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Zeitplan

Informationsschreiben Walddynamik Nr. 4

Birmensdorf, 6. Juli 2000

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits fünf Themen-Workshops haben in den vergangenen Wochen stattgefunden. Im folgenden möchte ich Sie über die wichtigsten Fortschritte der Veranstaltungen informieren: im vorliegenden Informationsschreiben in Kürze, im Internet detailliert in Form von Protokollen.

An allen bisherigen Workshops erhielten die ProjektleiterInnen Indikatoren-Listen (SAFE-Liste; LFI2-Liste) mit der Bitte, diese auf Eignung oder Ergänzung mit weiteren Indikatoren zu prüfen.


1 Informationen zu den einzelnen Kernthemen

Synthese: Workshop 25. Mai 00
Nach einer angeregten Diskussion wird die Projektstruktur verändert. Im neu definierten Querschnitt-Block sind jene Projekte enthalten, deren Projektziele für mehrere Kernthemen relevant sind, bzw. in mehreren Kernregionen Bedeutung haben. Im ursprünglichen Syntheseblock verbleiben jeneProjekte, die direkte Grundlagen für eine Synthese erarbeiten oder verschiedene Indikatoren zum Zweck einer Synthese benötigen. Die Unterteilung in naturwissenschaftliche und sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Synthese wird aufgehoben. Die Frage "Welchen Wald wollen wir?" soll zur Definition von Akteurengruppen führen, z.B. Naturschützer, Touristen, etc. (Protokoll)

Schutzwald: Workshop 29. Mai 00
Sehr unterschiedliche Projekte liegen zum Thema Schutzwald vor. Das Interesse am Thema ist gross, doch sind bereits wichtige Arbeiten durch die Eidg. Forstdirektion, Abt. Naturgefahren, eingeleitet (z.B. Projekte "Nachhaltigkeit im Schutzwald"; "Grenzen des Waldeinfluss auf Flysch"). Aus Sicht der Forstdirektion ist für die nächste Planungsperiode (2000-2003) der Einfluss von Pflegemassnahmen bezüglich Hochwasserschutz höchstprioritär. Als mögliche Kernregion wurde die Region Obwalden (von Sachseln bis zum Engelbergertal) diskutiert. Denkbar sind Projekte mit Arbeiten in der Kernregion und in Satelliten-Regionen (Prinzip "Spinne"). Das vorgesehene Projektdesign - Grundlageninformationen zu verschiedenen Disziplinen über die Querschnittprojekte - wird im Plenum unterstützt. Vom Kernthema könnten Grundlagen für die Minimalpflege-Massnahmen abgeleitet werden. (Protokoll)

Windwurf und Waldentwicklung: Workshop 31. Mai 00
Zum grossen Teil sind hier Projekte enthalten, die auf bisherigen Dauerbeobachtungen von Vivian-Sturmschäden aufbauen. Eine Ergänzung mit der Entwicklung von Käferschäden nach Lothar ist denkbar. Von den Lothar-Drittmitteln werden die Borkenkäfer-Projekte und die Vivian-Abschlussprojekte zu einem beträchtlichen Teil finanziert.

Dem Kernthema fehlt bisher ein geeignetes Syntheseprojekt, das die bisherigen Erkenntnisse in ei-nem Waldentwicklungsmodell vereinigen könnte. Am 11. Juli 00 findet hierzu eine Besprechung an der ETHZ statt (Brang, Bugmann, Schönenberger, Wohlgemuth).

Pâturage boisé: Workshop 7. Juni 00
Die nachhaltige Pflege der Wytweiden unter den heutigen sozio-ökonomischen Bedingungen steht als Ziel im Zentrum des Kernthemas (Workshop in Neuenburg). Resultate aus Experimenten (verschiedene Behandlungen, u.a. auch Beweidung durch Geissen) sollen Grundlagen für ein Synthesemodell bilden. Unklar ist, ob eine Kernregion definiert werden kann. Für die Region Naturpark Chasseral könnten Resultate aus einem bereits finanzierten Projekt übernommen werden. In diesem Zusammenhang wird auch das Prinzip "Spinne" diskutiert. Als weiterer Schritt soll ein Projekt beim NF eingereicht werden (Termin 1. Okt. 00).

