|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wir untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Wald und Wildtieren. Solche gibt es unzählige,
und deshalb müssen wir auf einige wichtige fokussieren. Der Auslöser für das Forschungsprogramm ist
die seit Jahrzehnten bestehende "Wald-Wild-Problematik", auch unter den Stichworten "Wildverbiss"
oder "Wildschaden" bekannt. Dahinter steht die Tatsache, dass sich wildlebende Huftiere ("Schalenwild")
teilweise von Trieben und Rinde junger Bäumchen ernähren. Sie beeinflussen damit das Wachstum und die
Überlebenschancen der Jungbäume, und bestimmen so Struktur, Artenzusammensetzung und langfristige
Entwicklung von Waldbeständen mit. Damit werden die Huftiere oft zum Störfaktor für forstliche Ziele,
und es kommt zu Konflikten zwischen Tier und Mensch, die beide Nutzer des Waldes sind.
|
Zur Konfliktlösung braucht es zunächst einmal ein profundes ökologisches Verständnis der Abläufe.
Viele Fragen sind ungelöst. Wir wissen meistens nicht, welche der Huftierarten für wie viel Verbiss
von Jungbäumen verantwortlich sind, ob der Verbiss mehr mit der Wilddichte oder eher mit dem Raumverhalten
der Huftiere zusammenhängt, und welche Rolle das generelle Nahrungsangebot spielt. Wir können zwar
den Verbiss an jungen Bäumchen messen, sind aber meistens nicht in der Lage vorauszusagen, welchen
Einfluss er auf die langfristige Entwicklung des Waldbestands hat. Antworten auf diese und viele
weitere Fragen suchen wir in den Modulen 2 und 3 des Forschungsprogramms. Die Projekte in Modul 2
konzentrieren sich eher auf Fragen rund um die Huftiere selber, jene von Modul 3 eher auf Fragen der
Vegetationsentwicklung bei Wildverbiss.
|
Konflikte sind aber nicht nur dadurch bedingt, dass objektives Wissen fehlt, sondern haben auch
viel mit Absicht, Einstellung und Werthaltung der Nutzenden zu tun. Solche unterscheiden sich zwischen
verschiedenen Nutzergruppen, z.B. Förster, Jäger oder Erholungssuchende. Im Modul 1 versuchen wir dem
auf den Grund zu gehen und entwickeln mit Angehörigen verschiedenster Interessensgruppen eine gemeinsame
Konfliktlösung.
|
Die Biodiversität im Wald besteht nicht nur aus Bäumen und Huftieren, sondern aus Tausenden weiteren
Pflanzen- und Tierarten. Manche von ihnen sind durch die heutigen Waldnutzungen, zu welchen neben der
Forstwirtschaft auch der Erholungsbetrieb zählt, in ihrem Überleben gefährdet. Zu diesen Arten gehören
das Auerhuhn und andere Raufusshühner, die im Modul 4 exemplarisch untersucht werden. Ziel ist es,
Empfehlungen zum Schutz und Management anspruchsvoller Tierarten in unserer stark beanspruchten Landschaft
abgeben zu können.
|
|
|