Navigation mit Access Keys

Winterthur für den Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbock ausgezeichnet

Hauptinhalt

 

28.07.2016  |  News

 

Der Europäische Baumpflegerat (EAC) hat die Stadt Winterthur aufgrund ihrer erfolgreichen Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) als "European City of the Trees 2016" ausgezeichnet. Damit würdigt der Rat die sehr genau geplante Vorgehensweise und die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Die WSL berät diese bezüglich Käferbiologie und notwendiger Massnahmen und war in Winterthur von Anfang an in alle Schritte involviert.

 

Fast vier Jahre ist es her, dass im Juli 2012 der gefürchtete Quarantäneschädling, dessen Verbreitung in der Schweiz verhindert werden soll, die Winterthurer Baumbestände bedrohte. Im Stadtgebiet Neuhegi waren die Bäume entlang der Sulzerallee und im Umkreis von etwa 300 Metern vom Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen.

Die damalige Stadtgärtnerei Winterthur meldete dem Team Waldschutz Schweiz an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL Mitte Juli 2012 einen Verdacht: Mehrere gepflanzte Laubbäume waren offensichtlich vom ALB befallen. Die Insektenspezialisten von Waldschutz Schweiz handelten sofort und konnten vor Ort den Befall bestätigen. Zahlreiche Käfer begannen gerade auszufliegen.

Umfangreiche Sofortmassnahmen eingeleitet

Die Stadtgärtnerei, heute ein Teil von Stadtgrün Winterthur, plante umgehend und in Absprache mit der WSL , dem BAFU, dem Amt für Landschaft und Natur Kanton Zürich und dem Kantonalen Pflanzenschutz die Bekämpfungsmassnahmen und setzte sie um. Das Ziel war, den Käferbefall vollständig zu tilgen. Die betroffenen Bäume wurden zunächst durch ausgebildete Baumkletterer auf Käferbefall untersucht. Ausserdem kamen speziell trainierte Spürhunde zum Einsatz. Befallene Bäume wurden den Vorschriften entsprechend gefällt und fachgerecht entsorgt. Bis heute werden in der Fokuszone alle Bäume – auch auf privaten Grundstücken – zweimal jährlich auf einen Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer kontrolliert, um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Baumkletterer und Spürhundeteams kontrollieren auch die Pufferzone (2 km).

Vom ersten Moment an informierte die Stadt Winterthur die Bevölkerung durch zahlreiche Informationsveranstaltungen, Infoblätter sowie ein Bürgertelefon und bezog auch den Zivilschutz mit ein.

Käferbekämpfung modellhaft für Europa

Die letzten Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers wurden 2013 in Winterthur entdeckt – sie stammten von Eiablagen aus dem Jahr 2012. Seitdem gilt Winterthur als befallsfrei.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und das systematische und effiziente Vorgehen stufen der Bund Schweizer Baumpfleger (BSB) und der Europäische Baumpflegerat übereinstimmend als einmalig und somit modellhaft für Europa ein. Mit der Verleihung des Titels "European City of the Trees 2016" an die Stadt Winterthur wurde diese beispielhafte Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers nun gewürdigt.