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Wachsen Bäume auch, wenn niemand sie pflanzt?

Naturverjüngung
Bäumchen aus Samen, die zu schwer zum fliegen sind, keimen meistens unterhalb ihres "Mutterbaumes", wie hier bei Buchen. 
 
Aufforstung Freiamt
Diese Kunstoff-Netze schützen die jungen Bäume gegen Wild-Verbiss.

Vielleicht sind dir schon im Wald junge Bäume aufgefallen, die in regelmässigen Reihen stehen, oder die mit einem Kunststoff-Netz geschützt sind. Diese Bäume wurden sehr wahrscheinlich gepflanzt. Doch wie üblich ist dies in der Schweiz?

Wenn du im Wald unterwegs bist, wirst du meistens junge Bäume sehen, die ganz natürlich aus Samen gekeimt sind. Sie stehen oft in Gruppen zusammen, deren Bäume unterschiedlich alt sind und zu verschiedenen Baumarten gehören.

Heute wird der Wald vorwiegend auf genau diese Weise verjüngt, das bezeichnet man als Naturverjüngung. In "jungen" Wäldern sind heute sogar 92% des Nachwuchses so entstanden. Das ist gut für den Wald und für die Vielfalt der Arten, Erbanlagen und Lebensräume (alles zusammen nennt man Biodiversität). Die Schweiz ist "Klassenbeste" in Westeuropa, denn sie hat den höchsten Anteil an Naturverjüngung.

In Bergwäldern muss manchmal der Förster pflanzen

Bäume wachsen also auch, wenn niemand sie pflanzt. Aber sie stehen nicht immer an dem Ort, an dem der Förster sie gerne hätte. Manchmal wachsen auch Bäume einer anderen Art im Wald, der Förster hingegen möchte vielleicht lieber einen Laubbaum anstatt eines Nadelbaumes. Deswegen hilft er manchmal nach und pflanzt Bäume. Dies nennt man aufforsten. Das ist besonders nach Waldbränden, Windwürfen und Schneeschäden in Bergwäldern nötig, wo der Wald schnell wieder gegen Schneelawinen oder Steinschlag schützen soll.

Auch im Mittelland, wo die Bäume aufgrund der höheren Temperaturen schneller wachsen als im Gebirge, kann es gute Gründe geben, Bäume zu pflanzen. Zum Beispiel in Wäldern, die möglichst viel hochwertiges Holz bestimmter Baumarten produzieren sollen, wie z.B. die Stiel- und die Traubeneiche. Dort, wo sich die gewünschten Baumarten nicht von selber in genügend grosser Anzahl ansamen, ergänzt der Förster die Waldverjüngung. Wo der Boden und das Klima sich eignen, pflanzt er gerne etwas seltenere Bäume wie zum Beispiel den Waldkirschbaum, die Winterlinde oder den Spitzahorn.

An der WSL...

... beobachten Forschende in verschiedenen Wäldern, wie natürlich verjüngte Stieleichen aufwachsen, wenn sie von Mäusen, Rehen und Brombeeren in ihrem Wachstum gestört werden. Die natürliche Waldverjüngung wird besonders intensiv seit den grossen Stürmen "Vivian" und "Lothar" untersucht.

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