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Ökologische Genetik der Arve

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Die alpine Waldgrenze stellt einen markanten Übergang in Gebirgslandschaften dar, da sie für eine ökologische Grenze bezüglich Baumwachstum steht. Hier ist die Arve oder Zirbe (Pinus cembra) die charismatische Baumart, die vorwiegend in den kontinentalen Bereichen der zentralen europäischen Alpen wächst. Sie kommt aber auch in zerstreuten Beständen entlang des Alpenrands und in den Karpaten vor.

 

Die Arve weist Merkmale auf, die sie zu einem geeigneten Untersuchungsobjekt für ökologische und evolutionäre Forschung macht. Die langlebigen Bäume breiten ihren Pollen durch Wind aus, wie es für Nadelbäume üblich ist. Die Samenausbreitung beruht hingegen auf dem Futtersammel-Verhalten des Tannenhähers (Nucifraga caryocatactes). Jeder Vogel legt tausende von Samenverstecken an, die jeweils einige der an fett- und proteinreichen Samen als Winternahrung enthalten. Zurückbelassene Samen können an günstigen Standorten keimen. Wenn die Sämlinge sich erfolgreich etablieren, trägt das Sammelverhalten des Vogels zur effektiven
Ausbreitung der Arve bei.

Um Prozesse wie Ausbreitung und Anpassung an lokale Umweltbedingungen zu erforschen, erweisen sich molekulare Methoden als hilfreich. In verschiedenen Projekten kombinieren wir molekular-genetische und ökologische Ansätze, um die Evolutionsbiologie der Arve besser zu verstehen und damit zu ihrer nachhaltigen Nutzung und, wo nötig, Erhaltung beizutragen. Auf verschiedenen räumlichen Skalen – vom einzelnen Bestand bis zum gesamten Verbreitungsgebiet – beschreiben wir ihre genetische Struktur, um kleinräumige Ausbreitung, Verwandtschaftsmuster und mögliche Inzucht, aber auch ihre postglaziale Geschichte zu beschreiben, welche im genetischen Muster heute vorkommender Arvenpopulationen ihre Spuren hinterlassen hat.

 

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