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Night Light: Welche Eigenschaften von Strassenleuchten sind wichtig für die Insektenvielfalt und Fledermausaktivität?

 

Dieses Projekt soll Hinweise dazu liefern, wie sich verschiedene Eigenschaften der Leuchten und der Lichtfarbe auf Insekten und Fledermäuse auswirken. Dafür wurden erstmals künstliche Lichtquellen an sehr dunklen Standorten aufgebaut, wo Kunstlicht bisher wenig Einfluss hatte. Informationen zu den Auswirkungen des Lichts auf Tiere sind entscheidend, um Massnahmen gegen die Lichtverschmutzung ergreifen zu können.

 

Moderne LED-Leuchten helfen dabei, Energiesparziele zu erreichen. Ihre Helligkeit kann beliebig eingestellt (gedimmt) werden. Je stärker sie gedimmt sind, desto mehr Energie wird gespart (40 % gedimmt = 40 % Energieersparnis).

Die Dimmung von LED-Leuchten kann je nach Bedarf elektronisch gesteuert werden. Strassenleuchten kann man so programmieren, dass sie nur dann 100 Prozent der Lichtmenge abstrahlen, wenn dies auch nötig ist, zum Beispiel, wenn sich Autos auf dem entsprechenden Strassenabschnitt befinden (Abb. 1). Das spart Energie und leistet einen wichtigen Beitrag zu dunkleren Nächten, weil der Tag-Nacht-Rhythmus für viele Pflanzen und Tiere wichtig ist.

 

Aber auch LEDs können für die Umwelt negative Eigenschaften haben. Kaltweisse LEDs, die bläulich leuchten, sparen zwar besonders viel Strom, locken jedoch zahlreiche Insekten an, die auf blaues Licht reagieren. Die Insekten können den Lichtschein nicht mehr verlassen und sterben. Bei warmweissen Leuchtfarben ist dies weniger der Fall. (Abb. 2).

 

Zwei Arten von Faltern, die von nächtlichem Licht angezogen werden

 
 
 

Auch das Design und die Form von LED-Leuchten haben einen Einfluss darauf, wie weit herum der Lichtschein zu sehen ist und so möglicherweise einen negativen Einfluss auf Lebewesen hat (Abb. 3). Welchen Einfluss die Leuchtenform auf die Umwelt hat, ist noch wenig erforscht.

In diesem Experiment untersuchen wir Leuchten mit unterschiedlichen Eigenschaften und wie sich diese auf die Vielfalt von Insekten und die Aktivität von Fledermäusen auswirken. Letztere sind wichtige natürliche Feinde der Insekten.

 

Wir haben drei dunkle Standorte ausgesucht (Lägeren, Birmensdorf, Alptal), wo es normalerweise kein Kunstlicht gibt. Wir testen zwei Designs von Gehäusen, einmal mit einem Schirm, der das Licht verteilt, und einmal ohne. Wir variieren auch die Lichttemperaturen (warmweiss, weiss, kaltweiss) und Lichtstärken (50 % oder 0 % Dimmung).

Unter den Leuchten sind Insektenfallen montiert (Abb. 4) (siehe auch: Wie funktioniert eine automatische Insektenfalle?). Damit können wir die Anzahl fliegender Insekten bestimmen, die von den Leuchten angezogen werden. Mit Bodenfallen fangen wir am Boden laufende Insekten und andere wirbellose Tiere. Akustische Aufnahmegeräte zeichnen die Laute von jagenden Fledermäusen auf (Echoortung).

 
 

Was ist neu? Dieses Projekt wird Ergebnisse zu den Auswirkungen einzelner und kombinierter Leuchteneigenschaften (Lichtfarbe, Lichtstärke und Lichtabstrahlung) auf Insekten und Fledermäuse liefern (Bsp. Abb. 5-6). Solche Informationen über kombinierte Auswirkungen von Lichteigenschaften sind Voraussetzung, um die Lichtverschmutzung effektiv verringern zu können.

Der Versuch wird über 3 bis 5 Jahre durchgeführt, um die längerfristigen Auswirkungen von LED-Leuchten auf die Insektenwelt zu messen.

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