Fascia castanile: Workshop 13. Juni 00
Am Workshop in Bellinzona nimmt auch Kantonsoberförster Delucchi teil. Aus Sicht des Kantons sind folgende Themen von Bedeutung: minimale Pflege im Naturwald, Neophyten im Zusammenhang mit Waldbrand, Förderung von Energieholz, Wälder mit Erholungsbedeutung. Eine Evaluation der offenen Fragen ergibt, dass die poteniell natürliche Vegetation im heutigen Kastaniengürtel eine zentrale Rolle für die Ableitung von waldbaulichen Massnahmen darstellt. Wie sieht der Naturwald im aktuellen Kastanienwald aus? oder "Welchen Wald wollen wir im Kastaniengürtel?", diese beiden Fragen sollen den Ausgangspunkt für eine weitere Diskussionsrunde bilden (Juli 00). Bis zu diesem Zeitpunkt sollen neue Projektskizzen erarbeitet werden. Der Kanton Tessin zeigt Interesse an einer Zusammenarbeit. (Protokoll)

Offenland-Wald Wallis
Eine erste Besprechung mit Kantonsoberförster Ch. Werlen hat bereits im Mai stattgefunden. Aus Sicht des Kantons sind folgende Themen von Bedeutung: Massnahmen im Rahmen des Föhrenproblems, Massnahmen in Schutzwäldern, Einwaldung von Weiden und allgemein Biodiversität. Der Kanton Wallis zeigt Interesse an einer Zusammenarbeit. Als mögliche Kernregion wird die Region Brig-Visp und Taleingänge diskutiert.
Workshop: 13. Juli 00, 10.00 Uhr, Dienststelle für Wald und Landschaft, Sion.

Windwurf und Risiko
Das Kernthema ist thematisch klar ausgerichtet und in Form eines Paketes an die Forstdirektion ge-langt. Eine Mehrheit der ProjektleiterInnen hat sich bereits im März zu einer ersten Sitzung an der WSL eingefunden. Die erhofften Lothar-Beiträge stehen derzeit noch zur Diskussion. Direkt abhängig davon ist die Weiterführung des Kernthemas. Im Falle einer zu knappen Unterstützung muss für die Idee, das Windwurfrisiko landesweit zu modellieren, eine andere Unterstützungsform, z.B. EU- oder NF-Geld, gefunden werden. Ein Workshop wird angekündigt, sobald Klarheit über die verfügbaren Mittel besteht. (Protokoll)

Wirtschaftswald im Mittelland
Zu diesem Thema konnte noch kein Themenleiter gefunden werden. Das Thema überschneidet sich mit dem WSL-Programm Waldnutzung, das dieses Frühjahr ausgeschrieben wurde. Aus diesem Grund werden am ersten Workshop sowohl Kantonsvertreter der Kantone ZH und AG als auch Ver-treter des WSL-Programms Waldnutzung eingeladen.
Workshop: 14. Juli, 9.00-12.00, WSL Birmensdorf, LG E5.


2 Analyse der ersten Workshops

Die bisher durchgeführten Workshops haben folgende wichtigen Fortschritte ergeben:

Kernthemen und Projektstruktur: Die vorgeschlagenen Kernthemen wurden z.T. fundamental diskutiert. Dies führte zu neuen Erkenntnissen, die zur Unterscheidung von Querschnitt- und Syntheseprojekten führte. Mehrere ProjektleiterInnen sehen ihre Projektskizzen in einem anderen als dem von uns vorgeschlagenen Kernthema. Alle daraus resultierenden Veränderungen wurden in der revidierten Projektstruktur nachgeführt.

Programmsynthese, Kernthemasynthese: Nach wie vor wollen wir Synthesen zu einzelnen Kernthemen und zum Programm anstreben. Eine Synthese ist jeweils in Form eines eigenen Projekts vorgesehen. Wo solche Syntheseprojekte in Kernthemen bisher fehlen, müssen sie definiert werden. Auch auf Programmebene sind noch neue Syntheseprojekte zu definieren.

