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Biodiversität

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Die Biodiversität – die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen – ist die Vielfalt des Lebens. Wir erarbeiten die wissenschaftlichen Grundlagen, die für die Überwachung und Förderung der Biodiversität in der Schweiz nötig sind, und modellieren, wie sich die Biodiversität in Zukunft verändern könnte.

 

Die Biodiversität – die genetische Vielfalt, die Artenvielfalt, die Vielfalt der Lebensräume sowie die Wechselbeziehungen innerhalb und zwischen diesen drei Ebenen – ist unsere Lebensgrundlage. Die Schweiz hat sich mit der Ratifizierung der Biodiversitätskonvention von Rio verpflichtet, die Biodiversität zu überwachen, zu erhalten und zu fördern. Denn nur dank einer hohen Biodiversität erbringen Ökosysteme wichtige Dienstleistungen wie sauberes Wasser oder stabile Böden. Die Biodiversität trägt zur Lebensqualität und zum Erholungswert unserer Umwelt bei. Auch aus ethisch-moralischen Gründen ist es unsere Pflicht, die Artenvielfalt als Teil der Biodiversität zu erhalten.

Doch die Vielfalt ist bedroht, weltweit und in der Schweiz. Landnutzungsänderungen, Umweltverschmutzung, invasive Arten und der Klimawandel haben einen negativen Einfluss auf die Biodiversität. Damit sie in der Schweiz langfristig erhalten bleibt und gefördert wird, hat der Bundesrat 2012 die Strategie Biodiversität Schweiz beschlossen.

Forschen und überwachen

Als Forschungsinstitut des Bundes betreiben wir sowohl Grundlagen- als auch angewandte Biodiversitätsforschung etwa in den Bereichen Biodiversitätsmonitoring und -analyse, Gebirgsökologie, Waldbiodiversität, Stadtökologie und Naturschutzgenetik. Zur Überwachung und Förderung der Biodiversität in der Schweiz entwickeln wir Methoden, mit denen die Biodiversität und ihre Veränderungen erfasst werden können. Wir unterhalten zum Beispiel die nationalen Datenzentren für Pilze und Flechten, dokumentieren die Bestandsentwicklung verschiedener Organismengruppen und erarbeiten entsprechende Rote Listen. Zudem unterstützen wir das nationale Datenzentrum für Gefässpflanzen. Im Projekt «Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz» untersuchen wir im Auftrag des BAFU, ob sich die Lebensräume von nationaler Bedeutung gemäss ihren Schutzzielen entwickeln und ob sie in ihrer Fläche und Qualität erhalten bleiben.

Massnahmen zum Schutz der Biodiversität sind oft aufwändig. Es ist darum wichtig, ihren Erfolg zu überprüfen. Wir entwickeln Methoden für die Erfolgskontrolle und tragen dazu bei, die Umsetzung zu optimieren.

Ein Blick zurück und in die Zukunft

Die Biodiversität ist im ständigen Wandel. Durch Vergleiche mit historischen Daten können wir einerseits aufzeigen, wie sich Biodiversitätsveränderungen auf die Ökosysteme auswirken. Die Modellierung von Lebensraumveränderungen ermöglicht es uns andererseits, Aussagen über die zukünftige Entwicklung der Biodiversität zu machen. Für unsere Modelle verwenden wir im Feld und in Experimenten gemessene Biodiversitätsdaten, geografische Daten und Daten aus der Fernerkundung.

 

Themen

Artenvielfalt

Wir erforschen die Vielfalt an Tieren und Pflanzen im Wald und im Gebirge und untersuchen Faktoren, die die Artenzusammensetzung beeinflussen.

Genetische Vielfalt und Naturschutz

Wir untersuchen ökologische Prozesse in Pflanzen- und Tierpopulationen mit molekulargenetischen Methoden und ergänzen diese mit Experimenten.

Ökologische Wechselwirkungen

Alle Lebewesen stehen in Beziehung zueinander und mit ihrer Umwelt. Wir untersuchen die ökologischen Wechselwirkungen unterschiedlichster Organismen.

Ökosystemfunktionen

Wir untersuchen, wie die Biodiversität und die Interaktionen zwischen Organismen die Funktionen und Leistungen von Ökosystemen beeinflussen.

Lebensraumveränderung und Vernetzung

Wir erforschen die Ursachen der Lebensraumveränderungen in der Schweiz und ermitteln die Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensräume.

Naturschutzbiologie und Schutzgebiete

Wir liefern wissenschaftlichen Grundlagen zum Schutz der Biodiversität und untersuchen die Akzeptanz von Naturschutzmassnahmen in der Bevölkerung.

Invasive Arten

Viele Tiere, Pflanzen oder Pilze wandern in die Schweiz ein und richten Schaden an. Wir forschen, um ihre weitere Ausbreitung zu verhindern.

Anpassung und Evolution

Wir untersuchen, wie Tiere, Pflanzen und Pilze auf den Klimawandel reagieren und wie sich dadurch Biodiversitätsmuster verändern.

 

Aktuell

Der an der WSL entwickelte Ansatz max.moor ermöglicht, CO2-Emissionen zugunsten von Hochmoorrenaturierungen zu kompensieren.

Die Torfmoore bewahren unabhängig von der geringen Vielfalt ihres Ökosystems stets ihre Robustheit.

Der Orangegelbe Lärchenschneckling (Hygrophorus speciosus Peck) verschwand fast vollständig nach der Erwärmung.

Die Klimaerwärmung wird die Zusammensetzung der Pilzgemeinschaft im Boden verändern, insbesondere an kalten Standorten wie an der Waldgrenze.

In einem grossen Citizen-Science Projekt appellieren von Forschern der WSL an Schulklassen, Raupen aus Knetmasse in Eichen zu verstecken. Die...

 

Publikationen

 

Genetische Vielfalt ist ein grundlegender Bestandteil der Biodiversität und muss als solcher beachtet, beschrieben und erhalten werden. Dafür kommen moderne genetische Methoden zum Einsatz, die als Werkzeug auch im praktischen Naturschutz zunehmend Anwendung finden.