Kernthema: Windwurf und Risiko
Risiko-Abschätzung der landesweiten und
regionalen Windwurfgefährdung von Waldbeständen
Ausgangslage
Nach den schweren Schäden, welche der Sturm Lothar am Stephanstag
in der Schweiz und weiten Teilen Europas verursacht hat, stellen
sich u.a. folgende dringende Fragen:
- Welche Faktoren haben massgeblich zu den Schäden beigetragen?
- Bei welcher Faktorenkombination hätte das Ausmass der Schäden
kleiner ausfallen können?
- In welcher Art werden Windwurfereignisse wie Lothar auf die
langfristige Waldentwicklung einwirken?

Ziel
Das Ziel des Kernprojektes Windwurf und Risiko ist es, die Windwurfgefährdung
der Schweizer Wälder in Abhängigkeit vom Wind, den Standortverhältnissen,
der Bestandesstruktur und der Bewirtschaftung zu erfassen und
diese in quantitativen Modellen zu beschreiben. Dazu sollen vor
allem Daten der Stürme Vivian (1990) und Lothar (1999) dienen.
Verschiedene Projekt sind bereits begonnen, eingereicht oder in
Planung. Das Projekt Erfassung der Lothar-Schäden und
Bestandesdaten auf dem repräsentativen 4x4-km Sanasilva-Netz
wurde vom BUWAL über Lothar-Gelder finanziert (Projekt: pdf-Datei;
Ergebnisse ), eine
Vorstudie für eine Luftbildauswertung im Rahmen der
LFI-II-Stichprobenverteilung wurde mit Geldern aus dem Walddynamik-Programm
durch Scherrer AG durchgeführt. Ebenfalls durch das BUWAL
wurde das Projekt Einfluss von Stamm- und Wurzelfäulen
auf die Sturmwirkung begonnen.

Fortschritte
(Stand 3. April 2002)
Schon im März 2000 wurde von M. Dobbertin und T. Wohlgemuth
ein Konzept mit dem Titel: "Risiko-Abschätzung der
landesweiten und regionalen Windwurfgefährdung von Wald-beständen"
zur Kombination der eingereichten Projektskizzen zu diesem Thema
erarbeitet und bei der Forstdirektion eingereicht. Im August 2000
hat die Forstdirektion im Rahmen des Lothar-Programmes Fr. 130'000.-
für die Erhebung von Lotharschäden in Waldbeständen
auf dem WSI-Netz der WSL bewilligt (Teilprojekt "Erfassung der
Bestandesdaten und Schäden auf dem repräsentativen 4x4-km-Sanasilva-Netz").
Bis Ende November 2000 wurden unter der Leitung von M. Dobbertin
Daten auf 762 Stichprobenflächen erhoben. Im Rahmen des Lothar-Programms
der Forstdirektion wurde ebenfalls ein Unterstützungsbeitrag
zur Auswertung der besonderen Wind- und Wetterverhältnisse
während des Lotharsturmes in Aussicht gestellt. Für
eine seriöse Modellierung von Windwurfrisiken müssen
die neu verfügbaren Daten mit aktuellen Luftbilddaten, allenfalls
auch mit weiteren Auswertungen von älteren Luftbilddaten
zu Vivian-Schäden ergänzt werden. Die Herleitung des
Faktors Wind wird mit den potentiell verfügbaren Mitteln
nicht befriedigend zu erfüllen sein. Aus diesem Grund wurde
per 1. Sept. 2001 ein Forschungsgesuch beim SNF eingereicht (Projekt
Forest Storm Risk Model; D. Mandallaz, M. Dobbertin,
F. Kienast, J. Quiny).
In den erwähnten Projekten sind erste Auswertungen durchgeführt,
und Berichte verfasst, sowie erste Veröffentlichungen publiziert
(La Forêt, Wald und Holz) oder eingereicht (Forest Snow
and Landscape Research). Das Projekt Forest Storm Risk Model,
welches die Risiko-Modellierung und die Bereitstellung und Verknüpfung
mit geeigneten Windparametern beinhaltete, wurde leider vom Schweizer
Nationalfont abgelehnt (Bericht März 2002). Es werden nun
andere Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Des weiteren ist
von der WSL ein internationales Projekt mit Partnern aus Frankreich
und Deutschland begonnen worden und besteht ein Zusammenarbeit
zwischen der WSL, dem BUWAL und verschiedenen ETH-Bereichen. Grösstes
Hindernis ist momentan die Finanzierung wichtiger Projekte.

Projekte und Konzepte (fett: Arbeiten
bereits begonnen)

Breaking News
März 2002: Projekt "Forest Storm Risk Model" wurde
in der ersten Eingabe abgelehnt.

Protokolle
Protokoll zu Themen-Workshop Windwurf vom
31.5.2000: p1windwurf.htm - p1.windwurf.rtf

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