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Ingenieurbiologie: Einfluss von Ektomykorrhizapilzen auf die vergesellschafteten Pflanzen und die Boden-Stabililität bei Lebendverbau-Massnahmen im Gebirge

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Ein zentrales Problem im Lebendverbau ist die Tatsache, dass die Vegetationswirkungen in Hang-Stabilitätsrechnungen nicht angemessen berücksichtigt werden, was eng mit Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung einer schützenden Vegetationsdecke mit einem bodenstabilisierenden Wurzelraum gekoppelt ist.

Zur Förderung des Pflanzenwachstums und der Bodenaggregat-Stabilität im Oberboden werden daher in der gängigen Lebendverbau-Praxis Dünger und synthetische Klebstoffe eingesetzt. Dieses Vorgehen ist jedoch in vielen Fällen ungeeignet. Die entsprechenden Funktionen werden in der Natur von Mikroorganismen übernommen, insbesondere von Mykorrhizapilzen. Eine naheliegende Lösung ist die Zugabe geeignete Arten solcher Symbiosepilze. Allerdings fehlen für diese oft relevante Informationen bezüglich deren Funktionen und Potential im Rahmen der Förderung des Pflanzenwachstums sowie der Fähigkeit zur Bildung und Stabilisierung von Bodenaggregaten.

 

Methoden

Wir untersuchen, welche Pflanzen-Pilz-Kombinationen die Wirkung von Lebendverbau-Massnahmen im Zusammenhang mit der Stabilisierung von Erosionsflächen und oberflächennahen Rutschungen fördern. Dazu führen wir mit ausgewählten "Lebendverbau-Pflanzen" und entsprechenden Mykorrhizapilzen im Labor Synthese-, Wachstums- und Aggregations-Experimente durch. Die für die jeweiligen Pflanzenarten in Frage kommenden Pilze werden möglichst aus der Umgebung aktiver oder rezenter Rutschgebiete isoliert, von wo auch das Bodenmaterial verwendet wird. Mit den erfolgversprechendsten Pflanze-Pilz-Kombinationen führen wir Feldversuche durch. Diese geben Auskunft über die Konkurrenzkraft von beimpften Pflanzen unter natürlichen Bedingungen.

 

Unter Laborbedingungen wurden die besten Ergebnisse mit jenen Systemen erzielt, welche natürlicherweise an Standorten vorkommen, die am ehesten den charakteristischen Bedingungen von Rutschgebieten entsprechen. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen wiederum eignen sich vorwiegend Mykorrhizapilze, welche für die Wirtspflanze spezifisch sind.

 

Bedeutung für die Praxis

Mit dem Einsatz geeigneter Mykorrhizapilze kann man die Problematik der Düngung und der Anwendung synthetischer Hilfsstoffe umgehen und schafft von Beginn an naturnahe, standortgerechte und entwicklungsfähige Bedingungen. Damit ist die schnelle Integration der Lebendverbau-Massnahmen in die natürliche und Gebiets spezifische Sukzessionsdynamik sowie der Organismen-Austausch mit benachbarten intakten Regionen gewährleistet. Die ungehinderte Einwanderung standortangepasster Arten erhöht die Diversität und ermöglicht so die Entwicklung des neu geschaffenen Ökosystems im Sinne einer natürlichen Sukzession. Dies wiederum fördert die Stabilität des gesamten Systems. Die Unterhaltskosten können so auf ein Minimum reduziert und auf langjährige, teure Nachbehandlungen kann weitgehend verzichtet werden.

 

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