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Grünflächenveränderungen in Siedlungsgebieten der Schweiz: Einflussfaktoren und Instrumente zur Grünflächenplanung in vier Fallbeispielen

Autoren
Wittenwiler, C.
Erscheinungsjahr
2020
Umfang
65 Seiten
Zitat:

Wittenwiler, C., 2020: Grünflächenveränderungen in Siedlungsgebieten der Schweiz: Einflussfaktoren und Instrumente zur Grünflächenplanung in vier Fallbeispielen. Master thesis. 65 p.

 

Wittenwiler, C., 2020:  Grünflächenveränderungen in Siedlungsgebieten der Schweiz: Einflussfaktoren und Instrumente zur Grünflächenplanung in vier Fallbeispielen. Masterarbeit ETH Zürich und WSL. 65 Seiten. Betreut durch Prof. Felix Kienast, ETHZ/WSL & Dr. Silvia Tobias, WSL

 

Der Rückgang von Grünflächen in Siedlungsgebieten in der Schweiz wurde durch etliche Untersuchungen erkannt. Diese Abnahme könnte sich in Zukunft aufgrund derzeitiger Innenentwicklungsmassnahmen verschärfen. Mit dieser Ausgangslage wurde in der vorliegenden Arbeit eine vertiefte Analyse der Veränderungen von Grünflächen in Siedlungsgebieten von Schweizer Gemeinden durchgeführt. Ein spezieller Fokus wurde dabei auf die Gemeinden Wettingen (AG), Wil (SG), Uster (ZH) und Hochdorf (LU) gelegt, bei welchen mit Hilfe von Experteninterviews und einer qualitativen Inhaltsanalyse das Verständnis der Grünflächen, die Einflussfaktoren auf Grünflächenveränderungen und Veränderungen in der Grünflächenplanung sowie Instrumente zur Grünflächenplanung erforscht wurden. Zusätzlich wurde ein auf Fernerkundungsdaten beruhendes, einfaches tool zur zeitlichen Erfassung von Grünflächenveränderungen (NDVI tool siehe Masterarbeit von S. Felber) in den Gemeinden vorgestellt und nach dessen Anwendungsmöglichkeit gefragt.

Die Experteninterviews und die qualitative Inhaltsanalyse zeigten auf, dass kein einheitliches Verständnis der Grünflächendefinition in den vier untersuchten Gemeinden herrscht und ein solches erst noch erarbeitet werden muss. Es traten vor allem die Erholungsmöglichkeiten als wichtigste Funktion der Grünflächen hervor. Zusätzlich werden aber auch weitere soziale und ökologische Ökosystemleistungen von den Grünflächen erwartet und geschätzt. Als wichtigste Einflussfaktoren auf die Grünflächenveränderung und -planung (Zunahme oder Abnahme) haben sich der politische Druck, Ressourcen für Grünflächenplanung und -unterhalt, die Rolle der Privatflächenbesitzer sowie die kantonale Gesetzgebung gezeigt. Zusätzlich wurden elf weitere Treiber in den Interviews ermittelt. Dabei hat sich herausgestellt, dass die meisten Einflussfaktoren miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen. Zu den häufigsten genannten Instrumenten in den Interviews gehören als gesetzgebendes Instrument die Gestaltungspläne, als Konzept das Freiraumkonzept und als informelles Instrument das Gespräch mit der Bevölkerung. Die Anwendung des NDVI-Tools sehen die untersuchten Gemeinden entweder in der strategischen Planung oder heruntergebrochen und einfach verständlich in der Kommunikation.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen wird empfohlen, Grünflächen im Siedlungsgebiet unter Einbezug der Bevölkerung und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gemeindeämtern zu verankern, beispielsweise in Freiraumkonzepten.