anfangs der 1980er Jahre wurden die Fluoremmissionen drastisch reduziert - die Schadmerkmale an den Waldföhren verschwanden.
Zu Beginn der 90er Jahre zeigten sich erneut hohe Absterberaten in den Waldföhrenbeständen, hauptsächlich in der Region Visp. Heute muss in den Föhrenwäldern von Visp, Stalden, Brig und zunehmend auch Salgesch gar von grossflächigem Absterben gesprochen werden (Abb. 1). Die betroffenen Bäume weisen aber keinerlei auffällige Schadmerkmale auf. Der ehemals am stärksten fluorbelastete Pfynwald zeigt sich heute vitaler als die Wälder in den neuen Schadengebieten. In den Trockentälern der angrenzenden Alpenländer weisen die Waldföhren ebenfalls erhöhte Mortalitätsraten auf. Die Ursachen des Walliser Föhrensterbens werden deshalb im Rahmen des Forschungsprogrammes "Walddynamik" neu geprüft.

Abb. 1. Darstellung der räumlichen Verteilung der Waldföhrenwälder im Wallis, der aktuellen Hauptschadensgebiete und des Gebietes mit ehemals Fluorimmissionen (Darstellung A. Rigling, WSL).

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Fortschritte (Stand 3. April 2002)

An einem ersten Workshop (13. Juli 2000) in der Dienststelle für Wald und Landschaft Kt. Wallis in Sitten wurde ein erstes Konzept mit dem Titel: "Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten im Walliser Waldföhrengürtel und langfristige Folgen für Wald und Landschaft" zur Offenland-Walddynamik im Walliser Föhrengürtel mit Berücksichtigung der bisher eingereichten Projektskizzen vorgestellt (A. Rigling und T. Wohlgemuth). Die Dienststelle entschied im Oktober 2000, das überarbeitete Konzept mit Fr. 200'000.- zu unterstützen. Im Konzept wurde das umfangreiche Rahmenprojekt von A. Rigling über die Waldföhrenwälder im Wallis sowie das Projekt von E. Feldmeyer, Typisierung verwaldender Flächen, favorisiert. An einer weiteren Planungssitzung am 14. Dezember 2000 in Sitten wurde klar, dass die drei von Ingenieurbüros eingereichten Projektskizzen nicht unterstützt werden können. Die Teilfinanzierung des Kernthemas durch den Kanton ermöglicht den Beginn mehrerer Teilprojekte im Jahr 2001. Ein Gesuch um Zusatzunterstützung (zweites Konzept: "Die Waldföhrenwälder im Wallis - ein Landschaftselement im Umbruch") wurde im Januar 2001 bei der Forstdirektion eingereicht.

Im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes sollen folgende Hypothesen überprüft werden: (H1): Überdurchschnittliche Mortalitätsraten der Waldföhre sind durch Veränderung klimatischer Faktoren verursacht (endogene disturbance): (a) direkt durch erhöhten Trockenstress (Wassermangel, Nährstoffmangel) oder (b) indirekt durch Vitalitätsminderung infolge erhöhter Entwicklungsraten von Insekten und Phytopathogenen bei höheren Sommer- oder Jahrestemperaturen. (H2) Überdurchschnittliche Mortalitätsraten der Waldföhre sind durch nicht klimatisch bedingte Faktoren verursacht: Vitalitätsminderung durch (a) eingeführte oder einheimische Insekten und Phytopathogene (exogene disturbance), durch (b) veränderte Konkurrenzverhältnisse infolge veränderter Landnutzung (anthropogene disturbance) oder durch (c) natürliche Sukzessionsprozesse wie Bodenreifung (endogene disturbance).
Das Rahmenprojekt ist Anfang 2001 angelaufen. Im Verlaufe des Jahres wurden drei neue Teilprojekte definiert. Heute besteht das Kernthema aus 13 Teilprojekten (TP1-13) sowie einem geplanten Syntheseprojekt.

Die Suche nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten wurde im Sommer 2001 belohnt: der Kanton Wallis erhöhte seinen Unterstützungsbeitrag, das Buwal gab grünes Licht für eine beträchtliche Zusatzfinanzierung, und ein Projektgesuch für eine Dissertation bei der Velux Stiftung wurde ebenfalls gutgeheissen.

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Projekte und Konzepte (fett: Arbeiten bereits begonnen)

Fin.
AutorInnen
Typ
Kurztitel
$$ 

Rigling A., Dobbertin M., Bräker O.U.

WSL Bestandes- und Absterbedynamik (TP1)
$$$

Wermelinger B., Forster B.

WSL Entwicklung der Insektenfauna (TP2)
$$$ Heiniger U., Rigling D., Engesser R. WSL Die Rolle von phytopathogenen Pilzen und Nematoden (TP3)
$ Zimmermann S., Lüscher P., Pannatier E. WSL Nährstoff- und Bodenwasserhaushalt (TP4)
  Landolt W. WSL Nadeln: Nähr- und Schadstoffe (TP5)
$ Rebetez M., Dobbertin M. WSL Klima der alpinen Trockentäler (TP6)
$$$ Weber P., Rigling A., Bugmann H. WSL, ETHZ Konkurrenz zwischen Flaumeiche und Waldföhre (TP7)
$ Ginzler C., Grabitzki S. WSL

Retrospektive Luftbildanalyse im Föhren-Flaumeichen-Gürtel (TP8)

$ Wohlgemuth T., Rigling A., Feldmeyer E., Graf U. WSL Waldverjüngung: dehnt sich die Flaumeiche aus? (TP9)
$ Hadorn S., Kienast F., Zimmermann N. WSL, UniBern Landschaftsveränderung im Föhren-Flaumeichen-Gürtel (TP10)
$ Stuber M., Lienhard L., Bürgi M. WSL, UniBern Historische Waldnutzung (TP11)
$ Bachofen H., Zingg A. WSL Einfluss waldbaulicher Eingriffe auf Waldstrukturen (TP12)
 
Hunziker M. WSL Walföhrenwälder im Wallis und ihr Absterben: Wahrnehmung und Beurteilung durch Bevölkerung und Interessengruppen (TP13)
->  K
 
Konzept Rigling/Wohlgemuth beim Kanton VS: "Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten im Walliser Föhrengürtel und langfristige Folgen für Wald und Landschaft".
->  K
 
Konzept Rigling beim Buwal: "Die Waldföhrenwälder im Wallis - ein Landschaftselement im Umbruch".

 

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Breaking News

4. April 2002: Bericht SFDRS-MTW: 21.00 Uhr: Föhrensterben im Wallis: Bio-Indikatoren für den Klimawandel

8. November 2001: Bericht in den 19.30 Uhr-Nachrichten des TSR1

4. September 2001: Pressekonferenz Kt. VS und Forschungsanstalt WSL: Pressemitteilung

14. Juni 2001: Bericht im SF-DRS/Schweiz Aktuell, 19.00 Uhr: VS, Waldföhrensterben (RealVideo).

15. Mai 2001: Ganzseitiger Artikel im BUND: Rätselhaftes Föhrensterben im Wallis (pdf-Datei).


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