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Transformationsgeschwindigkeiten von Landschaften im Alpenraum:
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„Was sich nicht verändert hat? Ja, an der Landschaft selber hat sich eigentlich nicht viel verändert.
An der Landschaft! Es sind ja ein paar Häuser, von denen ich jetzt gesprochen habe. Ja, ja.
Sonst an der Landschaft hat sich nicht viel verändert. Aber am Leben hat sich viel verändert. Wie man lebt hat sich viel verändert, dünkt es mich.“
(weggezogener Gontner, 63) |
„Diese Siedlung ist schon sprunghaft gekommen. Also früher und während meiner Kindheit ist auf der Fläche wo heute dieses Quartier steht ein “Heimatli" gewesen, fast wie eine Alp, dieses ganze Gebiet. Und dann hat man das eingezont. Und dann ist das sehr schnell gegangen. Dann ist ein Häuschen nach dem anderen gekommen.“
(Weggezogener Gontner, 63) |
Die Landschaft verändert sich ständig, aber nicht an allen Orten gehen die Veränderungen gleich rasch vor sich. Im letzten Jahrhundert wurde mit der aufkommenden Industrialisierung das schweizerische Mittelland stark erschlossen, bebaut und landwirtschaftlich intensiver genutzt. Solche Entwicklungen sind mit einer gewissen Verzögerung auch bis in die Alpentäler vorgestossen, wo traditionelle Bewirtschaftungsweisen zurückgegangen sind und touristische Infrastruktureinrichtungen zugenommen haben.
Ziel dieses Projektes ist es, den Landschaftswandel und dessen Veränderungsgeschwindigkeit während
des letzten Jahrhunderts in zwei ausgesuchten Regionen zwischen Mittelland und Alpen aufzuarbeiten und deren Ursachen,
Wirkungen und Folgen zu beschreiben. Dabei werden in einem interdisziplinären Team von 3 Doktorierenden verschiedene
Aspekte des Landschaftswandels untersucht und zu einem gesamtheitlichen Bild zusammengestellt.
In ihrer geographisch-historischen Arbeit geht Nina Schneeberger der Frage nach,
welche treibenden Kräfte hinter dem Landschaftswandel stehen, in welche Richtung und mit welcher
Geschwindigkeit er abgelaufen ist und welche Tendenzen sich allenfalls erkennen lassen. Patricia Felber Rufer
erforscht in ihrer sozialwissenschaftlichen Arbeit die Einstellung der Bevölkerung
zu den Veränderungen in ihrer Gemeinde: Wie gut erinnern sich die Leute an die Veränderungen und wie werten sie diese?
In einer landschaftsökologischen Arbeit untersucht Michael Lütolf, wie Tier- und Pflanzenarten
auf die unterschiedlichen Veränderungen respektive die Veränderungsgeschwindigkeiten reagiert haben.
Das vorliegende Projekt ist Teil des Nationalen Forschungsprogramms 48 , bei dem
sich unter dem Titel 'Landschaften und Lebensräume der Alpen' verschiedene Projekte zum nachhaltigen Umgang mit der Ressource Alpen befassen.
| >> Abteilung Naturschutz und historische Ökologie | >> Abteilung Landschaft und Gesellschaft | >> Abteilung Landschaftsdynamik und Raumentwicklung |