Kontakte zu Kantonen und Buwal-Bereichen: Im Zuge der Fokussierung auf Kernthemen versucht die Programmleitung, Kantone und einzelne Buwal-Bereiche als Partner zu gewinnen. Für eine produktive Zusammenarbeit braucht es aber mehr als einen Workshop. Die Vorstellungen von Bund und Kantonen können mit den Projektideen sinnvoll kombiniert werden. Eine sorgfältige Planung ist zeitaufwendig und erfordert die Einbindung der ProjektleiterInnen sowie weiterer Fachleute. Wir erhoffen uns davon einen wesentlichen Gewinn in der Akzeptanz der Resultate.

Motivation: Die Beteiligung an den einzelnen Themen-Workshops, jeweils zwischen 5 und 18 Personen, zeigte ein reges Interesse am Programm. Es ist uns aber bewusst, dass wir ohne Gegenleistung nicht auf das selbe Interesse in folgenden Veranstaltungen zählen können. Wir werden deshalb bald darüber entscheiden, welche Projektskizzen eine Unterstützung zur Ausarbeitung erhalten. Bisher wurden 5 Projekte zurückgezogen. Wir möchten den betreffenden Projektleitern für ihr bisheriges Engagement danken.


3 Änderungen in der WSL-Programmorganisation

Die WSL-Geschäftsleitung (GL) hat beschlossen, den Programmen mehr Autonomie zu gewähren. Zudem wird die WSL-Forschungskommission (FOKO) als qualitätssicherndes Organ abgeschafft. Folgende Änderungen leiten sich davon ab: Projektskizzen werden in Zukunft nicht mehr durch die GL genehmigt. Neu wird diese Aufgabe den Programmleitern übertragen. Forschungspläne werden in Zukunft nicht mehr durch die FOKO geprüft. Neu wird die Evaluation durch die Programmleiter organisiert.


4 Änderungen im Programmteam

Programmaufbau und Programmdurchführung sind unterschiedliche Aufgaben. Folgende Personen haben sich nach Beteiligung an der Aufbauphase zurückgezogen: Dr. Reinhard Lässig, Dr. Martin Schütz und Andreas Zingg. Ihre wertvolle Mitarbeit sei an dieser Stelle herzlich verdankt. Das Programmteam wurde inzwischen ergänzt mit folgenden Personen: Dr. Alexandre Buttler (Antenne romande, WSL), Marco Conedera (Sottostazione WSL), Dr. Matthias Dobbertin, Dr. Andreas Rigling, Dr. Walter Schönenberger. Als Vertreter der WSL-Geschäftsleitung wird PD Dr. Otto Wildi zu den folgenden Teamsitzungen und Workshops eingeladen.


5 Zeitplan, bisherige und neue Projektskizzen

Die umfangreichen Planungsarbeiten werden zu einer allgemeinen Verzögerung des Programmbeginns führen. Das Programm beginnt, sobald die ersten Projekte gestartet werden können. Wir rechnen mit einem Beginn ab 2001. Bis dahin besteht nicht nur die Möglichkeit, die Projektskizzen den konkreteren Fragestellungen anzupassen, es ist auch möglich, mit neuen Projektskizzen eine Lücke im Programm zu schliessen. In den bisher durchgeführten Workshops wurden derartige Lücken angesprochen.


6 Forschungsgesuche an den Schweizerischen Nationalfonds

In einem Informationsschreiben an den Schweizerischen Nationalfonds wurden die Leiter der Abteilungen I (Geistes- und Sozialwissenschaften), II (Mathematik- Natur- und Ingenieurwissenschaften), und III (Biologie und Medizin) über das WSL-Programm Walddynamik informiert. Die Programmleitung wird bei allfälligen Forschungsgesuchen an den SNF auf Ihren Wunsch ein Begleitschreiben verfassen, in welchem der Bezug des eingereichten Forschungsgesuches zum Programm dargestellt wird.


Im Namen des Programmteams,

Thomas Wohlgemuth, Programmleiter


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Aktualisierter Zeitplan für das Programm Walddynamik:

Mai/Juni 2000 Themen-Workshops
Juni/Juli 2000 Überarbeitung der Projektskizzen
Juli 2000 Abgabe der Projektskizzen zuhanden GL
August-Dezember 2000 Ausarbeitung der Forschungspläne, Mittelacquisition
1. Oktober 2000 Eingabe NF
2001 Projektbeginn laufend
bis 2003 Projektdurchführung
2004 Synthese, Abschluss Programm

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