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Waldausdehnung im Schweizer Alpenraum (WaSAlp) |
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| Einleitung | Projekt WaSAlp Flyer
EinleitungDie Waldfläche in der Schweiz hat in den vergangenen 150 Jahren um ca. 30% zugenommen.
Die Waldausdehnung ist ein typisches Phänomen für das Berggebiet, in den Südalpen war sie dabei stärker
als in den Nordalpen. Auf landwirtschaftlichen Grenzertragsböden wird die Bewirtschaftung aufgegeben,
was über verschiedene Stadien des Brachlandes unterhalb der Waldgrenze zur Waldausdehnung und oberhalb
der Waldgrenze zur Ausbreitung der natürlichen alpinen Vegetation führt. Die Aufgabe von
Landwirtschaftsbetrieben wird als die dominante Ursache für die Brachlegung von Agrarflächen und für
den Waldeinwuchs im Alpenraum in den letzten Jahrzehnten betrachtet. Aufgrund von theoretischen
Überlegungen (agrarökonomische Produktions- und Standorttheorie) und empirischen Hinweisen
(im Talgebiet z.B. war der Strukturwandel stärker) gehen wir davon aus, dass diese verbreitete Erklärung
unzureichend ist und deshalb auch die politischen Massnahmen zur Aufrechterhaltung der Bewirtschaftung
von Grenzertragslagen oftmals wenig wirksam und nicht effizient sind.
ProjektzieleDie zentrale Forschungsfrage lautet: Gibt es typische räumliche und zeitliche Muster der Brachlegung und Waldausdehnung und können diese mittels quantitativer naturräumlicher und sozio-ökonomischer Daten erklärt werden?
Ziel der Dissertation von Mario Gellrich mit dem Arbeitstitel "Forest Expansion in the Swiss Alps: A quantitative analysis with an emphasis on structural change in agriculture" ist die quantitative Analyse der Waldausdehnung auf der Basis eines ökonomischen Modells zur Erklärung des Bewirtschaftungsverhaltens der Landwirtschaft im Alpenraum. Die Aufgabe der Bewirtschaftung stellt das Ergebnis eines ökonomischen Nutzen-Kosten-Kalküls dar: Ist der Nutzen kleiner als die Kosten, so wird die Bewirtschaftung einer Fläche aufgegeben. Nutzen und Kosten bzw. Ertrag und Aufwand hängen von bio-physikalischen (z.B. Topographie, klimatische Bedingungen) und sozio-ökonomischen Ursachen (z.B. Preise, Direktzahlungen, Opportunitätskosten für Arbeit, Infrastruktur, institutionelle Rahmenbedingungen) ab.
Methoden und DatenMit Hilfe zweier sich ergänzender methodischer Vorgehensweisen mit unterschiedlichem räumlichem und zeitlichem Bezug wird erstens eine quantitative Analyse regionaler Muster für den gesamten Alpenraum vorgenommen (Total area approach, TAA) und zweitens werden in drei bis vier ausgewählten Fallstudiengebieten lokale Muster analysiert (Repeated aerial photograph approach in selected areas, RAPAS). (i) TAA: Mit der Arealstatistik 1979/85 und 1992/97 und dem Landesforstinventar 1 und 2 (1983/85 bzw. 1993/95) stehen für unser Projekt erstmals repräsentative Datensätze zur Waldausdehnung für die gesamte Schweiz zur Verfügung. Diese werden mit Informationen aus Landeskarten ergänzt. Bio-physikalische Daten stehen in Form von Klimadaten, edaphischen Daten und Höhenmodellen zur Verfügung. Daneben operationalisieren wir die Hypothesen mit Agrarstrukturdaten (z.B. Anzahl Betriebe, Arbeitskräfte, landwirtschaftliche Nutzfläche), mit regionalen Wirtschaftsdaten (z.B. zu regionalem Arbeitsmarkt) und mit Hilfe von Infrastrukturdaten. (ii) RAPAS: In den Fallstudiengebieten (ausgewählt sind die vier Gemeinden Tujetsch/GR, Soazza/GR, Eggiwil/BE und Blitzingen/VS) werden wir die vorhandenen Datengrundlagen mit eigenen Erhebungen ergänzen. Dazu werden Luftbilder im Zeitraum zwischen 1950 und 2000 ausgewertet, Vegetationsaufnahmen im Gelände gemacht, Interviews mit LandwirtInnen, FörsterInnen und anderen Stakeholders geführt sowie weitere lokale Informationen ausgewertet (z.B. alte Karten, Wirtschaftspläne im Gemeindearchiv). (iii) Journalistische Begleitung: Von zentraler Bedeutung im Projekt ist der Versuch, dem Anspruch an eine transdisziplinäre Forschung gerecht zu werden. Dazu wurde die Journalistin Claudia Schreiber gewonnen, die das Projekt journalistisch begleitet. Mit der journalistischen Begleitung werden drei Ziele verfolgt: Erstens soll die lokale Bevölkerung über das Projekt informiert werden, zweitens sollen die journalistischen Recherchen die wissenschaftliche Analyse der Waldausdehnung ergänzen und drittens sollen die lokalen Stakeholders zur aktiven Auseinandersetzung mit der Problemstellung ermuntert werden.
Workshops
Publikationen
Konferenz Posters
Fallstudiengemeinden
Journalistische Begleitung (Claudia Schreiber)
Links
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