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Kastanienernte: Medienkonferenz in Cadenazzo

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Nachdem sich die Kastanienwälder der Südschweiz von der Gallwespe erholt haben, zeichnet sich eine reichhaltige Ernte ab.  Die Gastronomie und die verarbeitende Lebensmittelindustrie ist bereit, grosse Mengen Kastanien abzunehmen. Die Frage ist: wer holt die Ernte ein? Thema einer Medienkonferenz am Forschungscampus Cadenazzo.

 

3. September 2018 – Am Forschungscampus Cadenazzo, Standort der Gruppe „Insubrische Ökosysteme“ der Eidg. Forschungsanstalt WSL, fand die Medienkonferenz „Inwertsetzung der Tessiner Kastanie und Förderung der Kastanienernte“ statt. Dabei vertrat die WSL die Forschung. Für Anbau und die Ernte kamen Vertreter der „Associazione castanicoltori“ und der „Centri die Raccolta“. Für das Label „Hochstamm Suisse“ und die Sandro Vanini AG waren Vermarktung und Verarbeitung zentral.

Zur Einführung der Veranstaltung beschrieb Marco Conedera, Leiter des regionalen WSL-Standorts, Ursprung und Entwicklung der Gallwespe. Dieser Parasit hat während mehreren Jahren in der Südschweiz fast die gesamte Kastanienernte verhindert.  Er ist aber nicht der einzige Kastanien-Feind, den die WSL erforscht – dazu kommen zum Beispiel die Tintenkrankheit, der Kastanienrindenkrebs und weitere fruchtschädigende Insekten. Des Weiteren liefert die WSL wissenschaftliche Grundlagen für die Wiederinstandsetzung von Kastanienselven, insbesondere was deren Bedeutung für die Biodiversität betrifft. Mit Agroscope werden zudem Verfahren für die Behandlung und Konservierung der geernteten Kastanien entwickelt.

Jetzt, wo es der Kastanie besser geht, verschiebt sich der Fokus aufs Einbringen der Ernte, denn nur so können die Frücht für Produkte „made in Ticino“ in wert gesetzt werden. Zurzeit erhalten die Ernte-Sammelstellen den Überschuss der Kastanien, die von Privatpersonen gesammelt werden. In einem guten Herbst kommen so zwischen 40 und 60 Tonnen zusammen. Fachleute schätzen aber, dass das theoretische Potenzial bei 300 bis 600 Tonnen liegt.  Zusammen mit den Sozialämtern will man nun studieren, ob Beschäftigungsprogramme zu einer systematischen und planbaren Ernte beitragen könnten.

 

 

 

RSI Il Quotidiano del 3.9.2018

 

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