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Bundesrat Johann Schneider-Ammann am SLF

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In der Schweiz lebt es sich verhältnismässig sicher – dass das so ist und auch so bleibt, dazu trägt die Forschung entscheidend bei. Hochkarätige Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik tauschten sich auf Einladung des ETH-Rats am Rande des Weltwirtschaftsforums WEF am SLF dazu aus.

 
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Bundesrat Johann Schneider-Ammann bei seinem Referat am SLF.
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Konrad Steffen, Direktor der WSL, begrüsst die Gäste.
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Bundesrat Johann Schneider-Ammann.
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Jürg Schweizer, Leiter des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF.
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Martin Vetterli, Präsident der EPFL.
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Podiumsdiskussion mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann, PSI-Direktor Joël Mesot, Nationalrätin Kathy Riklin und Moderatorin Christine Maier.
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Fritz Schiesser, Präsident des ETH-Rats, schliesst den Abend.
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Der ETH-Bereich am SLF: Martin Vetterli (Präsident EPFL), Fritz Schiesser (Präsident ETH-Rat), Konrad Steffen (Direktor WSL/SLF), Janet Hering (Direktorin Eawag), Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Joël Mesot (Direktor PSI).
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WSL-Direktor Koni Steffen und Bundesrat Johann Schneider-Ammann.
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SLF-Leiter Jürg Schweizer und Bundesrat Johann Schneider-Ammann.
 

Der ETH-Bereich sei die Lokomotive für dieses Land – für Innovation und letztlich Wohlstand. Dieses Fazit zog der Präsident des ETH-Rats, Fritz Schiesser, an der Veranstaltung «Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse zu Wohlstand und Sicherheit der Gesellschaft beitragen?», die am Mittwoch am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos stattgefunden hat.

Eröffnet wurde der Abend von Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Er legte insbesondere den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Politik ans Herz, weiterhin für gute Rahmenbedingungen für die Forschung und für Hochschulen zu sorgen. Zudem brauche die Wissenschaft viel akademische und unternehmerische Freiheit. «Eine Verpolitisierung der Forschung bremst die Innovation», zeigte er sich überzeugt. Ebenso betonte er den Wert der Berufsbildung – das Land brauche nicht nur «Studierte». Joël Mesot, Direktor des PSI, wies in der Diskussion darauf hin, dass der ETH-Bereich rund fünfhundert Berufslernende ausbildet, darunter auch solche, die es bis zum Berufsweltmeister schafften.

Risikomanagement anstelle der Illusion von Sicherheit

SLF-Leiter Jürg Schweizer erläuterte, wie eng Forschung und Schutz vor Naturgefahren beieinander liegen. «Absolute Sicherheit ist unmöglich, dessen ist man sich heute bewusst. Im Umgang mit Naturgefahren geht es darum festzulegen, was gerade noch passieren darf. Zum Beispiel, dass eine Strasse einige Tage pro Jahr wegen Lawinengefahr gesperrt ist. Und dann ist zu bestimmen, wie dieses Ziel erreicht wird.» Dazu kann die Forschung beitragen. Am Pizzo Cengalo im Bergell erforschte das SLF zusammen mit Partnern schon vor dem verheerende Bergsturz und Murgang vom August letzten Jahres, wie Permafrost und Felsstürze zusammenhängen. Nach dem Ereignis verschob sich der Fokus in Richtung «Was könnte noch passieren?». So wissen die Forschenden inzwischen nicht nur, woher das Wasser für den Murgang kam (nämlich aus dem Gletscher, den der Bergsturz aufzuschmelzen vermochte), sondern das SLF erweiterte auch seine Naturgefahren-Simulations-Software RAMMS um kombinierte Felssturz-Schnee-Eis-Ereignisse. Mit beruhigenden Resultaten für Bondo: Bei einem allfälligen weiteren Bergsturz im Winter ist nicht zu erwarten, dass eine gemischte Lawine das Dorf erreicht.

Einen digitalen Pestalozzi für die Schweiz

Martin Vetterli, Präsident der EPFL in Lausanne, machte thematisch einen grossen Sprung zur Cybersecurity. Was sie mit Naturgefahren verbindet, ist, dass Cyberangriffe die öffentliche Sicherheit und damit letztlich den Wohlstand gefährden. «Die Wannacry-Attacken haben in England das Gesundheitssystem lahmgelegt», führte Vetterli aus. «Und das ist erst der Anfang. Stellen Sie sich vor, das ganze Stromnetz fällt aus!». Allerdings sei Cybersecurity nur ein Aspekt des «Digital Trusts», also des Vertrauens, dass digitale Systeme zuverlässig funktionieren und der Bevölkerung dienen. Dieser Digital Trust sei für die Zukunftsfähigkeit der Schweiz zentral. Daher müsse sich die Bevölkerung in Digitalisierung aus- und weiterbilden. Die EPFL biete dazu bereits verschiedenste Möglichkeiten. Trotzdem oder erst recht: Die Schweiz brauche einen «Pestalozzi der Digitalisierung». Pestalozzi schaffte es, dass die Alphabetisierungsrate der Schweizer innerhalb von weniger als hundert Jahren von 20 Prozent auf 75 Prozent stieg – und die Schweiz damit der industriellen Revolution gewachsen war. Nun müssten wir alle uns gleich gut auf die digitale Revolution vorbereiten, schloss Vetterli seine Ausführungen.

 

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