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Teilprojekt 3
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Teilprojekt 3Michael LütolfDas Ziel des biologischen Teils des Projekts besteht darin, Auswirkungen von Landschaftsveränderungen auf das Auftreten von Tier- und Pflanzenarten seit den 50er Jahren zu untersuchen. Im Weiteren soll in dieser retrospektiven Arbeit der Einfluss der Geschwindigkeit der Landschaftsveränderung, der Transformationsrate, auf das Vorkommen von Arten genauer untersucht werden.
Wie können Landschaftsveränderungen, die einen möglichen Einfluss auf die untersuchten Arten hatten, über den Zeitraum der letzten 50 Jahre rekonstruiert werden?
Seit den 50er Jahren werden auf Gemeindeebene durch das Bundesamt für Statistik regelmässig Erhebungen in den Bereichen Landwirtschaft, Bevölkerung, Wohnungen etc. durchgeführt. Daher sind in einem 10 jährigen Turnus Angaben zur landwirtschaftlichen Landnutzung oder zur Bautätigkeit erhältlich, so dass die 50 vergangenen Jahre in fünf Zeitschnitte (Perioden) eingeteilt werden können. Aus den Angaben zweier verschiedener Perioden können nun Veränderungsgeschwindigkeiten berechnet werden. Da Lebensräume von Arten wie zum Beispiel Moore oder Trockenwiesen i n diesen Angaben nicht direkt ausgewiesen werden, müssen stellvertretende Grössen herangezogen werden. So kann zum Beispiel die Anzahl Traktoren pro landwirtschaftliche Nutzfläche als Hinweis auf die Intensivierung der Landwirtschaft ausgelegt werden, welche die Vernetzung der Lebensräume herabgesetzt hat.
Welche Arten werden für diese Untersuchung gewählt?
Die ausgewählten Arten sind alle auf einige wenige Lebensräume beschränkt. Diese Lebensraumspezialisten reagieren schnell auf mögliche Landschaftsveränderungen. Zudem müssen von der gewählten Art möglichst viele Fundstellen aus den letzten 50 Jahren bekannt sein. Für eine erste Analyse wurden Schmetterlinge der Feuchtgebiete und Magerwiesen ausgewählt. Pflanzenarten könnten mit dem gewählten Ansatz in einem weiteren Schritt untersucht werden.
Wie können die Veränderungen der Artenvorkommen mit den Landschaftsveränderungen in Zusammenhang gebracht werden?
In einem ersten Schritt wird ein statistischer Ansatz gewählt, mit dem eine Beziehung zwischen dem Auftreten der Art (Zielgrösse) und den Erhebungsdaten (erklärende Grössen) für jede der fünf Perioden hergestellt wird. Diese mathematische Beziehung erlaubt für jede Gemeinde und Periode eine Vorhersage zum Auftreten der Art. Verschiebungen dieser Vorhersagewerte zwischen zwei Perioden lassen den Schluss zu, dass sich die Lebensraumbedingungen in einer Gemeinde verändert haben. In einem weiteren Schritt werden die erhaltenen Vorhersagewerte mit den aus den Erhebungsdaten hergeleiteten Veränderungsgeschwindigkeiten verglichen. Es wird erwartet, dass hohe Transformationsraten zu einem schnellen Verschwinden dieser Lebensraumspezialisten geführt haben.
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