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Rote Liste und Merkblätter

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Die im Jahre 2002 publizierte Liste ist die erste offizielle Rote Liste der Flechten der Schweiz. Sie wurde nach den IUCN-Kriterien 2001 und den Richtlinien für deren Anwendung auf regionale bzw. nationale Listen erstellt. Für die Anwendung der Richtlinien auf die Gruppe der Flechten wurden Zusatzkriterien erarbeitet, welche die offen formulierten Entscheidungswege der IUCN konkretisieren.

 

Von den 786 untersuchten Flechtenarten (520 baumbewohnende und 266 erdbewohnende Arten) wurden 295 (37%) auf die Rote Liste gesetzt. Der Anteil gefährdeter Arten ist 44% (230 Arten) bei den baumbewohnenden Arten und 24% (65 Arten) bei den erdbewohnenden Arten. Weitere 107 Arten (13%) sind potenziell gefährdet (NT) und 312 Arten (39%) gelten als nicht gefährdet. 38 (22 baum- und 16 erdbewohnende Arten) sind in der Schweiz ausgestorben (RE), 45 (35 baum-und 10 erdbewohnende Arten) sind als vom Aussterben bedroht (CR), 96 (87 baum- und 9 erdbewohnende Arten) werden als stark gefährdet (EN) und 116 (86 baum- und 30 erdbewohnende Arten) als verletzlich (VU) eingestuft. Arten der Roten Liste finden sich in allen Lebensräumen, aber der Anteil der gefährdeten Arten ist in den folgenden Lebensräumen am höchsten: 

Für baumbewohnende Flechten:

  • Lichte naturnahe Wälder und Altholzbestände, speziell in Beständen, die in früheren Baumgenerationen keine grossflächigen Störungen erfahren haben (ökologische Kontinuität)
  • Lichte Eichen-Mittelwälder, mächtige Eichen in Wäldern oder an Waldrändern
  • Alte hainartige Waldbestände, Wytweiden, pâturage-boisés, Kastanien-Selven
  • Locker stehende Gehölze
  • Alleebäume, freistehende Einzelbäume
  • Traditionelle Hecken und Gebüsche
  • Hochstamm-Obstbäume, ohne Pestizid- und Düngungseinsatz
  • Walnussbäume, besonders in warmen, luftfeuchten Lagen

Für erdbewohnende Flechten:   

  • Kalkmagerrasen mit feinerdigen Lücken
  • Trockenrasen auf sauren Böden
  • Schotterterrassen und Kiesbänke mit lückiger Vegetation
  • Lückige alpine Rasen
  • Zwergstrauchheiden
  • Bülten, Torfstichkanten in Hochmooren
 

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