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Bedrohte Lebensräume: Wytweiden und Feuchtgebiete

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Wytweiden und Feuchtgebiete sind Übergangszonen zwischen unterschiedlichen Lebensräumen, die empfindlich auf Störungen reagieren. Wir untersuchen, wie sich Umweltveränderungen auf diese fragilen Lebensräume auswirken und wie das ökologische Gleichgewicht wiederhergestellt werden kann.

 

Die fortwährende Einwirkung von Mensch und Vieh auf die Natur führte im Schweizer Jura zu den landschaftsprägenden Wytweiden, einem Mosaik aus Weideflächen, Flurgehölzen und Waldarealen. Die traditionell extensive forstliche und landwirtschaftliche Nutzung hat zu einem hohen Artenreichtum geführt und gewährt das Gleichgewicht dieses vom Menschen beeinflussten Ökosystems.

Doch die Bewirtschaftungsmethoden haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Einzelne Parzellen werden weiterhin intensiv beweidet, andere völlig aufgegeben. Ohne Bewirtschaftung verschwinden die Wytweiden; mit der Zeit entstehen reine Weide- oder Waldflächen.

 

Aquatisch, terrestrisch oder beides?

Feuchtgebiete sind komplexe Ökosysteme mit gleichzeitig aquatischem und terrestrischem Charakter. Sie bieten einer Vielzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Die räumliche Nähe von Wasser und Land spielt eine wichtige Rolle für den Wasser-, Kohlenstoff- und Nährstoffkreislauf.

Durch Entwässerung sind viele Feuchtgebiete ganz oder teilweise zerstört worden. Dies hat insbesondere bei trockengelegten Mooren negative Auswirkungen auf den Kohlestoffkreislauf: Im Boden gebundener organischer Kohlestoff wird als Kohlendioxid freigesetzt, was die Klimaerwärmung zusätzlich anheizt.

Verstehen hilft vorsorgen

Wir untersuchen die räumliche und zeitliche Dynamik von Wytweiden und Feuchtgebieten wie Mooren und Flussebenen. Dabei berücksichtigen wir die Auswirkungen von Landnutzungsänderungen ebenso wie den Einfluss des Klimawandels auf die Pflanzen und den Boden.

 

Fotostrecke Moorforschung

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Zugang zur Versuchsfläche im sibirischen Moor Mukhrino 2600 Kilometer östlich von Moskau. Bild: Luca Bragazza, WSL
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Sibirische Versuchsfläche aus der Luft. Die Anlagen im Jura sind viel kleiner, wie auch die Moore im Jura viel kleiner sind. Bild: Alexandre Buttler, WSL
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Einrichten der Versuchsflächen in Sibirien: Forschung braucht auch viel körperliche Arbeit. Bild: Alexandre Buttler, WSL
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Einrichten der Versuchsflächen in Polen: Sogenannte Open-Top-Kammern sind Plexiglaskonstruktionen, die Licht, Niederschlag und Wind weitgehend unverändert lassen, aber die Wärmeabstrahlung in der Nacht reduzieren. So simulieren sie eine Klimaerwärmung. Bild: Alexandre Buttler, WSL
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Die Anlage in Polen besteht aus drei Open-Top-Kammern, in denen eine Klimaerwärmung simuliert werden kann. Sie sind baugleich mit den Kammern im Jura und in Sibirien. Bild: Alexandre Buttler, WSL
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Das Moor «Le Forbonnet» befindet sich in der Nähe von Frasne im französischen Jura. Die WSL-Forscher sind vor allem hier tätig. Bild: Gottarado Pestalozzi, WSL
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Die WSL-Forscher Alexandre Buttler und Luca Bragazza suchen ihre Versuchsflächen im Hochmoor Le Forbonnet im französischen Jura auf. Weil Moorboden sehr druckempfindlich ist, wurde ein Holzsteg eingerichtet. Buttler trägt einen Bohrer, um Bodenproben zu nehmen; Bragazza ein Gerät, mit dem sich die Bodenatmung messen lässt. Bild: Gottardo Pestalozzi, WSL
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Ein Balanceakt: Alexandre Buttler und Luca Bragazza bereiten im Hochmoor Le Forbonnet Messungen vor. Bild: Gottardo Pestalozzi, WSL
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Forscher müssen fit sein: Alexandre Buttler streckt sich, um auf dem Bauch liegend die Pflanzenwelt in der Open-Top-Kammer zu erfassen. Bild: Gottardo Pestalozzi, WSL
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Luca Bragazza misst mit einem sogenannten Licor die Bodenatmung – also wie viel Kohlenstoffdioxid der Moorboden freisetzt. Bild: Gottardo Pestalozzi, WSL
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Alexandre Buttler und Luca Bragazza haben den rund zwei Meter langen Bohrer in den Boden geschraubt, um Proben aus dem Moor zu ziehen. Bild: Gottardo Pestalozzi, WSL
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Inhalt zweier Bodenproben: Oben Schwarztorf, unten Blondtorf. Bild: Gottardo Pestalozzi, WSL
 

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