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WSL-Forscherin erhält 2 Mio. € EU-Fördermittel für Freiwilligen-Projekt

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Wie gestalten Gene und Umwelt zusammen das Überleben und Wachstum von Waldbäumen? Katalin Csilléry, Genetikerin an der WSL, wird dies in einem gross angelegten Experiment untersuchen, an dem viele freiwillige Forstleute in ganz Europa mithelfen, und das Methoden aus der Tier- und Pflanzenzucht einsetzt. Sie hat dazu einen der renommierten Zuschüsse des Europäischen Forschungsrates (ERC Consolidator Grant) in Höhe von 2 Millionen Euro erhalten.

 

Das Projekt heisst "Mein Garten voller Bäume" und untersucht, wie Gene und Umwelt zusammenwirken, um das Überleben und Wachstum von zwei Baumarten zu bestimmen: Buche und Weisstanne. "Es wird das erste Transplantationsexperiment sein, das das gesamte Verbreitungsgebiet der Arten abdeckt und sogar darüber hinaus reicht", sagt Katalin Csilléry von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL.

Mehrere hundert Forstleute aus ganz Europa werden an dieser Untersuchung teilnehmen. Sie werden Samen aus sorgfältig ausgewählten Quellen pflanzen und Beobachtungen an den Setzlingen durchführen. "Entgegen der üblichen Praxis in der Forstwirtschaft werden wir keine Baumschulen für die Aufzucht von Setzlingen verwenden, sondern Samen direkt in den Wald pflanzen. Nur so können wir etwas über die natürliche Regeneration lernen", erklärt Dr. Csilléry.

Die Beobachtungen sowie neue genetische Daten werden in ein statistisches Modell namens "genomische Vorhersage" eingespeist, das von Tier- und Pflanzenzüchtern entwickelt wurde. "Dank dieser Methode werden wir in der Lage sein, ein Werkzeug zu entwickeln, um an jedem beliebigen Standort optimale Saatgutquellen auszuwählen. Das wird eine Entschädigung für die Forstleute für ihre Teilnahme sein", fügt Csilléry hinzu.

 

Klima-smarte Forstwirtschaft unterstützen

Katalin Csilléry studierte Genetik und Statistik an der Universität von Edinburgh und wechselte nach ihrer Dissertation die Fachrichtung, um über die Ökologie und Genetik von Waldbäumen zu forschen. Sie widmet sich einer Forschung, die auch in der Praxis dient. "Gesunde Wälder sind für die Bekämpfung des Klimawandels unerlässlich. Leider ist der derzeitige Klimawandel für viele Waldbaumpopulationen zu schnell, um sich anzupassen", erklärt sie. An manchen Orten wird es notwendig werden, neue Arten oder Bäume von weit entfernten Standorten zu pflanzen, eine Praxis, die "assistierte Migration" genannt wird. Mit dem ERC-Grant wird die Gruppe von Csilléry unter anderem die Risiken und Vorteile dieser Praxis erforschen.

 

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